Ein ausgezeichneter Alleskönner räumt bei Musikmesse ab

Ein ausgezeichneter Alleskönner räumt bei Musikmesse ab

Der weltbeste Gitarrenverstärker kommt nicht etwa aus London oder Los Angeles, sondern aus dem Saarland. Der Tri-Amp Mark 3 von Hugh & Kettner wird in St. Wendel nicht nur entwickelt, sondern auch produziert. Auf der Frankfurter Musikmesse wurde er mit dem Mipa, dem Grammy in der Musikinstrumenten-Branche, ausgezeichnet.

Das blaue LED-Licht hinter Plexiglas ist das Markenzeichen von Hughes & Kettner. Auch der Mipa (Musikmesse international Press Award) hat blaue Schrift auf Plexiglas. Es passt also. Nicht nur optisch. Auch in Sachen Qualität von Hughes & Kettner scheint der Jury, die sich aus Vertretern von mehr als 100 Fachmagazinen weltweit zusammensetzt, überzeugt. Der multifunktionale Vollröhrenverstärker Tri-Amp Mark 3, der zu 100 Prozent in Handarbeit in St. Wendel gefertigt wird, ist nicht der erste Verstärker, der einen Mipa bei Hughes und Kettner ins Regal bringt. Die drei jüngsten Neuentwicklungen wurden mit diesem "Oscar der Musikinstrumenten-Branche", wie es Marketing-Leiter Andreas Marx ausdrückt, ausgezeichnet. Er spricht von einer "Meister-Familie". "Er ist unser Flaggschiff", betont auch Uwe Sicks, der fürs Kundengeschäft und die akustische Endkontrolle der Verstärker zuständig ist.

Zwei Jahre lang entwickelt hat das Gerät Bernd Schneider, der von Anfang an bei Hughes & Kettner dabei ist - also seit mehr als 30 Jahren. Er ist stolz auf diesen Verstärker, "der alle Sounds in einer Spitzenqualität bieten kann". Drei in Einem also. Normalerweise, so erklärt Schneider, haben Musiker drei verschiedene Endverstärker für klaren, halb verzerrten und verzerrten Sound. Der Tri-Amp könne alles - sechs Grundsounds habe er zu bieten. Und damit 42 Kombinations-Möglichkeiten. Diese seien mit nur einem Fußklick auf der Bühne abzurufen. "So kann sich jeder Musiker seine Lieblingsklang-Variation aussuchen", sagt Marx. Und das neue, 3000 Euro teure Gerät, habe noch einen Vorteil gegenüber anderen Modellen: Die Röhren seien einfach auszutauschen.

"Wir hatten von Anfang an die Ambition, den weltbesten Verstärker zu bauen", sagt Sicks. Wie gut diese Neuentwicklung ankommt, das übertreffe aber die kühnsten Träume. Marx: "Wir haben doppelt so viele Aufträge wie erwartet." Er fügt hinzu: "Damit haben wir nicht gerechnet." Der Preis sei ein enormer Vertrauensbeweis und ein Qualitätsnachweis. Immerhin habe die Jury alle Verstärker, die seit der letzten Preisverleihung auf den Markt gekommen sind, getestet. Noch mehr Wert sei aber die Meinung derer, die tagtäglich den Verstärker nutzen. Schneider freut sich: "Unser Verstärker hat den Nerv der Gitarristen getroffen."

Was Gitarrenverstärker angeht, da spiele das St. Wendeler Unternehmen, das seinen Sitz in der Tritschlerstraße hat, in der obersten Liga mit. Vielleicht gebe es noch vier, fünf vergleichbare Hersteller in der Welt. 180 Personen arbeiten in St. Wendel . Alle, so Sicks, verbinde die Faszination für Sound. Leidenschaft mit dem Beruf kombinieren, das sei ihr Credo. Nur deshalb sei es möglich, den Großteil der Produktion nicht ins Ausland zu verlagern. Dazu Marx: "Es ist nicht selbstverständlich, dass solches Equipment in Deutschland noch entwickelt und produziert wird."

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