Figurentheatertage gingen in St. Wendel über die Bühne

Figurentheatertage : Wie ein kleiner Hase zum Helden wurde

24. St. Wendeler Figurentheatertage gingen am Wochenende im städtischen Mia-Münster-Haus über die Bühne.

Etwa 100 kleine und große Zuschauer fieberten mit, als der Plüschhase Robert seine Ängste überwand. Petra Schuff aus dem Westerwald begann ihr Programm „Der kleine Angsthase“ mit der Suche nach dem kleinen Hasen, bei der sie lautstark von den anwesenden Kindern unterstützt wurde. Schließlich wurde sie in einer Umzugskiste fündig, da Robert und seine Mutter in ein neues Haus umziehen wollten. Sogar der Aufbau der neuen Kulisse wurde zum Bestandteil der Aufführung. In der neuen Umgebung traf Robert, ein sehr ängstlicher Hase, auf einen Hund und später auf den Hasenjungen Heinrich aus der Nachbarschaft. Als dieser ihn zum Schwimmen aufforderte, traute sich Robert jedoch nicht ins Wasser. Zum Helden wurde er dann aber, als er ganz alleine einen bedrohlichen Fuchs unschädlich machte, indem er ihn mit einem Seil in einen „Wickelfuchs“ verwandelte.

Petra Schuff nahm die Zuschauer bei jedem Schritt mit, ließ sie mit Robert zittern und lachen. Ronny Hoffmann aus Idar-Oberstein war mit Bekannten und mehreren Kindern ins Mia-Münster-Haus gekommen. Die Figurentheatertage besuchte er zum ersten Mal – und war begeistert: „Das war alles sehr gut gemacht. Die Kinder hatten viel Spaß.“ Der achtjährige Bastian aus Bliesen, der mit Eltern und Schwester zur Vorstellung gekommen war, hatte gar eine Lieblingsfigur: „Der Fuchs war besonders schön.“

Das Event wird von der Kreisstadt und dem Landkreis St. Wendel gemeinsam veranstaltet. Axel Birkenbach, Leiter der städtischen Kulturabteilung, fand besonders positiv, dass es mittlerweile ein Stammpublikum gibt: „Viele Erwachsene kommen jedes Jahr, weil sie Spaß am Figurentheater haben.“

Claudia Gerhart vom Kreisjugendamt berichtete von einer großen Resonanz, die meisten Vorstellungen seien gut besucht und die Abendvorstellung am Samstag – in diesem Jahr wurde „Der kleine Prinz“ gespielt – sei wie immer schon im Vorfeld ausverkauft gewesen. Beim Programm versuche man, zwischen Altbewährtem und Neuem zu variieren, erklärte Gerhart. Zur Auswahl der Figurenspieler sagte sie: „Wir haben inzwischen schon einen Grundstock, auf den wir zurückgreifen können, aber wir erhalten auch Bewerbungen, da die Veranstaltung schon sehr etabliert ist. Auf Petra Schuff sind wir über ihre liebevoll gestaltete Homepage aufmerksam geworden.“

Für besagte Puppenspielerin aus dem Westerwald war es der erste Auftritt in St. Wendel. Schuff, die in Stuttgart Figurentheater studiert hat, spielt sonst eher regional, wie sie sagt. Die Figur des kleinen Angsthasen habe sie frei konzipiert. Sie sei damit gerade bei den kleinen Zuschauern sehr erfolgreich, da diese sich gut in den Hasen hineinversetzen könnten.

Das Publikum bei den Figurentheatertagen in St. Wendel. Foto: Jennifer Fell

Unmittelbar nach der Vorstellung hieß es dann Kulissen abbauen, denn der nächste Programmpunkt wartete schon.

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