Fortbetriebsgemeinschaft appelliert: Waldbesitzer sollten Ruhe trotz Borkenkäferbefall Ruhe bewahren

Fortbetriebsgemeinschaft appelliert : Waldbesitzer sollten trotz Borkenkäfern Ruhe bewahren

„Ein Standardschreiben des Umweltministeriums an viele Waldbesitzer sorgt aktuell für große Unruhe im Privatwald“, hat Klaus Borger, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Saar-Hochwald, beobachtet.

In diesem Schreiben würden die Waldbesitzer unter Verweis auf das Saarländische Waldgesetz aufgerufen, Waldflächen mit Borkenkäferbefall abzuräumen. Wie das Ergebnis aussieht, könne man landesweit beobachten, gerade auch im Staatswald. „Dies hat mit einer pfleglichen Behandlung des ohnehin schon kranken Waldes nichts mehr zu tun“, beschwert sich Borger.

In dem Schreiben werde seiner Meinung nach  verkannt, dass eine Entnahme bereits abgestorbener Fichten und das Abräumen der Waldböden eine Methode von vorgestern sei. „Der laufende Klimawandel wird unsere Wälder dahingehend beeinflussen, dass die Baumarten auf der Strecke bleiben, die sich an diese Veränderungen nicht anpassen können und dazu gehört vor allem die nicht heimische Fichte“, erklärt Borger. Ein zeitgemäßes Waldgesetz sollte sich diesen Rahmenbedingungen, wozu auch die mit dem Klimawandel verbundene Ausbreitung von Baumschädlingen gehöre, anpassen. Damit würden auch die Waldbesitzer aus der Verantwortung genommen, Dinge zu tun, die ökonomisch und ökologisch in höchstem Maße schädlich seien, wie der Räumungsaufruf des Umweltministeriums.

„Die Forstbetriebsgemeinschaft hat nicht nur eine Resolution zum Wald-Klima-Notstand beschlossen, sondern sich auch an den Saarländischen Umweltminister gewandt, von solchen Schreiben an unsere Waldbesitzer Abstand zu nehmen“, sagt Borger.  Stattdessen solle er einen Paradigmenwechsel im eigenen Haus vornehmen, weg von tradierten Methoden klassischer, harter Forstwirtschaft hin zu Programmen, die den Waldbesitzern, deren Interessenvertretungen und letztendlich den Wäldern helfen.

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