Dorffest in Leitersweiler samt Umzug

675 Jahre Leitersweiler : Samt Hochzeitsgesellschaft durchs Dorf

Ein Umzug war Teil des Leitersweiler Festprogramms. Der St. Wendeler Stadtteil hat seinen 675. Geburtstag gefeiert.

Volksfeststimmung in Leitersweiler. Zum Start in ein langes Dorffest-Wochenende gab es einen Umzug. Fantasievoll geschmückte Festwagen und Fußgruppen zogen durch den Ort, vorbei an klatschenden Zuschauern auf Balkonen und am Straßenrand. Anlass der ausgelassenen Feier war das 675-jährige Bestehen des Ortes. In einer mittelalterlichen Urkunde aus dem Jahre 1344 wird Leitersweiler erstmals namentlich erwähnt. „Deshalb haben alle fest in die Hände gespuckt, um ein richtig schönes Fest zu organisieren“, so der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der dörflichen Gemeinschaft in Leitersweiler, Bernd Closter. Der Ortsvorsteher führte den Festumzug auf einem offenen Zweispänner an. Dem Anlass entsprechend mit dunklem Anzug und Zylinder.

Hinter ihm reihten sich die Wagen und Fußgruppen der Vereine auf. Dabei gestaltete jede Gruppe ihr Auftreten individuell. Neben den Vereinen und Organisationen des Ortes waren unter anderem auch die Landfrauen aus Schwarzerden, eine Gruppe Bäuerinnen mit mittelalterlichen Gewändern sowie ein Brautpaar samt Hochzeitsgesellschaft am Umzug beteiligt. Der Festzug stellte sich in der Oberdorfstraße auf, zog durch die Buchwaldstraße (die kurzfristig gesperrt war), dann durch die Grügelborner-Straße und hielt am Dorfgemeinschaftshaus.

Ortsvorsteher Bernd Closter begrüßte alle Gäste, besonders eine Abordnung der Partnergemeinde Leiterswiller im Elsass. Herzliche Glückwünsche überbrachte der Schirmherr des Festes, St. Wendels Bürgermeister Peter Klär (CDU), der auch gekonnt und fachmännisch den Fassanstich übernahm. Bürgermeister Thierry Kocher überbrachte die guten Wünsche zum Geburtstag von der Partnergemeinde im Elsass, Friedbert Becker die Glückwünsche von Landrat Udo Recktenwald (CDU).

Danach unterhielten die Ostertaler Musikanten die Zeltbesucher mit Blasmusik. Der Abend stand im Zeichen von Roland Gregorius. Der Alleinunterhalter fand mit seiner Musik immer den richtigen Ton. Doch was wäre ein Fest ohne kulinarische Köstlichkeiten? Als Besonderheit wurde Original Elsässer Flammkuchen angeboten, der von den Freunden aus der Partnergemeinde Leiterswiller im Elsass zubereitet wurde. Sämtliche Zutaten und sogar die Backöfen brachten die Freunde aus dem Elsass mit.

Der Sonntagmorgen wurde um 10 Uhr mit einem ökumenischen Zeltgottesdienst eröffnet. Pfarrerin Christine Unrath und Diakon Andreas Czulak zelebrierten diesen. Die Henschbachtaler gestalteten den anschließenden Frühschoppen. Der Nachmittag stand im Zeichen der Straußjugend, die traditionsgemäß eine Kirmesrede präsentierte – witzig und gekonnt vorgetragen von Jonas Haßdenteuel und Marius Greif. Die Ostertaler Blasmusikanten unterstützen die Straußjugend musikalisch.

Am Abend trat die Band Five4fun auf. Der Montagmorgen begann mit einem Frühschoppen und Musikerin Tanja. Ortsvorsteher Bernd Closter zeigte sich mit dem viertägigen Dorffest sehr zufrieden. An allen Tagen war das Festzelt bis in den späten Abend hinein voll besetzt. Dank einer Briefaktion feierten auch heute auswärts lebende Leitersweiler mit. Sie waren schriftlich zu dem Dorffest eingeladen worden.

Ein Brautpaar samt Anhang zog mit dem Festumzug durchs Dorf. Foto: B&K/Bonenberger/
Wenn Geburtstag gefeiert wird, darf eines nicht fehlen: die Torte. Statt aus Sahne und Marzipan gab es für Leitersweiler eine Geburtstagstorte aus Styropor und Pappe – die ließ sich beim Umzug auch besser transportieren. Foto: B&K/Bonenberger/

In einer 70-seitigen Festschrift, die vom Vorsitzenden der Heimatfreunde Urweiler, Franz Josef Marx, erstellt wurde, konnten die Besucher mehr  über die Leitersweiler Vereine erfahren. Für die Kinder stand an allen Tagen kostenlos eine große Hüpfburg zur Verfügung.

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