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Eine Bank fürs St. Wendeler Land

Eine Bank fürs St. Wendeler Land

Wenn die Vertreterversammlungen dem Vorschlag ihrer Vorstände folgen, dann entsteht im St. Wendeler Land in den kommenden Wochen ein kreisweit aktives Kreditinstitut: „Unsere Volksbank St. Wendeler Land“. Die Vorbereitungen für die Fusion der Volksbank Nahe-Schaumberg und der St. Wendeler Volksbank gehen in die Endphase.

"Der Fusionsvertrag ist notariell beurkundet, vorbehaltlich der Zustimmung der Vertreterversammlungen", sagt Bernd Kühn, Vorstand der St. Wendeler Volksbank. Gemeinsam mit Gerd Linn und Lothar Dewes, den Vorständen der Volksbank Nahe-Schaumberg, berichtet er im SZ-Gespräch über den aktuellen Stand der Verschmelzung und das Geschäftsjahr 2014 beider Banken.

Stimmen die Vertreterversammlungen der Fusion zu, dann erfolgt diese rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres. Mit der Verschmelzung entsteht eine genossenschaftliche Regionalbank, die den gesamten Landkreis betreut. Diese hat dann eine Bilanzsumme von mehr als 700 Millionen Euro , 18 Geschäftsstellen, 51 636 Kunden, 17 000 Anteilseigner und 207 Mitarbeiter.

Für Bernd Kühn zeigen diese Zahlen: "Wir machen keine Fusion aus der Not heraus." Beide Banken versprechen sich durch die größere Einheit Vorteile. Gerd Linn: "Im Mittelpunkt stehen die steigenden Kundenanforderungen an eine moderne Bank. Gemeinsam wird es uns leichter fallen, das zu bewahren, weiterzuentwickeln und technische Innovationen zügig umzusetzen."

Keine Sorgen müssen sich nach Angaben der beiden Vorstände die Mitarbeiter wegen der Fusion machen "Es ist in keinster Weise daran gedacht, wegen der Fusion Personal abzubauen", betont Bernd Kühn. "Mit der Region, in der Region und für die Region." Darin sieht Lothar Dewes die Stärke des neuen Kreditinstitutes.

Vorstandsmitglieder der neuen Bank sollen Gerd Linn, Stefan Kochems und Bernd Kühn werden. Das bisherige Vorstandsmitglied der Volksbank Nahe-Schaumberg, Lothar Dewes, wechselt in den Vorruhestand.

Die Vertreter der Volksbank Nahe-Schaumberg beschließen über die Fusion am 29. Mai, die der St. Wendeler Volksbank am 24. Juni. Zuvor gibt es auf je zwei Regionalkonferenzen umfangreiche Informationen für die Vertreter. Diese Info-Abende sind für die Volksbank Nahe-Schaumberg am 4. Mai in Theley und am 7. Mai in Nohfelden, für die St. Wendeler Volksbank am 11. Mai in St. Wendel und am 12. Mai in Tholey.

Die so genannte technische Fusion, also die Zusammenführung der Buchungssysteme beider Häuser, ist für den September geplant. Ab diesem Tag gibt es dann eine Bankleitzahl für "Unsere Volksbank St. Wendeler Land". Für die Kunden der St. Wendeler Volksbank ändern sich die Kontodaten nicht, die der Volksbank Nahe-Schaumberg erhalten eine neue Bankleitzahl und zum Teil neue Kontonummern. Dass der größte Ertragstreiber Zins unter Druck geraten ist, das haben die St. Wendeler Volksbank und die Volksbank Nahe-Schaumberg im Geschäftsjahr 2014 deutlich gemerkt. Trotzdem sind die Vorstände beider Banken mit dem Geschäftsjahr zufrieden. Den Rückgang habe man auffangen können, sagt Bernd Kühn von der St. Wendeler Bank. Die Vorstände beider Kreditinstitute gaben einen Überblick über 2014, wohl zum letzten Mal für beide Unternehmen getrennt.

"Unsere Mitglieder und Kunden haben angesichts des niedrigen Zinsniveaus in die eigene Firma oder die eigenen vier Wände investiert", analysiert Kühn. Das positive Konsumklima bei beiden Kreditgenossenschaften habe zu einem Anstieg der Kundenkredite geführt. Die St. Wendeler Volksbank verzeichnete hier ein Wachstum um 9,3 Millionen Euro , oder 2,6 Prozent, auf 366 Millionen Euro . Bei der Volksbank Nahe-Schaumberg stiegen die Kredite um vier Millionen Euro , oder 3,5 Prozent, auf 118 Millionen Euro . "Diese Zuwächse schlagen sich sowohl bei den privaten, als auch den gewerblichen Krediten nieder", sagt Gerd Linn, Vorstandsmitglied der Volksbank Nahe-Schaumberg.

Als Folge dieser Investitionsneigung der Bankkunden seien die Kundeneinlagen bei der St. Wendeler Volksbank moderat um 3,3 Millionen Euro , oder 0,7 Prozent, auf 419 Millionen Euro angestiegen. Die Einlagen der Kunden bei der Volksbank Nahe-Schaumberg stiegen um vier Millionen Euro , oder 3,7 Prozent, auf 113 Millionen Euro .

Trotz des Niedrigzinsniveaus sind die Vorstände mit der Ertragslage beider Kreditinstitute zufrieden. So erzielte die St. Wendeler Volksbank ein Betriebsergebnis von fünf Millionen Euro , die Volksbank Nahe-Schaumberg von 1,2 Millionen Euro . Dank des Vermittlungsgeschäftes mit den genossenschaftlichen Verbundpartnern stiegen die insgesamt durch beide Banken betreuten Kundenvolumen. So verbuchte die St. Wendeler Volksbank einen Anstieg um 31 Millionen Euro , oder 2,8 Prozent, auf 1131 Millionen Euro . Bei der Volksbank Nahe-Schaumberg erhöhte sich das betreute Kundenvolumen um neun Millionen Euro , oder drei Prozent, auf 314 Millionen Euro .

Zum Thema:

Auf einen BlickDas Jahresergebnis 2014 beider Banken: Volksbank Nahe-Schaumberg: Bilanzsumme: 156 Millionen Euro , betreutes Kundenvolumen: 314 Millionen Euro (+ 3,0 %) Kundeneinlagen: 113 Millionen Euro (+ 3,6 %) Kundenforderungen: 118 Millionen Euro (+ 3,5 %), Betriebsergebnis (nach Bewertung): 1,2 Millionen Euro .St. Wendeler Volksbank: Bilanzsumme: 548 Millionen Euro , betreutes Kundenvolumen: 1131 Millionen Euro (+ 2,8 %), Kundeneinlagen: 419 Millionen Euro (+ 0,7 %), Kundenforderungen: 366 Millionen Euro (+ 2,6 %), Betriebsergebnis (nach Bewertung): 5,0 Millionen Euro . red