Rallye: Ein langgehegter Traum geht in Erfüllung

Rallye : Ein langgehegter Traum geht in Erfüllung

Die Sensation ist perfekt: Marijan Griebel wird mit einem so genannten World-Rally-Car an der Deutschland-Rallye teilnehmen. Für Deutschlands schnellsten Polizeioberkommissar ist das eine riesige Herausforderung und Chance.

Es ist wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen. Und auch Marijan Griebel selbst kann sein Glück noch gar nicht richtig fassen. Der 29-Jährige aus Hahnweiler, direkt an der saarländisch-pfälzischen Grenze, wird bei der Deutschland-Rallye vom 17. bis 19. August rund um St. Wendel mit einem Citroën DS3 WRC an den Start gehen. „Das macht mich irgendwie noch immer sprachlos. Damit geht für mich ein lang gehegter Traum in Erfüllung“, freut sich Griebel auf seinen Auftritt auf der ganz großen Bühne des Rallyesports. Mit einem Auto der Top-Kategorie.

Denn: Sebastien Loeb war 2011 und 2012 in einem DS3 sogar Weltmeister geworden. Derzeit fahren die Citroën-Piloten in der WM zwar ein wenig hinterher, für Griebel ist das aber egal: „Beim deutschen Weltmeisterschaftslauf, der direkt in meiner Heimat stattfindet, mit einem World-Rally-Car an den Start zu gehen, ist eine grandiose Sache für mich.“

Vor einigen Tagen konnte der Polizist erstmals Bekanntschaft mit dem französischen Allradboliden schließen – und das überaus erfolgreich. Nach einer souveränen Vorstellung gewann er die Rallye Luxemburg – und überzeugte dabei seine Partner, auch die Deutschland-Rallye gemeinsam anzugehen.

„Ich bin in Luxemburg super mit dem Citroën zurechtgekommen und habe viel über das Fahrzeug gelernt. Dabei half es natürlich, dass die Chemie zwischen mir und dem Einsatzteam PH-Sport stimmte“, erklärt Griebel. „Bereits wenige Minuten nach der Zieldurchfahrt wurden erste Gespräche geführt, um einen weiteren Einsatz zu realisieren.“ Schnell reifte der Entschluss, die Deutschland-Rallye in Angriff zu nehmen.

Für den amtierenden U 28-Europameister ist es die ultimative Herausforderung und die Chance, allen zu zeigen, was er kann. „Ich bin sowas von dankbar. Die Unterstützung und der Zuspruch meiner langjährigen Partner war in dieser Situation einfach überwältigend“, sagt Griebel, neben dem wie gewohnt Alex Rath (33, Trier) als Beifahrer Platz nimmt. „Mit ihm habe ich 2011 meine allererste Deutschland-Rallye bestritten, und gemeinsam haben wir uns durch nahezu alle Fahrzeugklassen nach oben gearbeitet. Es ist toll, dass wir nun gemeinsam in der Topliga antreten können.“

Marijan Griebel. Foto: Carsten Müller

Der Blick in die Historie seines Einsatzfahrzeugs zeigt, dass 2016 Citroën-Werksjunior Stephane Lefebvre mit dem Auto bei der Deutschland-Rallye startete. „Die damalige Wertungsprüfung ,Mittelmosel’ wird in diesem Jahr wieder gefahren, sie bietet also eine gute Möglichkeit, um einen Vergleich zu ziehen“, freut sich Griebel. Doch der Pfälzer will sich nicht nur auf eine einzige Wertungsprüfung konzentrieren, sondern setzt sich klare Ziele: „Ich möchte in die Top-10 fahren. Wenn es uns gelingt, einen oder zwei WM-Punkte zu ergattern, dann haben wir die Chance genutzt und ordentlich Eigenwerbung betrieben.“

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