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Dorfgemeinschaft Marth und der Freizeitclub Saal veranstalteten Kappensitzung

Kappensitzung in Niederkrichen : Narren lassen König Fußball hochleben

Die Dorfgemeinschaft Marth und der Freizeitclub Saal veranstalteten bei ihrer zwölften Kappensitzung eine Ostertalmeisterschaft.

Das Thema „Fußball für alle“ hat am Samstag 230 Narren ins Kulturzentrum Niederkirchen gelockt. Nach der Anmoderation durch Leoni Müller, Katja Schneider, Kathrin Müller und Max Gerhart erschienen als erstes die Konfetti-Girls auf der Bühne. Die elf Mädels im Alter von sechs und zehn Jahren performten vor dem begeisterten Publikum zu den Klängen von Shakiras „Waka Waka“ und wurden auch prompt zur ersten Zugabe des Abends aufgefordert. Zu diesem Anlass hatte Moderatorin Leoni Müller mit den Zuschauern eigens eine spezielle Rakete einstudiert, die mit einer La Ola-Welle begann und mit dem Schlachtruf „Es lebe der Fußball“ endete.

Nach dem Auftritt der jungen Tänzerinnen ging es royal zu: Die Queen alias Udo Ritter hielt Einzug in den Saal. Standesgemäß begrüßte die Königin die Ehrengäste aus den umliegenden Orten und sparte dabei nicht an Seitenhieben. Auch Niederkirchen, in dessen Kulturzentrum die Vereine aus Marth und Saal zu Gast waren, wurde nicht verschont: „In Niederkirchen hält ein Reisebus selbst dann nicht, wenn der Fahrer muss.“ Der Brexit und die Verwandtschaft der Queen wurden ebenso thematisiert wie Premierminister Boris Johnson, der an einen „mit Trump gekreuzten Pudel“ erinnere. Eben jener Politiker erschien dann in Gestalt von Udo Ritters Sohn Anton auf der Bildfläche. Dieser forderte den „Mexit“, die Lossagung Marths von Stadt und Land und die Einführung der Marthmer Mark als Zahlungsmittel. Mit den lauten Rufen „Order, Order“ gesellte sich auch noch Silas Harth als John Bercov, ehemaliger Speaker des britischen Unterhauses, zu seinen beiden Landsleuten. Er rief unter anderem zum Bau einer Mauer zwischen Saal und Bubach auf. Musikalische Einlagen à la „Overall where the Marthmer sinn“ oder „Scheiß drauf, Saal ist nur einmal im Jahr“ rundeten die Darbietung der Königin und ihres Gefolges ab.

Im darauffolgenden Schlagabtausch eines Fußball-Ehepaares beklagte Karina Ritter als Ehemann das fehlende Engagement von Ehefrau Silke Harth-Hoffmann im Haushalt. Diese beschwerte sich hingegen über die Sauferei des fußballspielenden Gatten und zweifelte dessen sportliche Leistung an: „Ihr han in Flensburg meh Punkte als in der Tabell.“ Schlussendlich versöhnte man sich jedoch und einigte sich auf einen gemeinsamen Fahrplan: „Fußball soll läwe, ei, das is e Wort.“

In seiner Büttenrede nahm sich Stefan von Ehr, der als „Ostertalblitz“ unterwegs war, ganz unterschiedlichen Problemen an. Mit Klapphocker und Fernglas ausgerüstet, brachte er Begebenheiten des vergangenen Jahres aufs Tablett. In einem Telefonat riet er Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer zur Gründung eines Fördervereins für die Bundeswehr. Auch für den Groniger Astronaut Matthias Maurer hatte er einen Tipp. Statt auf den Mond könne er nach Bubach fahren: „Die wohne jo schon immer hinnerm Mond.“

Der Gardetanz der „Ostertaler Funken“ unter der Leitung von Jana Theobald und Leoni Müller heizte danach die Stimmung im Veranstaltungssaal an. Während sich der Sketch „Pinkelpause“ in einem Männerklo mit Urinalen abspielte, diskutierten beim „Doppelpass“ Moderator Oliver Kahn und seine Gäste Jürgen Klopp und Mario Basler über die Bundesliga, die deutsche Nationalmannschaft und das Abstiegsgespenst in der Bezirksliga St. Wendel. Die beiden älteren Damen Katsche und Käthsche alias Katja Schneider und Kathrin Müller beschäftigten sich auf humoristische Weise mit Urlaub, Fremdgehen und Arztbesuchen und auch das mysteriöse Ableben diverser Ehemänner kam zur Sprache und löste große Begeisterung beim Publikum im ausverkauften Kulturzentrum aus. Neben einem Dialog zwischen einem Tor-Jäger und seiner Tochter standen dann noch der Sketch „Stadionsanitäter“, ein Showtanz und der Auftritts des Männerballetts auf dem Programm.