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Freunde auf vier Pfoten für kranke Kinder

Freunde auf vier Pfoten für kranke Kinder

Dank des Engagements des Zwergenteams aus Urexweiler kann sich die Uniklinik Homburg über 10 000 Euro freuen

10 000 Euro hat das Zwergenteam aus Urweiler beim St. Wendeler Weihnachtsmarkt an Spendengeld gesammelt. Im alten Rathaus hat die Gruppe den Betrag an Professor Sven Gottschling, dem Leiter des Zentrums für Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie am Universitätsklinikum Homburg, übergeben. Mit dem Geld wird die Ausbildung von zwei Therapiehunden für schwerstkranke Kinder mit begrenzter Lebenserwartung finanziert.

 Das Zwergenteam aus Urweiler hat dem Zentrum für Palliativmedizin undKinderschmerztherapie am Universitätsklinikum Homburg einen symbolischen Scheck in Höhe von 10 000 Euro überreicht. Foto: Faber
Das Zwergenteam aus Urweiler hat dem Zentrum für Palliativmedizin undKinderschmerztherapie am Universitätsklinikum Homburg einen symbolischen Scheck in Höhe von 10 000 Euro überreicht. Foto: Faber Foto: Faber

Das Zwergenteam aus Urweiler und der St. Wendeler Bürgermeister Peter Klär (CDU) begrüßen im alten Rathaus einen besonderen Gast mit vier Beinen: Tante Lisbeth. Die Golden-Retriver-Dame arbeitet als Therapiebegleithund im Zentrum für Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie am Universitätsklinikum Homburg. "Sie kann sich sogar ausweisen", sagt Professor Sven Gottschling, der als Leiter des Zentrums seine tierische Mitarbeiterin begleitet. Anlass für den Besuch ist, Tante Lisbeth wird demnächst neue Arbeitskollegen bekommen. Und das hat das Urweiler Zwergenteam ermöglicht. 10 000 Euro an Spendengeld ist im Dezember beim Weihnachtsmarkt im Zwergenwald an der Stadtmauer zusammengekommen. Symbolisch übergibt das Zwergenteam den Betrag an Professor Gottschling. "Damit können wir die Ausbildung von zwei weiteren Therapiehunden finanzieren", freut sich nicht nur der Professor. Tante Lisbeth tappt zu den Mitgliedern der ehrenamtlich tätigen Gruppe und bedankt sich auf ihre Weise. Bereits 2010 hat das Zwergenteam die Kinderpalliativmedizin am Homburger Universitätsklinikum mit einer Spende bedacht. "Wir haben damals die Ausbildung von Balou als Therapiehund für schwerstkranke Kinder mit begrenzter Lebenserwartung mitfinanzieren können", sagt Professor Gottschling. Als einer der ersten Palliativmediziner im deutschsprachigen Raum hat er die Therapiehunde 2010 ans Krankenhaus geholt, um eine tiergestützte Therapie anzubieten. "Der Einsatz der Tiere ist immer begleitend zu den medizinischen Maßnahmen. Die Hunde sollen keine Therapie oder Tablette ersetzen. Sie sind da, um den Zugang zum Patienten zu erleichtern", erklärt der Professor. Ziel sei, mithilfe der Therapiehunde das emotionale Wohlbefinden und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Die Therapie ist individuell an den Patienten angepasst. Am Uniklinikum in Homburg werden pro Jahr etwa 1100 Menschen mit lebensbegrenzenden Erkrankungen versorgt, darunter 80 bis 100 Kinder. Dazu zählen Patienten mit fortgeschrittenen Tumorleiden, Erkrankungen des Herzens, neurologische Erkrankungen im Endstadium, schwere Demenz, Mukoviszidose oder Stoffwechselerkrankungen. Hinzu kommen etwa 800 Kinder mit chronischen Schmerzen, die ambulant versorgt werden. "Unsere Spenden gehen immer an Kinder in Not", sagt Mechthild Marx vom Zwergenteam. Mehr als 100 000 Euro Spendengeld ist seit 1998 im Zwergenwald eingenommen und an Kinderhilfsprojekte gespendet worden. "Es sind St. Wendeler Bürger, denen das Schicksal von Kindern am Herzen liegt und das macht unseren Weihnachtsmarkt so menschlich", lobt Bürgermeister Klär das ehrenamtliche Wirken des Zwergenteams.