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St. Wendel. 500 Einladungskarten waren im Jahre 1909 an ehemalige Winterschüler verschickt worden. 75 von ihnen kamen in das Hotel Riotte am Bahnhof und gründeten unter Leitung des Schuldirektors Weinberg den "Verein ehemaliger Schüler der landwirtschaftlichen Winterschule St. Wendel". Zu diesem Zeitpunkt existierte die Schule bereits 40 Jahre

St. Wendel. 500 Einladungskarten waren im Jahre 1909 an ehemalige Winterschüler verschickt worden. 75 von ihnen kamen in das Hotel Riotte am Bahnhof und gründeten unter Leitung des Schuldirektors Weinberg den "Verein ehemaliger Schüler der landwirtschaftlichen Winterschule St. Wendel". Zu diesem Zeitpunkt existierte die Schule bereits 40 Jahre. Sie war auf Betreiben der Stadtväter im Jahre 1869 gegründet worden.Die Gründer des Vereins hatten schon vor 100 Jahren erkannt, dass in einem Beruf wie dem des Landwirts ein ständiges Lernen, ein intensiver Erfahrungsaustausch und das Gefühl der Zusammengehörigkeit wichtige Voraussetzungen für eine gedeihliche Entwicklung im Agrarbereich sind. Die Zusammensetzung des ersten Vorstandes zeigte auch, wie die Schule die Grundlagen für ganz unterschiedliche Berufe legen konnte. Dem Vorstand gehörten außer zwei Landwirten ein Buchhalter, ein Gärtner, ein Möbelhändler, ein Fleischbeschauer und ein Kaufmann an. Vom Tag der Gründung an waren die Inhalte des Vereinslebens festgeschrieben: fachliche Weiterbildung durch Vorträge, Erfahrungsaustausch durch Besichtigungen, Pflege der Gemeinschaft und der Geselligkeit sowie die Präsentation nach außen durch einen regelmäßigen Ball. An diesen Zielen hat sich bis heute nichts geändert. Zu den in der neu herausgekommenen Festschrift aufgeführten bedeutenden Ereignissen zählt auch, dass 1932 erstmals junge Damen dem Verein beitreten konnten, nachdem die Winterschule 1927 eine Mädchenabteilung gegründet hatte. 1971 nannte er sich in "Verein Landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen (VFL)" um und hatte zu dieser Zeit 280 Mitglieder aus den Landkreisen St. Wendel und Ottweiler. Während den beiden Weltkriegen ruhte die Vereinstätigkeit. 1920 und 1948 kam es nach den Kriegshandlungen wieder zum Neubeginn. Diese Treffen bescherten dem Verein in den folgenden Jahren wieder eine steile Aufwärtsentwicklung. Brauchtum pflegenDie "Ehemaligen" wurden seit der Gründung ihres Vereins von folgenden Vorsitzenden geleitet: Karl Josten aus Merchweiler ab 1909, Hermann Schneider aus Niederlinxweiler ab 1932, Anton Maier aus Selbach ab 1964, Arnold Müller aus Gronig ab 1971, Wendelin Laub aus Urweiler ab 1980 und Hans-Peter Thul aus St. Wendel ab 1992. Seit 2001 ist Rudolf Marx aus Urweiler Vereinspräsident. Er sagte im Gespräch mit der SZ: "Es wird immer schwieriger, die Zahl der Mitglieder zu halten. Heute sind es noch 230. Das hängt mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zusammen, besonders im Agrarbereich." Umso wichtiger sei es heute, so Marx, eine enge Verbindung zwischen der Schule und ihren früheren Schülern zu pflegen. Dazu zählen auch Fortbildungsveranstaltungen, die den Mitgliedern zwischen November und Februar angeboten werden. Der Winterball ist, wie schon seit vielen Jahren, noch immer ein gesellschaftliches Ereignis. Der Verein pflegt aber auch das bäuerliche Brauchtum und beteiligt sich regelmäßig an entsprechenden Veranstaltungen. Auf dem Ur-Laubs-Hof in Urweiler feiern die "Ehemaligen" am Samstag, 27. Juni, das 100-Jährige und haben dazu auch ihre früheren Lehrer eingeladen. gtr

Auf einen BlickVorstand des Vereins Landwirtschaftlicher Fachabsolventen St. Wendel: Vorsitzender Rudolf Marx (Urweiler), Stellvertreter Johann Eckert (Bubach-Calmesweiler), Geschäftsführer Klaus Christian (Lebach), Schriftführerin Anke Gisch (Asweiler), Kassierer Klaus Laub (Urweiler), Beisitzer Josef Feld (Bliesen), Hans Rose (Mainzweiler), Dieter Winterhoff (Marth), Angelika Krüger (Eitzweiler), Vertreterin der Landjugend Heike Bossert (Asweiler), Vertreterin der Landfrauen St. Wendel Christel Pauly (Namborn), Vertreterin der Landfrauen Ottweiler Wiltrud Daum (Mainzweiler). gtr