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Für die Dörfer und die Menschen

Für die Dörfer und die Menschen

Die Bundestagung der Deutschen Landeskulturgesellschaft hat in Birkenfeld stattgefunden. Modellprojekte zum Thema „Ländlicher Raum. Beweg dich. EU“ schaute sich eine Delegation in Freisen, Steinberg-Deckenhardt und in Hoof an.

Es sind Dorfentwickler, Mitarbeiter von Planungsbüros und kommunalen Verwaltungen: Alle nehmen an der Bundestagung der Deutschen Landeskulturgesellschaft (DLKG) in Birkenfeld teil. Die Tagungsteilnehmer staunen nicht schlecht, als sie im St. Wendeler Ortsteil Hoof aus dem Bus steigen und von Charlie Chaplin alias Klaus Riefer begrüßt werden. Es ist aber kein Ausflug, nur um sich an Riefers Slapstick-Einlagen zu erfreuen. "Wir schauen uns Modellprojekte der Dorfentwicklung vor Ort an und suchen den Erfahrungsaustausch", sagt der DLKG-Vorsitzende Karl-Heinz Thiemann.

Bei der Dorfentwicklung müssten die Menschen im Mittelpunkt stehen und nicht die Bauwerke, so der Professor der Universität der Bundeswehr in München. "Wichtig dabei ist, dass die Dorfgemeinschaft zu einer sorgenden Gemeinschaft wird, die sich für das Allgemeinwohl einsetzt", präzisiert Thiemann. Ortsvorsteher Gernot Müller (SPD ) veranschaulicht die Dorfentwicklung in Hoof mit einem Film über die vergangenen zehn Jahre und informiert die Delegation über die Projekte Radstation, das Betreuungs- und Verpflegungsfahrzeug des Deutschen Roten Kreuzes, das Kulturzentrum Kulturhoof und das Dorfladen-Bistro.

"Ohne die Menschen und deren Beständigkeit in der Sache, brauch man nicht anzufangen", meint Müller. Er berichtet weiter über das an den Start gegangene Kunstprojekt am Bunker, wo drei Künstler mit der Dorfgemeinschaft ein großflächiges Ortsporträt kreieren und gestalten. Ohne Frage: Das, was Thiemann sich unter einer sorgenden Gemeinschaft vorstellt, erfüllt die Hoofer Betreuungshelferin. Das Tätigkeitsfeld der Dorfschwester ist mit dem Projekt Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz erweitert und wird in den nächsten zwei Jahren vom Bundesfamilienministerium finanziert. Dies sei das wichtigste Projekt, so Otmar Weber von der Agentur Ländlicher Raum , um zu zeigen, dass die Dörfer die Menschen seien und nicht die Dorfgemeinschaftshäuser.

"Ich bin schon davon beeindruckt. Dort wo die öffentliche Hand kein Geld zur Verfügung stellt, wird im Ort mit dem Dorfladen Geld über die ehrenamtliche Arbeit generiert", stellt Thiemann fest. Des Weiteren hebt er heraus, wie Alt und Jung sich im 950-Einwohner-Ort ergänzen würden. "Damit die Dörfer für die Zukunft fit sind, gilt es, Visionen zu erarbeiten und Ideen in Eigenregie umzusetzen, davon habe ich in Hoof einiges mitnehmen können", resümiert Thiemann.

Außerdem hat die Delegation die Kindertagesstätte mit Seniorentreff Hand in Hand in Freisen und die Steinberg-Deckenhardter Musikwerkstatt besichtigt. Am Mittwoch, 7. Oktober, bekommt Hoof erneut Besuch. Dann ist die Landeskommission zu Gast, die den Ort zum Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft begutachtet.