Freiherr zähmt den Schweinehund

St. Wendel. Münchhausen - der Name sei ihm gleichermaßen Last und Vorteil. Last sei er vor allem in der Schulzeit gewesen, als "jeder Lehrer glaubte, etwas über meine Kanonenkugel sagen zu müssen". Heute lebt Marco Freiherr von Münchhausen sehr zufrieden mit diesem berühmten Namen. Denn er ist mit Sicherheit auch ein Grund, warum zum 19

St. Wendel. Münchhausen - der Name sei ihm gleichermaßen Last und Vorteil. Last sei er vor allem in der Schulzeit gewesen, als "jeder Lehrer glaubte, etwas über meine Kanonenkugel sagen zu müssen". Heute lebt Marco Freiherr von Münchhausen sehr zufrieden mit diesem berühmten Namen. Denn er ist mit Sicherheit auch ein Grund, warum zum 19. Wirtschaftstag von Landkreis, Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Kreissparkasse St. Wendel am Montagabend so viele Besucher wie noch nie in den Saalbau gekommen waren. Mehr als 750 Plätze wurden reserviert. Ein anderer Grund war wohl das Thema - "Work-Life-Balance - Unternehmerischer Erfolg und persönliche Lebensqualität". "Denn das ist ein Thema, das uns alle beschäftigt", sagt Landrat Udo Recktenwald. Beruflichen Erfolg bekomme man ja vielleicht noch auf die Reihe - aber das mit der Lebensqualität in Einklang zu bringen, das gelinge nicht immer. Auch Recktenwald gesteht, dass er nicht immer die Balance finde, "dass die Familie zu ihrem Recht kommt". Dafür hat auch Münchhausen in seinem etwa 90-minütigen Vortrag kein Patentrezept. Das ist auch nicht sein Anspruch. Schließlich habe jeder Mensch eine andere Veranlagung. Münchhausen beschreibt das mit einem "psychologischen Buffet von Möglichkeiten": "Sie räumen ja auch nicht alles ab, was der Gastgeber auftischt." Vielmehr gehe es darum, sich die für sich wichtigen Tipps herauszupicken. Wie ein roter Faden zog sich der innere Schweinehund durch den Vortag des Trainers und Autors. Er gab Tipps, wie man den "Schweinehund an die Hand nehmen" und dann ein glückliches Leben führen könne. Dabei gelte es vor allem, die Bereiche Beruf und Finanzen, Familie und soziale Kontakte, Gesundheit und Fitness sowie Sinn und Kultur in Einklang zu bringen. Das heiße nicht, dass die Zeit zwischen diesen vier Bereichen gleichmäßig aufgeteilt werden müsse, aber es gelte, die richtige Balance zu finden. Münchhausen sagt, auch er finde nicht immer die richtige Balance in seinem Leben. "Wenn meine Kinder im Restaurant anfangen zu streiten, dann kann ich komplett aus dem Gleichgewicht kippen", sagt er. Aber er sei in der Lage, möglichst schnell wieder die Balance zu finden. Dazu Münschhausen: "Ein Fußballtrainer muss ja auch nicht selbst die Tore schießen, aber er kann dem Spieler Tipps geben, wie er besser Fußball spielt."