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Fastenpredigt mit Edith-Maria Magar in Wendelinus-Basilika St. Wendel

Fastenpredigt in St. Wendel : Geschwisterliche Kirche ist ihr Wunsch

Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen sprach in der Basilika St. Wendel über „Kirche auf dem synodalen Weg“.

In der Synode für das Bistum Trier, die Bischof Stephan Ackermann einberufen hat, arbeitete Schwester Edith-Maria Magar bis zur Hälfte mit. Am Montag, dem Weltfrauentag, hielt die Generaloberin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen in der Wendelinus-Basilika die Fastenpredigt zum Thema „Kirche auf dem synodalen Weg“. Dabei hatte Schwester Edith-Maria ihre Gedanken, Visionen und Ausführungen mit dem Leitsatz „Die Kraft der kirchlichen Gemeinschaft“ überschrieben.

„Es ist nicht gut, wenn der Mensch allein ist. Weltweit haben das viele Menschen während der Corona-Pandemie erfahren müssen“, sagte sie einleitend. Gerade in Krisenzeiten würden sich solidarischer Zusammenhalt und gelebtes Miteinander bewähren. „Eine Krisenzeit durchlebt auch unsere Kirche. Schon längst definiert sie nicht mehr die Kontexte, sondern sie muss sich in Kontexten definieren“, meinte die Generaloberin. Der synodale Weg biete gute Chancen, dass die Kirche aus der ehrlichen Erkenntnis dessen, was in ihr nicht gut sei, Konsequenzen ziehe und handele. „Die Beiträge, die kritischen Anfragen, die Ideen und Kompetenzen von Christen aus unterschiedlichen Kontexten, Erfahrungshintergründen und Lebenswirklichkeiten sind unverzichtbar für nötige Reformen, denn sie generieren in ihrem Zusammenspiel die dynamisierende Wirkkraft kirchlicher Gemeinschaft“, fasste sie zusammen.

Es sei nicht gut für die katholischen Kirche, was der Missbrauch von Macht angerichtet habe. Außerdem müsse die männerbündnische klerikale Monokultur ein Ende haben. „Christus wollte eine dienende Jüngerschaft und keine absolutistische Monarchie“, verglich Schwester Edith-Maria. Und dass die Kirche zu Letzterem neige, das zeige sie mit ihren Instruktionen aus Rom, mit denen sie sich immer mehr von der Lebenswirklichkeit der Menschen entferne. „Es ist nicht gut in unserer Kirche, dass die Charismen und die Berufung von Frauen zum sakramentalen Dienst noch immer nicht beachtet wird“, bemängelte sie.

Nun seien die Synodalen die Erben und als solche unterwegs, um im Gebet und im Dialog, gemeinsam Wege aus der Krise zu finden. „Es ist gut, dass Fragen der Sexualmoral theologisch und wissenschaftlich fundiert beraten werden, damit die sexuelle Vitalität, wie Gott sie für uns alle will, in ihrer schöpferischen Lebenskraft geachtet wird, statt einer auf Genitalität verkürzten Moral zum Opfer fällt“, erläuterte Schwester Edith-Maria. Das synodale Element des gemeinsamen Weges habe nichts Trennendes oder Ausgrenzendendes, sondern es sichere den Zusammenhalt trotz unterschiedlicher Auffassungen. Eine synodale Kirche sei eine Kirche des Zuhörens in dem Bewusstsein, zitierte sie Papst Franziskus, dass das Zuhören mehr als Hören sei. „Setzen wir uns jeden Tag dafür ein, eine Gemeinschaft zu bilden, die aus Geschwistern zusammengesetzt ist, die einander annehmen und füreinander sorgen. Eine geschwisterliche Kirche, was für ein schönes Zeugnis“, meinte sie voller Zuversicht.

Eine kirchliche Gemeinschaft, der man anmerke, dass der Herr mit ihr sei, weil in ihr die Gegenwart des Herrn aufscheine, eine solche Kirche sei ein atmendes System, das uns aus der Enge in die Weite führt, schloss sie ihre Ausführungen mit den Worten des römisch-katholischen Theologen Daniel Bogner ab. Es sei einmal richtig angenehm gewesen, in einer Predigt eine Frauenstimme zu hören, was den St. Wendeler Pastor Klaus Leist am Weltfrauentag gefreut hat.