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Freiwillige Feuerwehr St. Wendel erhält Wendelinusplakette

Ehrung für St. Wendeler Wehrleute : Sie machen viel mehr, als nur Feuer zu löschen

Während des Heringsessens der CDU St. Wendel erhielten verdiente Mitglieder der St. Wendeler Feuerwehr die Wendelinus-Plakette.

Beim Heringsessen der CDU St. Wendel stand neben politischen Reden auch die Verleihung der Wendelinus-Plakette auf dem Programm. Gut 50 Gäste hatten sich eingefunden, die von Ruth Meyer, der Vorsitzenden des Ortsverbandes, begrüßt wurden. Die Landtagsabgeordnete übergab dann an Gastredner Alexander Funk, den Fraktionsvorsitzenden der CDU im saarländischen Landtag. Er beschäftigte sich in seinem Vortrag mit aktuellen Themen wie der Thüringen-Wahl oder dem Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer. Dabei setzte sich Funk aber vor allem für eine starke Mitte ein, um in Zukunft Extremismus und Populismus die Stirn bieten zu können.

Vor der Verleihung der Wendelinus-Plakette blickte Kurt Wiese, Ortsvorsteher der Kernstadt St. Wendel, auf die Geschichte des Löschbezirks St. Wendel zurück. 1884 als Feuerwehr der Stadt St. Wendel gegründet, war diese zuerst in der Mott angesiedelt, ehe sie über eine weitere Station Ecke Beethoven- und Schillerstraße ihre Heimat am Floriansweg fand. Zurzeit zählt der Löschbezirk laut eigenen Angaben 59 aktive Mitglieder, ergänzt durch 13 Jugendliche und 20 Personen in Alterswehr und Ehrenabteilung.

Wie Wiese berichtete, habe sich aus der Wehr der Gründungstage ein Team gut ausgebildeter und erfahrener Spezialisten entwickelt. Während in früheren Zeiten der Schwerpunkt auf der Brandbekämpfung gelegen habe, seien mittlerweile auch technische Hilfsleistungen stark nachgefragt, so etwa bei Sturm, Überschwemmungen oder Erdrutschen, aber auch bei Verkehrsunfällen. Im Jahr 2019 habe es sich bei fast der Hälfte der 183 Einsätze der St. Wendeler Feuerwehr um solche technischen Herausforderungen gehandelt. Mit innovativem Equipment wie Rüst- und Messwagen und einer modernen Drehleiter sei man für Gefahrgut-Einsätze ebenso gut ausgestattet wie für die komplexe Brandbekämpfung.

Parteichefin Ruth Meyer überreichte die Wendelinus-Plakette in Abwesenheit von Löschbezirksführer Jochen Willmann an dessen Stellvertreter Andreas Maas und bedankte sich für das Engagement im vergangenen Jahr: In Übungen und Einsätzen hatten die Feuerwehrleute 11 700 Arbeitsstunden geleistet, damit waren sie an 40 Prozent der von den 13 Löschbezirken der Stadt erbrachten Einsätzen beteiligt. Als innenpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion hob Meyer die Bedeutung der Feuerwehr für die Gesellschaft hervor und lobte auch die Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk: „Die Hilfs- und Rettungsdienste liegen mir besonders am Herzen, sie sind immer da, wo es brennt und begeben sich in Gefahr. Dafür müssen sie häufig berufliche Konsequenzen in Kauf nehmen und auch das Familienleben leidet, denn der Verwaltungsaufwand wird stetig größer.“

Der stellvertretende Löschbezirksführer Andreas Maas erhält von Ruth Meyer und Kurt Wiese die Wendelinus-Plakette. Foto: Jennifer Fell

Meyer regte daher an, einen hauptamtlichen Gerätewart zu berufen und freiwilligen Feuerwehrleuten, den Zugang zum öffentlichen Dienst zu erleichtern. Zudem müsse gewährleistet sein, dass man bei solch einer verbindlichen Tätigkeit, auch wenn es sich um ein Ehrenamt handele, genauso gut abgesichert sei wie im Beruf. Die Nachwuchsförderung dürfe man dabei auch nicht außer Acht lassen. Dieses Thema war auch dem stellvertretenden Löschbezirksführer Andreas Maas ein großes Anliegen: „Momentan ist es für uns schwierig, tagsüber Einsatzpersonal zu finden. Wir sind alle ehrenamtlich tätig und nicht immer lässt sich ein Einsatz mit dem Beruf vereinbaren. Deshalb ist Verstärkung durch den Nachwuchs und durch Quereinsteiger gern gesehen“, meinte Maas. Die Ehrung mit der Wendelinus-Plakette habe ihn überrascht, mache ihn jedoch sehr stolz und steigere die Motivation für die zukünftige Arbeit.