Jazz-Festiavl: Ein Mäusical zeigt Käse in New York

Jazz-Festiavl : Ein Mäusical zeigt Käse in New York

Außergewöhnliches Familien-Musical im Saalbau soll großen und kleinen Zuhörern die Welt des Jazz eröffnen.

„Es ist zwar traditioneller Jazz, aber die Kinder fahren da voll drauf ab“, sagt Ernst Urmnetzer, Leiter des St. Wendeler Jazzfestivals. Was da so richtig gut ankommt, nennt sich „Jazz for Kids“ und ist seit Jahren fester Bestandteil von WND-Jazz – genau gesagt seit sechs Jahren, und am kommenden Sonntag geht es in eine neue Runde. Als Band konnte wieder das Panama-Ensemble gewonnen werden. Es ist das fünfte Mal, dass die aus neun Musikern und Sängern bestehende Gruppe im Saalbau aufschlägt. „Es war uns vom Jazzförderkreis ein Anliegen, in St. Wendel ein junges Publikum heranzuziehen, und je eher man damit beginnt, umso besser“, erklärt Urmetzer.

Es sei allerdings immer wieder sehr schwer, gute Künstler zu bekommen, die tatsächlich in der Lage sind, Jazz-Musik so zu präsentieren, dass sie Kinder auch wirklich anspricht. Mit dem Panama-Ensemble aus München habe man seinerzeit allerdings einen echten Treffer gelandet. „Und inzwischen hat sich da so etwas wie eine feste Beziehung entwickelt, die machen hervorragende Produktionen“, schwärmt Urmetzer. „Bei denen stimmt einfach alles, handwerklich und vom Anspruch her. Die Kinder werden einbezogen, können mitmachen, mitsingen, mitklatschen oder tanzen und haben wirklich ihren Spaß dabei“, wirbt der pensionierte Musikpädagoge.

Wie man sich den Auftritt vorstellen kann? Es gehe so bisschen in Richtung Musical, erklärt Urmetzer, „es ist schon konzertant, aber mit einem Erzähler“. Dabei handele es sich um einen klassischen Rundfunksprecher, der das sehr gut vorträgt. Was das Panama-Ensemble am Sonntag ab 11 Uhr auf die Bühne des Saalbaus bringe, sei „die lange ersehnte Fortsetzung“ der Geschichte um die Mäuse-Band Pecorinos. „Die Band hat eigens für uns draufgehalten“, berichtet der Leiter von WND-Jazz, „dass die Geschichte pünktlich zum Jazz-Festival fertig wird. Und sie hat es geschafft. Daher dürfen sich die St. Wendeler auf eine echte Uraufführung freuen.“

Kurz zum Inhalt: Wieder einmal ist Inspektor Maus auf der Suche nach einem Käsedieb. Der Verdacht fällt auf die Mäuse-Band Pecorinos, die darum vom Mäuse-Kommissar von einem zum andern Ende der Welt verfolgt wird. Ihre Flucht führt die Mäuse-Combo durch viele Länder. Dabei kommen sie mit den unterschiedlichsten Klängen und Musikstilen in Berührung. Auf Kuba begegnen sie der Fidelmaus, in New York treffen sie den Erfinder des Jazz. Am Ende erweist sich dann ihre Unschuld, was die Pecorinos gemeinsam mit Henk Spinata bei einem denkwürdigen Konzert in New York ausgiebig feiern. „Das ist auch das Ende der Geschichte, danach geht es nicht mehr weiter.“ Auch dieses Kapitel der Geschichte werde demnächst als Buch erscheinen, mit beigelegter CD.

So voll war es 2012 bei Jazz For Kids im St. Wendeler Saalbau. Festivalleiter Ernst Urmetzer hofft, dass in diesem Jahr ähnlich viele den Weg zu Jazz for Kids finden. Foto: B & K/Franz Rudolf Klos

Das Konzert sei zwar speziell für Kinder konzipiert, spreche aber durchaus auch Erwachsene an, weiß Urmetzer aus eigener Erfahrung zu berichten. Darum sei Jazz for Kids ein Spaß für die ganze Familie. „Wir bewerben das an allen Kindergärten und Grundschulen im Landkreis“, berichtet Urmetzer. Und nicht nur das: „Für Kinder aus bedürftigen Familien werden über die Lebenshilfe und die Stiftung Hospital Freikarten vermittelt“. Ansonsten zahle eine Familie, „also Eltern plus Kinder, so viele sie haben, zwölf Euro“.