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Eine Heimat für Sänger und Fußballer

Eine Heimat für Sänger und Fußballer

Urweiler. Dem ersten Lageplan aus dem Jahre 1843 ist zu entnehmen, dass damals in dem Gebäude, das heute das Gasthaus Rammacher ist, die Familien Michel Vollmann und Mathias Oswald wohnten. Gut 90 Jahre später ist in einem Adressbuch für den Kreis St. Wendel als Bewohner ein Peter Bläs mit dem Beruf Gastwirt eingetragen. Hier wurde 1913 der heutige Sport- und Turnverein Urweiler gegründet

Urweiler. Dem ersten Lageplan aus dem Jahre 1843 ist zu entnehmen, dass damals in dem Gebäude, das heute das Gasthaus Rammacher ist, die Familien Michel Vollmann und Mathias Oswald wohnten. Gut 90 Jahre später ist in einem Adressbuch für den Kreis St. Wendel als Bewohner ein Peter Bläs mit dem Beruf Gastwirt eingetragen. Hier wurde 1913 der heutige Sport- und Turnverein Urweiler gegründet. Über Jahrzehnte fand auch der Musikverein im Nebensaal einen geeigneten Proberaum, in den neunziger Jahren aber wechselten die Musiker in das heutige Kulturzentrum Krone. Zwei Mal wurde in der Woche geprobt, erinnert sich ein älterer Musiker, immer am Mittwochabend und Sonntagmorgen. Meist wurde die Sonntagprobe dabei zeitlich überzogen, so dass die verbliebenen Musiker zum nahen Sportplatz gingen, um danach zusammen mit den Fußballern wieder das Vereinslokal aufzusuchen. Hier wurde dann meist bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Ein Dorfbewohner erinnert sich noch an einen Streich in der Hexennacht Ende der achtziger Jahre. "Mit Beginn der Dunkelheit zog vermutlich die damalige Straußjugend mit einem Mistwagen zum Gasthaus Rammacher, um im Schutze der Dunkelheit den vierrädrigen Holzwagen auf das Dach des Nebensälchens zu hieven. Damit nicht genug, mit Schubkarren wurde von den gegenüber liegenden Bauernhöfen Mist beigekarrt und auf den auf dem Dach stehenden Wagen geladen." Am nächsten Morgen staunten die Kirchgänger nicht schlecht, und auch den Wirtsleuten sowie den Bauern fehlten sichtlich die Worte über diesen gelungenen Streich. In dem heute neu renovierten Gebäude befinden sich neben der Gaststätte die rund 60 Personen Platz bietet und dem Nebensaal (50 Personen) auch zwei rustikal ausgestattete Fremdenzimmer. Das Gasthaus ist seit nunmehr über 50 Jahren im Familienbesitz. Von 1959 bis 1995 waren der Maschinist Wendel Rammacher und Frau Marga geb. Petry verantwortlich, ehe der Sohn Hans zusammen mit Frau Monika und Schwester Marianne Scherer geb. Rammacher die Geschäfte übernahmen. Noch heute treffen sich hier die Bundesliga-Fans um Fußball am Großbildschirm zu verfolgen. Geöffnet ist dabei von Dienstag bis Sonntag von 16 bis 24 Uhr. dgr