Feuerwehr im Landkreis St. Wendel zählt erste Einsätze wegen Schneebruchs

Auf Bereitschaft : Wenn Bäume unter der Schneelast einknicken

Erste Einsätze der Feuerwehr wegen umgestürzter Bäume gab es. Schneebruch ist ein Thema.

Ein Baum am Straßenrand kann das Gewicht des Schnees nicht mehr tragen. Er gibt unter dem Druck nach, stürzt auf die Fahrbahn. Und das im beginnenden Berufsverkehr. Diese Situation bot sich so am frühen Freitagmorgen auf der Autobahn 1 dar. Wie Hans-Jürgen Kugel, Vize-Chef der Polizeiinspektion Nordsaarland berichtet, ging eine entsprechende Meldung gegen 5 Uhr auf der Wache in Wadern ein. „Letztendlich zeigte sich, dass mehrere Bäume vom Schneebruch betroffen waren“, so Kugel. Von der Autobahnmeisterei wurde zur Sicherheit ein Baumgutachter zu Rate gezogen. Zunächst wurde die A 1 zwischen Bierfeld und dem Autobahndreieck Nonnweiler wegen des umgestürzten Baumes halbseitig in Fahrtrichtung Saarbrücken gesperrt. Dann fiel die Entscheidung: Es müssen sechs bis sieben Bäume aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Dies übernahm eine Fachfirma. Je nach Arbeitsschritt wurde zwischenzeitlich komplett gesperrt. Das Ganze dauerte bis etwa 9 Uhr.

„Schneebruch ist jetzt ein Thema“, bestätigt auch St. Wendels Brandinspekteur Dirk Schäfer. In den zurückliegenden zwei Tagen habe es bereits mehrere Einsätze für die Feuerwehr wegen umgestürzter Bäume gegeben. Betroffen waren bislang die Gemeinden Marpingen, Nonnweiler und Nohfelden. Immer dann, wenn eine akute Gefährdung besteht, komme die Feuerwehr ins Spiel. Also beispielsweise wenn ein Baum auf eine Straße gestürzt ist. Wie auf der A1 geschehen.

Hat ein Hauseigentümer Bedenken ob der Standfestigkeit eines Baumes auf seinem Grundstück, gelte es, den Rat eines Experten einzuholen. „Neigt sich der Baum aber bereits erheblich und droht aufs Haus zu stürzen, wäre wieder die Feuerwehr Ansprechpartner“, erläutert Schäfer den Unterschied.

In der Regel gelten Flachwurzler wie Fichten, Douglasien oder Weiden als gefährdet, eher mal einzuknicken unter der Schneelast. „Doch wenn man die Straßen abfährt, sieht man auch, dass sich Laubbäume mit weit ausladenden Ästen unter dem Gewicht neigen.“ Die Gefahr steige noch, wenn das Tauwetter einsetzt. Oder es wechselt – tagsüber taut es, in der Nacht friert es wieder, erläutert Schäfer. Gefährlich sei auch die Variante Regen: Dann werde der Schnee noch schwerer.

Beim Spaziergang im bewaldeten Gebiet rät der Brandinspekteur zur Vorsicht. Denkbar wäre im Wald auch ein Dominoeffekt. Das bedeutet, dass ein Baum so unglücklich umfällt, dass er weitere mit sich umreißt. Hier sei der Forstbetrieb zuständig, der Wege sperrt, wenn aktuell Gefahr besteht. Aber nicht nur Schneebruch ist ein Thema im Wald. Die weiße Pracht kann auch selbst ins Rutschen geraten. Von den Bäumen, aber auch von Hausdächern.

Was die Schneelast auf Gebäuden betrifft, so ist bei der aktuellen Menge nichts zu befürchten. Das bewertet auch eine Sprecherin der Kreisstadt St. Wendel so. Der Baumbestand im Stadtgebiet werde regelmäßig kontrolliert. „Bisher kam es noch zu keinem Baumsturz oder zu herabfallenden Ästen wegen der Schneelasten“, heißt es. Vorsicht sei aber weiterhin geboten und der städtische Winterdienst immer in Bereitschaft.

Für die Feuerwehr rechnet Dirk Schäfer in den kommenden Tagen mit weiteren Einsätzen in Sachen Schneebruch. Bislang seien noch keine Menschen verletzt worden. So soll es bleiben.

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