Erfolgreicher erster Lesesommer in St. Wendel geht zu Ende

Lesesommer : Mit Geschichten durch die Ferienzeit

Erster St. Wendeler Lesesommer endete mit einer Abschlussparty. Für die Kinder gab es Preise.

Zahlreiche Kinder springen aufgeregt auf den Bänken und wedeln mit ihren blauen Urkunden in der Hand. Als dann die Musik von „Peter und der Wolf“ erklingt, ist es plötzlich still im Museumssaal des Mia-Münster-Hauses in St.Wendel.

Mehr als 125 Kinder und Erwachsene sind gekommen, um die Abschlussparty des Lesesommers der Stadt- und Kreisbibliothek St. Wendel zu feiern. Das sind jedoch nicht alle Kinder, die in diesem Sommer fleißig gelesen haben. Insgesamt haben mehr als 170 Kinder an der Lesesommer-Aktion während der Ferien teilgenommen. Lesebegeisterte von der ersten bis zur fünften Klasse konnten sich verschiedene Medien wie Bücher, Hörbücher oder Comics in der Bücherei ausleihen. Diese wurden eigens dafür ausgewählt. „Wir haben etwa 198 neue Medien extra für den Lesesommer angeschafft“, berichtet Zawhea Totin stolz. Sie ist in der Bibliothek für die Kinder- und Jugendbücher zuständig und wusste deshalb genau, was gerne gelesen wird und somit neu angeschafft werden musste. „Am beliebtesten sind lustige Taschenbücher, die Bücher von Liliane Susewind und die Drei Fragezeichen Kids, die etwas harmloser sind, als die normalen Drei Fragezeichen. Sobald die Bücher etwas dicker sind, ist Fantasy das beliebteste Genre“, erklärt Totin.

Auch die achtjährige Lia erzählt, dass die „Drei Fragezeichen“ ihre Lieblingsbücher sind. Im Lesesommer hat sie drei Geschichten der Reihe gelesen und konnte somit drei Fragebögen ausfüllen, für die sie jeweils ein Los bekommen hat. Diese Lose landeten im Topf für die große Preisverleihung während der Abschlussparty. Die Höchstzahl der gelesenen Bücher liegt bei 13. So ist es nicht verwunderlich, dass manche Kinder bei den insgesamt 63 Preisen gleich mehrmals abräumen. Freudestrahlend tragen die Gewinner Kletter-, Eis-, Bücher-, oder Kinogutscheine, Wasserpistolen und Brettspiele sowie viele andere Preise von der Bühne.

Doch im Vordergrund stand bei der Aktion der Stadt- und Kreisbibliothek nicht die Verlosung. Energisch appelliert der Leiter der Bibliothek, Uwe Hippchen, an die Eltern und Großeltern: „Lest den Kindern vor.“ Und auch die Kinder hält er dazu an, am Ball zu bleiben und weiterhin fleißig zu lesen. Oberstes Ziel der Aktion sei nämlich die Förderung der jungen Leser. Um dies umsetzen zu können, wurde die Bibliothek von zahlreichen Sponsoren sowie dem Ministerium für Bildung und Kultur unterstützt.

In St. Wendel war dies der erste Lesesommer, deutschlandweit gibt es die Aktion jedoch schon länger. Warum das so ist, hat seinen Grund. „Das Saarland ist das einzige Bundesland, das keine Fachstelle für Bibliotheken hat“, erklärt Hippchen, „Diese Fachstelle unterstützt in den anderen Bundesländern die Bibliotheken bei solchen Aktionen, wie dem Lesesommer. Die saarländischen Bibliotheken sind jedoch auf sich allein gestellt.“

Vor drei Jahren wurde die Idee des Lesesommers bereits unter den Leitern der saarländischen Bibliotheken diskutiert, so Hippchen, sodass es vor zwei Jahren den ersten Lesesommer in einer saarländischen Bibliothek gab. Während Bibliotheken wie in Homburg viel Unterstützung von Ehrenamtlichen erhielten, stelle St. Wendel die Aktion mit dem Bibliothekspersonal auf die Beine. „Es ist schon viel Arbeit, aber es lohnt sich. Es ist eine tolle Aktion, die Resonanz ist da, und die Kinder sind begeistert“, sagt Hippchen und ist sich sicher, dass es auch im nächsten Jahr einen Lesesommer geben wird. Die Begeisterung der Kinder ist jedenfalls spürbar. Ein laut „Ja“ hallt durch den Saal, als sie gefragt werden, ob sie nächstes Jahr wieder am Lesesommer teilnehmen möchten.

Levi (7 Jahre) freut sich über seine Belohnung fürs fleißige Lesen. Foto: Marie-Christine Barra

Neben der Preisverleihung bietet noch die Zauberin Lucie Kuhn eine lustige Show für Groß und Klein, und zum Abschluss dürfen sich Kinder und Eltern über kostenloses Eis freuen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung