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Fachkundige Kolleginnen nähen für alle Beschäftigten des Landkreises Masken

Corona-Krise : Kollegen nähen für alle Beschäftigten Masken

15 Mitarbeiterinnen versorgen das St. Wendeler Landratsamt mit selbstgenähtem Mundschutz.

Seit dem 27. April gilt im Saarland beim Einkaufen oder im ÖPNV die Maskenpflicht. Die jüngste Rechtsverordnung des Landes empfiehlt zudem das Tragen eines Mund-Nasenschutzes in der Öffentlichkeit. Wie überall im Land haben auch im Landkreis St. Wendel viele Ehrenamtliche Mund-Nasenschutzmasken für ihre Mitbürger genäht.

Mehr als  400 Mitarbeiter hat die Verwaltung des Landkreises St. Wendel – und für diese nähen jetzt ihre  Kollegen Masken. „Die Corona-Lage im Landkreis St. Wendel ist momentan entspannt und stabil“, sagt Landrat Udo Recktenwald (CDU). „Vor allem, weil sich die große Mehrzahl unserer  Bürger an die Abstands- und Hygienevorschriften hält, Masken trägt. Wichtige Bausteine, um Infektionsketten zu unterbrechen.“

Ein Mund-Nasenschutz dient vor allem dem Schutz der Mitmenschen: So werden Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten oder Niesen ausgestoßen werden, abgefangen. Recktenwald: „Auch in einer Verwaltung, in der täglich viele Menschen zusammenkommen, ist es daher sinnvoll, sich und andere zu schützen. Ich finde es bemerkenswert und lobenswert, dass Kollegen füreinander tätig werden. Das ist Teamgeist.“ Um auch alle Mitarbeiter mit Masken auszustatten, hat die Verwaltung intern einen Aufruf zum Maskennähen gestartet. „Bisher haben sich 15 Mitarbeiterinnen bereit erklärt, in ihrer Freizeit Masken anzufertigen – großartig! Vor allem, weil es einfacher klingt, als es am Ende ist“, sagt die Frauenbeauftragte des Landkreises, Ursula Weiland, die die Aktion koordiniert. So sei etwa der sichere Umgang mit einer Nähmaschine Pflicht.

Als Näh-Blaupause diene das so genannte Essener Modell, eine Maskenform, die durch die Stadt Essen bekannt wurde. Weiland: „Doch wir haben sie etwas abgeändert, Gummis statt Bänder, so das St. Wendeler Modell geschaffen.“

Rund 120 Meter Stoff stellt das Land zur Verfügung, ebenso die Gummis. Hinzu kommt noch das notwendige Schrägband. Der Stoff wird zunächst zugeschnitten: Aus einem Meter lassen sich 15 Masken herstellen. „Zwischen zwei und zehn Masken können unsere Mitarbeiterinnen pro Stunde nähen – je nach Geschick und Geduld“, sagt Weiland. „Unser Ziel: 1000 Stück! Sodass jeder Mitarbeiter mindestens zwei Masken erhält.“