1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. St. Wendel

Freude über mögliche Nordumfahrung von Merzig

Nordsaarlandstraße : Hoffnung auf Verkehrsentlastung wächst

Lob für die Ankündigung zur Nordsaarlandstraße gibt es von der CDU, der JU und von Pro Hochwald aus Wadern.

Die Freude über die Ankündigung von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zur Nordsaarlandstraße hält an. Nachdem die Bundesverteidigungsministerin bei ihrem Besuch in Merzig am Montag angekündigt hatte, dass sie den Weg für die Nordumfahrung frei machen wolle (die SZ berichtete), äußerten sich viele Stimmen positiv.

Jürgen Auweiler, CDU-Stadtverbandsvorsitzender in Merzig, lobt die Ankündigung: „Die Bundesverteidigungsministerin und Ministerpräsident Tobias Hans haben durch ihr entschlossenes Vorgehen, völlig neue Möglichkeiten eröffnet.“ Neben der Verkehrsentlastung der Innenstadt sei auch die Stärkung der Bundeswehrliegenschaft in Merzig von großer Bedeutung für die Region. Der Merziger Landtagsabgeordnete Frank Wagner ergänzt: „Mit der Möglichkeit, eine Trassenführung über den Truppenübungsplatz zu planen, gibt es nun eine echte Chance, hier schnell in die Planungsphase eintreten zu können.“

Neben der möglichen Anbindung des Nordsaarlandes an die A8 könne die Kreisstadt Merzig nun endlich auf eine spürbare Verkehrsentlastung hoffen. „Die Merziger Innenstadt hat sich zu einem echten Nadelöhr entwickelt. Mit dieser Initiative eröffnet sich die realistische Chance, eine spürbare Entlastung herbeizuführen und auch den zunehmenden Verkehrslärm zu reduzieren“, fügt der Merziger Ortsvorsteher Alexander Boos hinzu.

Die Junge Union Merzig-Wadern begrüßt den Vorstoß. „Schon seit längerer Zeit setzen wir uns als Junge Union aktiv für den Lückenschluss der A1 im Hochwald zur A8 bei Merzig ein“, sagt der JU-Kreisvorsitzende Michael Gillenberg. Für die JU sei das Projekt Nordumfahrung das wichtigste Infrastrukturprojekt im Landkreis und zur Sicherstellung der Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit mit Blick auf andere Regionen gerade für die jüngere Generation sehr wichtig.

„Neben den bereits realisierten Teilprojekten wie dem Kreiselbau in Kastel und Dagstuhl ist das zentrale Teilprojekt ‚Nordumfahrung Merzig‘ in der Vergangenheit bedauerlicherweise immer weiter in Ferne gerückt“, sagt er. Die Ankündigung von Kramp-Karrenbauer betrachte die JU als Wendepunkt in der Diskussion. „Bis zu einem möglichen Baubeginn der Umgehungsstraße sind allerdings noch weitere Hürden zu nehmen“, betont er und fordert die politischen Verantwortungsträger aller Parteien dazu auf, diesen Weg positiv und durch ein klares Bekenntnis zur Nordumfahrung Merzig zu begleiten.

Nach Meinung der JU Merzig-Wadern ist der Vorstoß der Verteidigungsministerin als starkes Signal der Bundeswehr mit ihrem Standort in Merzig zu werten. „Wir sind stolz auf unseren Bundeswehrstandort ‚Auf der Ell‘ in Merzig und umso erfreuter darüber, dass die Bundeswehr unsere Region nun bei diesem wichtigen Projekt im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen möchte“, sagt Gillenberg abschließend.

Auch der CDU-Stadtverband Wadern zeigt sich optimistisch. „Die Meldung zur Nordsaarlandstraße bedeutet nicht, dass diese auf jeden Fall kommen wird“, sagt der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, Michael Leibig, „jedoch sind wir der Umsetzung einen bedeutenden Schritt näher gekommen, da nunmehr eine Variante in die Prüfung geht, die bisher ausgeschlossen war.“ Die Waderner CDU möchte, dass eine Projektgruppe aus Verantwortlichen der Bundeswehr und des Landes eingerichtet wird, um zu klären, ob die Realisierung eines Teilabschnittes der Strecke auf dem Gelände der Merziger Bundeswehr möglich ist, ohne aber den Übungsbetrieb der Soldaten zu gefährden. „In Bezug auf den Verlauf der geplanten Strecke durch das Waderner Stadtgebiet werden wir die Entwicklung eng begleiten und darauf achten, dass die Belange der Anwohner nicht außer Acht gelassen werden“, ergänzt der stellvertretende CDU-Stadtverbandsvorsitzende Philip Demmer.

Michael Molitor, ebenfalls stellvertretender Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, freut sich über „eine neue Perspektive“, sowohl hinsichtlich der Nordsaarlandstraße als auch der Nordsaarlandklinik. „In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich eine positive Dynamik für den ländlichen Raum im Saarland entwickelt, die sich sehen lassen kann“, betont er. In Bezug auf die Verkehrsanbindung von Wadern bringt Molitor zudem noch ein weiteres Projekt ins Spiel, die Reaktivierung der Bahnstrecke von Lebach nach Wadern: „Will man den ÖPNV stärken und den Verkehrssektor klimaneutraler gestalten, sollte man ernsthaft darüber nachdenken, neben dem Radwegenetz auch die Bahnverbindungen im ländlichen Raum wieder auszubauen.“

Nicht nur von der CDU gab es positive Worte – auch die Wählervereinigung Pro Hochwald lobt die Ankündigung, das Projekt Nordsaarlandstraße weiterführen zu wollen. „Pro Hochwald hat dieses Projekt von Anfang an unterstützt und wir sind sehr erfreut, dass jetzt endlich ‚Nägel mit Köpp‘ gemacht werden sollen“, sagt Bernd Theobald, Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Wadern.

Im anstehenden Planungsprozess müsse nach Ansicht von Pro Hochwald aber auch die Verkehrssituation in Nunkirchen Berücksichtigung finden. Bernd Theobald, Fraktionschef im Waderner Stadtrat, führt aus, dass das Verkehrsaufkommen in Nunkirchen mit mehr als 20 000 Fahrzeugen am Tag durch die Realisierung der Nordsaarlandstraße wohl noch deutlich steigen würde. „Seit vielen Jahren wird eine Entlastung Nunkirchens diskutiert, grobe Studien dazu liegen beim Landesbetrieb für Straßenbau in Neunkirchen in der Schublade. Sollte jetzt tatsächlich der Lückenschluss Umgehung Merzig über das Gelände der Bundeswehr geplant und realisiert werden, muss auch eine wie auch immer geartete Entlastung von Nunkirchen nochmals auf den Prüfstand“, sagt er. Immerhin seien dazu im Bundesverkehrswegeplan 2016 Mittel in Höhe von 28,7 Millionen Euro fest eingeplant worden.

Auch die vor fast 20 Jahren begonnene Planung des dreispurigen Ausbaus des „Kasteler Berg“ zwischen dem Löstertal und Kastel müsse nach Ansicht von Pro Hochwald erneut auf die Tagesordnung. Dazu sagt Andreas Münster, Vorsitzender der Wählervereinigung: „Es kann jetzt nicht sein, dass die Umgehung Merzig gebaut wird, und damit ist die Nordsaarlandstraße endlich Realität. So einfach liegen die Dinge aber nicht: Die Waderner Stadtteile Löstertal, Dagstuhl und Nunkirchen sind von einer schnelleren und damit umfangreicher genutzten Anbindung betroffen.“ Hier müsse geprüft werden, welche Entlastungsmöglichkeiten geschaffen werden können. Neben der reinen Straßenführung müsse auch ein wichtiges Augenmerk auf Radwege gelegt werden. „Neben der schnellen Verbindung der beiden Autobahnknotenpunkte zwischen der A 1 und der A 8 macht die Realisierung der Nordsaarlandstraße auch die Sinnhaftigkeit der Ansiedelung der aktuell viel diskutierten Nordsaarlandklinik in der Nähe dieses Verkehrsträgers deutlich“, sagt Münster. Die Stadt Wadern sei „als Mittelzentrum geradezu prädestiniert.“ Auf „eine sinnvolle Lösung“ hofft Dagmar Ensch-Engel, Kreisvorsitzende der Linken. Der Kreisvorsitzende Max Hewer sieht  Alternativen, „zum Beispiel die Reaktivierung der Bahnstrecke Merzig- Losheim, was eine sinnvolle Anbindung an die Saarschiene darstellen würde“.