Einheitliche Kleidung bei der Feuerwehr im Landkreis St. Wendel

Landkreis St. Wendel : Ein neuer Kleider-Katalog für die Feuerwehr

Arbeitsgruppe „Interkommunale Zusammenarbeit“ überlegt, wie der Alltag in den Wehren einfacher werden kann.

Neue Kleider für die Feuerwehr. Wenn es ums Äußere geht, dann wird künftig nicht mehr lange disktuiert, welche Jacke, welcher Helm oder welches Hemd gekauft wird. Denn ab sofort gibt es einen Katalog, der bindend für alle Feuerwehren im Landkreis St. Wendel ist. Das ist das erste Ergebnis einer Arbeitsgruppe zum Thema „Interkommunale Zusammenarbeit in der Feuerwehr“, die sich im Januar 2017 konstituiert hat. Mit dem Ziel, die Organisation und die Dienstleistungen zu vereinfachen. Die Ehrenamtlichen sollen dabei entlastet werden. Nicht, was die Einsätze angeht. Vielmehr geht es um Verwaltung, um Beschaffung, Reinigung oder Ausbildung.

Bisher gab es zehn Sitzungen der Arbeitsgruppe, sagt deren Vorsitzender Bernd Becker.  Der Nohfelder Gemeindewehrführer Thomas Laubenthal erklärt gegenüber der Saarbrücker Zeitung, was bisher geleistet wurde. Zunächst ging es um die Bestandsaufnahme. Der Ist-Stand in den einzelnen Löschbezirken wurde abgefragt.  Die Auswertung ergab, dass in vier Bereichen eine Zusammenarbeit gewünscht sei. So bei der Vereinheitlichung und Beschaffung der Dienst- und Einsatzkleidung, bei der Standardisierung des Atemschutzes, bei der Prüfung und Wartung von Geräten und Ausrüstungsgegenständen sowie bei der gemeinsamen Beschaffung von Geräten. Durch das Zusammenlegen soll wertvolle Zeit der Ehrenamtlichen gespart werden. Laubenthal zeigt  den Bedarf am Beispiel Ausbildung auf: „Seit 2010 ist  in der Gemeinde Nohfelden die Stundenzahl um 60 Prozent gestiegen.“ Das sehe in den anderen Gemeinden ähnlich aus.

Das dringendste Thema für die Wehrleute war die vereinheitlichte Kleidung. Bisher beschaffe jede Gemeinde nach Bedarf ihre Kleidung für die Feuerwehr.  Innerhalb einer gewissen Kleiderordnung entschied jede Kommune selbst, welche Ausstattung sie kaufte. „Alleine bei Schutzhelmen gibt es sechs bis sieben verschiedene Ausführungen“, so Brandinspekteur Dirk Schäfer. Bei Hosen, Jacken und Hemden sei die Situation ähnlich.  Nun gibt es als erstes Resultat einen Katalog, der genau festlegt, was die Feuerwehrleute zu tragen haben. Egal ob  Jacken, Blusen, Krawatten oder Schnürstiefel – für alles gibt es nun ein festgelegtes Produkt.

Das spart nun Zeit. Unnötige Diskussionen, welche Jacke, Hose oder welcher Gürtel denn schöner oder zweckmäßiger sei, fallen weg. Die neue Regelung spare aber auch Geld. Viel Geld. Laubenthal verdeutlicht die Dimension: Gerade erst sei über den Landkreis eine Ausschreibung für die kommenden drei Jahre gelaufen. Dabei konnten die Gemeinden ihren jeweiligen Bedarf anmelden. Der Gesamtwert der Ausschreibung betrage laut Laubenthal 450 000 Euro. Gegenüber der Einzelbestellung seien dabei 20 Prozent eingespart worden. „Das ist ein Riesenbrocken“, so der Gemeindewehrführer.

Schäfer freut sich darüber hinaus über einen weiteren Aspekt: „Das Gute ist: Alle Gemeinden machen mit.“ Damit  treten in naher Zukunft auch alle Wehrleute gleich auf. „Keiner fühlt sich als Feuerwehr-Mitglied erster oder zweiter Klasse“, so Schäfer. Bisher habe das schon mal vorkommen können. Weil eben nicht jede Gemeinde gleichwertige Kleidung bestellte. „Es hat ja jeder gemacht, was er will“, so Hermann Josef Schmidt (CDU). Und Nonnweilers Bürgermeister Franz-Josef Barth (parteilos) fügt hinzu: „Die Regelung bringt Vorteile für die Wehren und für uns Bürgermeister – die ganze Diskussion hat sich mit diesem Katalog auf einmal erledigt.“

Die Dienstkleidung ist aber nur ein Schwerpunkt der Arbeitsgruppe. Nach und nach werden die anderen Punkte abgearbeitet. Schmidt fasst es so zusammen: „Wir überlegen, wie man die Zusammenarbeit im täglichen Ablauf intensivieren kann.“  Barth nennt ein Beispiel: „Die Dokumentationspflicht ufert aus. Die Ehrenamtlichen sind überlastet. Dokumentation, das ist nicht der Grund, warum die meisten in die Feuerwehr gegangen sind.“ „Aufgaben bündeln“, heißt laut Dirk Schäfer die Devise. Dabei soll überprüft werden, welche Wehr was leisten kann. Wer bereits welche Ausrüstung oder den Platz hat, um eine Sache zu übernehmen. „Es muss  nicht jeder alles machen“, so Schäfer. Wartung von Pumpen und Schläuchen oder die Ausbildung, das sind nur zwei Beispiele, die an einem Standort zentralisiert werden können. Angedacht sind acht dezentrale Kompetenzzentren in den Gemeinden sowie eine Zentrale. „Damit soll das Ehrenamt entlastet und gleichzeitig die Qualität gesteigert werden“, so Becker.

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