"Es gibt kein schlechtes Wetter"

St. Wendel. Was begeistert diese Leute so am Schwimmen im Freien, dass sie das kalte Wetter überhaupt nicht stört? Ursula Meyer (Fotos: Thewes) aus Oberlinxweiler, 48 Jahre, gehört zu den Stammgästen des St. Wendeler Freibades. "Es gibt kein schlechtes Wetter", meint die begeisterte Schwimmerin, die jeden Tag ins Wasser geht

St. Wendel. Was begeistert diese Leute so am Schwimmen im Freien, dass sie das kalte Wetter überhaupt nicht stört? Ursula Meyer (Fotos: Thewes) aus Oberlinxweiler, 48 Jahre, gehört zu den Stammgästen des St. Wendeler Freibades. "Es gibt kein schlechtes Wetter", meint die begeisterte Schwimmerin, die jeden Tag ins Wasser geht. "Ich besuche Hallenbäder nicht gerne, weil mir dort die Natur fehlt. Außerdem ist in diesen Bädern das Wasser zu warm und die Becken sind kleiner als hier. Sie verbindet mit dem Schwimmen an der frischen Luft zum einen Sport zum anderen aber ebenso Entspannung und Wohlbefinden. "Im Übrigen ist das Personal hier sehr nett. Bei "schlechtem" Wetter hat man hier noch lange keine schlechte Laune", fügt Meyer hinzu. Selbst an Regentagen kämen immer mindestens 40 Leute über den Tag verteilt ins Freibad.Marcel Schweig aus Oberlinxweiler, einer der drei Mitarbeiter des Badebetriebs, arbeitet zwei Jahren in dem Freibad. "Die etwas ältern Badegäste, die etwa 60 oder 70 Jahre alt sind, kommen morgens schon um neun Uhr und bleiben ungefähr eine Stunde lang", berichtet Schweig. Die beiden Schwestern Sophie und Martina Zeyer aus St. Wendel, neun und 16 Jahre alt, gehören zu den wenigen Kindern und Jugendlichen, die sogar bei kühlen Temperaturen vormittags ins Feibad gehen. "Wir gehen jeden Tag mit der Familie schwimmen", berichtet Sophie. "Am liebsten schnorchele ich imWasser oder gehe auf die Rutsche". Ihre Schwester Martina meint: "An kühleren Tagen sind wenige Kinder und Jugendliche hier, die kommen erst, wenn wir Temperaturen von 30 Grad haben". Auf die Frage, ob es ihr nicht zu kalt sei, antwortet sie: "Nein, wenn man jeden Tag schwimmen geht, kommt einem die Temperatur gar nicht so niedrig vor." Doch früh übt sich, wer ein ausdauerneder Schwimmer werden will. Das weiß Marius Müller aus St. Wendel, 56 Jahre alt. Der Dozent an der Saarbrücker Universität besucht das Freibad seit seinem sechten Lebensjahr fast jeden Tag. Er bevorzuge es, vormittags oder am frühen Abend schwimmen zu gehen, weil dann nur wenig Leute da seien und man so besser Bahnen schwimmen könne. Dass bei den kühlen Temperaturen so wenige Kinder da sind, erklärt sich der Dozent damit: "Es gehen insgesamt weniger Kinder ins Freibad als noch vor etwa 20 Jahren. Heute verbringen Kinder und Jugendliche viel mehr Zeit vor dem Computer und chatten miteinander."Im Wassser wird man ohnehin nass, sagen die Stammgäste des St. Wendeler Freibades. Regen schreckt sie da nicht ab. Alle anderen Wasserfreunde warten auf die Sonne. Eine Abkühlung im Freibad ist dann jedenfalls kein Problem.