Modellbaubörse: Ein Mekka für alle Eisenbahnliebhaber

Modellbaubörse : Ein Mekka für alle Eisenbahnliebhaber

In Bliesen ließ eine Börse die Bastlerherzen höher schlagen. Bereits am kommenden Samstag treffen sich die Modellbau-Fans wieder.

(car) Hier fährt ein Zug durch eine malerische Landschaft, dort ein Güterwagen durch bewohntes Gebiet oder gar durch den verschneiten Schwarzwald. Das bringt vor allem Männeraugen zum Leuchten und zieht insgesamt 532 Besucher in die Sport- und Kulturhalle in Bliesen. Dort veranstalten die Modellbahnfreunde Bliesen ihre 30. Modellbahn- und Spielzeugbörse.

Elf Aussteller und Händler aus dem gesamten Saarland und Rheinland-Pfalz verwandeln mit ihren Zügen, Loks, Schienen und allerlei technischen Kleinteilen die Halle in ein Mekka für Eisenbahnliebhaber. Diese kommen auch wie gerufen, so dass Thomas Kriebs, Vorsitzender der Modellbahnfreunde, sich zufrieden zeigt mit dem Betrieb, der den ganzen Tag über herrschte. Das urteilen auch die Verkäufer, wie Otto Walter Martin aus Homburg. „Ich verkaufe hier Querbeet, weil ich meine Sammlung umgestellt habe und teilweise aufgelöst habe“, erklärt er. Mit über 1000 Artikeln hauptsächlich von Märklin ist Gerd Ricke aus St. Ingbert angereist. „Ich bin zufrieden heute, aber man merkt, dass das Interesse nicht mehr ganz so groß ist wie früher“, relativiert er die Begeisterung.

Da auch gebrauchte Spielzeuge angeboten werden in der Halle, sind auch viele Familien mit Kindern den Rufen der Loks gefolgt. „Die Ausstellung haben wir uns besonders für die Kinder überlegt, damit die auch was laufen sehen können“, kommentiert Kriebs. So herrscht auch großes Interesse am Nachbau der Ostertalbahn im Maßstab 1:32. Zwei weitere Züge sind Unikate, die aus Schrott und Plastik gebaut wurden. So finden sich Einschraubsicherungen oder Tablettenröhrchen wieder als Bauteile einer Lok. „Alles, was so aussieht wie das, was es sein soll, wurde hier verbaut“, erklärt Jürgen Mühlhoff fasziniert die kreative Recyclingmethode. Doris und Otto Gisch aus Hirstein ziehen die Blicke auf sich mit ihrer zwei Meter langen Dioramen-Anlage, an der sie gemeinsam basteln. Während er für das Grobe verantwortlich ist, malt Frau Gisch in filigraner Handarbeit Figuren. Entstanden dabei sind eine gewerbliche Idylle, die Burg Hierstein, ein Keltenpark und ein Römermuseum mit Ausgrabungen. Mit seinen 17 Jahren ist Julian Pfaff aus Hofeld der jüngste Aussteller. Seine Anlage im Maßstab 1:160 passt in einen Koffer, den er in Arbeitslehre in der Schule gefertigt hat. „Daheim bastele ich an meinen eigenen Anlagen, im Verein arbeiten wir gemeinsam an der Vereinsbahn“, erzählt er.

Hier ist eine ruhige Hand unbedingt erforderlich: Doris Gisch beim Bemalen einer Figur. Foto: Carmen Gerecht

Was die Faszination des Modellbaus ausmache sei die Vielseitigkeit. „Wir arbeiten im Bereich des Metall- und Holzbaus, der Elektronik und Digitalisierung und natürlich auch in der Landschaftsgestaltung. Dabei kann man gut entspannen“, klärt Kriebs auf.