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Wallfahrt: Fahnenzug und ein wundervoller Wendelin

Wallfahrt : Fahnenzug und ein wundervoller Wendelin

Zwischen Tradition und Moderne: Samstag wurde der Tag der Bergleute und ein Musical über das Leben Wendelins in der Basilika gefeiert.

Das Saarland hat eine bewegte Bergbauvergangenheit. 2012 war Schicht im Schacht. Seitdem erinnern stumme Zeugen wie das Saarpolygon an den Steinkohle-
bergbau im heimischen Revier. Wachgehalten wird das Andenken an das schwarze Herz der saarländischen Montanregion aber auch von vielen Bergmannsvereinen und Barbara-Bruderschaften. Auch die Wendelinus-Wallfahrt hat am Samstag mit dem Tag der Bergleute die Tradition gepflegt.

Mehr als 100 Bergleute aus den Saar-Vereinen, gekleidet in den Uniformen ihres Berufsstandes, marschierten mit Fahnen in einem Festzug durchs Kirchenschiff in die Basilika ein. Symbolisch stellten sie die leuchtenden Grubenlampen auf dem Altar ab. Der St. Wendeler Pastor Klaus Leist zelebrierte den Gottesdienst., musikalisch mitgestaltet vom Kirchenchor Marpingen.

An diesem Samstag hat die Wallfahrt zudem den Sprung von der Folklore in die Moderne vollzogen. Ebenso voll besetzt wie am Morgen war die Basilika zur Aufführung der musikalischen Geschichte „Ein Wunder-Die Lebensgeschichte des Heiligen Wendelin“ am Nachmittag. „Zur Jubiläums-Wallfahrt wollten wir auch einen Programmpunkt mit und für die jüngere Generation anbieten“, erklärte Pastor Leist. Er habe unbedingt ein Musical über das Leben Wendelins gewollt, was der Marpinger Musikerzieher Jürgen Brill dann umgesetzt habe (wir berichteten). Keltisch-irisch angehauchte Folkloreklänge ließen zur „Ouvertüre im Grünen“ die Grashalme in Wendelins iro-schottischer Heimat im Winde wehen. Das junge Ensemble der Musikschule im Landkreis St. Wendel (bestehend aus Mitgliedern der Formationen Teenie-Tus und Mini-Big-Band) blökte wie eine große Schafherde: „Määäh“.

Zwei Erzähl-Ebenen füllten dazu die Legende Wendelins mit Leben. Eingängige Streichermelodien dominierten auf Wendelins Pilgerreise und trugen den jugendlichen Wandermönch nach Rom und fast wieder zurück nach Irland. Aber er zweifelt noch: „Was soll ich tun, wo soll ich hin, was ist mein Sinn?“, sang Louise Zimmermann über einen jungen und noch wankelmütigen Wendelin.

Feierlicher Einzug mit Fahnen in die Basilika: Innerhalb der St. Wendeler Wallfahrt wurde am Samstag der Tag der Bergleute zelebriert. Foto: B&K/Bonenberger/

Im St. Wendeler Land nimmt er den Job eines Schafhirten an. „Dort hab ich das Gefühl, dass ich hier bleiben muss, das ist es, was man eine Heimat nennt“, lautete der Refrain des Liedes. Später steigt er zum Abt von Tholey auf. Dass Wendelin ohne Papst einfach vom Volk zum Heiligen erhoben wird, huldigte das Duett Louise Zimmermann und Jacob Brill im Titelsong „Wunder ist, wenn jemand aufsteht und sich selbst beim Namen nennt“. Ein Schafhirte der Extraklasse hat eine steile Karriere hingelegt. Tosender Applaus in der Basilika.