Doppeltes Jubiläumsjahr

500 Jahre steht die spätgotische Kirche im Ostertal bereits. Aus diesem Anlass gibt es 2017 verschiedenen Festveranstaltungen rund um die Kirchengeschichte. Die Reihe beginnt mit einem musikalischen Gottesdienst.

In der protestantischen Kirchengemeinde Niederkirchen wird 2017 ein Feierjahr. Es wird nicht nur der Anfänge der Reformation vor 500 Jahren gedacht, gefeiert wird auch 500 Jahre spätgotische Kirche im Ostertal. Natürlich ist die Margarethenkirche viel älter. Doch so, wie sie heute hier in Niederkirchen steht, hat sie diese Gestalt im Jahr 1517 bekommen. Sie zählt damit zu den am besten erhaltenen spätgotischen Dorfkirchen im Saarland und darüber hinaus. Bürgermeister Peter Klär hat für die Festlichkeiten die Schirmherrschaft übernommen. Es wurde ein tolles Programm für 2017 im Ostertal zusammengestellt.

Die Feier beginnt am Samstag, 14. Januar , um 16.45 Uhr mit einem kirchenmusikalischen Gottesdienst mit dem evangelischen Kirchenchor Altenkirchen unter der Leitung von Pfarrer Martin Fornhoff und anschließendem Sektempfang in der Kirche. Weiter geht es dann am Sonntag, 22. Januar , mit einem Gottesdienst um 14 Uhr.

Am Freitag, 27. Januar , beleuchtet ab 19.30 Uhr der Speyrer Kirchenrat Wolfgang Schumacher Liebes- und Mordgeschichten der Bibel. Dabei geht es um die Frage, wie viel Erotik und Verbrechen in der Heiligen Schrift stecken. Der Abend bietet alles von blutig bis sentimental. Die musikalische Begleitung übernimmt das Saxofonquartett "Spätlese" unter der Leitung von Karl-Gerd Schäfer.

Im Februar geht es dann um die Geschichte der Kirchengemeinde und der Kirche mit zwei Vorträgen. Am 3. Februar um 19.30 Uhr spricht Hans Kirsch, der Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins Ostertal, über das Thema "Ein Kampf gegen Kirche und Christentum - Auseinandersetzungen über die Errichtung einer evangelischen Krankenpflegestation im Ostertal während des Dritten Reiches" im Paul-Gerhardt-Haus. In den 1930er-Jahren gab es in der Bürgermeisterei Niederkirchen keine Arztpraxis. In schweren Krankheitsfällen mussten Ärzte aus St. Wendel, Oberkirchen oder Herchweiler-Pettersheim gerufen werden. Als im Jahr 1936 mehrere junge Frauen zur gleichen Zeit an Kindbettfieber erkrankten, entschloss sich Pfarrer Albert Fauß zu einem "Notruf" an das Diakonissenhaus in Speyer. Dieses sollte eine Krankenschwester ins Ostertal entsenden; er selbst rief einen Evangelischen Frauenbund ins Leben, der Träger der kirchlichen Krankenpflegestation werden sollte. Dieses Vorhaben traf jedoch auf den Widerstand der NSDAP-Ortsgruppe Niederkirchen , die nun selbst eine Krankenpflegestation mit einer NS-Schwester errichten wollte. Es kam zu schweren Kontroversen, die Pfarrer Fauß als "Kampf gegen Kirche und Christentum" charakterisierte. Die Gendarmerie-Station schrieb in einem Lagebericht nach Kusel: "Die Hetze richtet sich gegen den Pfarrer , den man gerne von dort entfernen möchte." Über den Verlauf der Auseinandersetzungen und wie sie endeten, berichtet Hans Kirsch in seinem Vortrag, der mit Bildern illustriert wird .

Am 17. Februar um 19.30 Uhr folgt dann ein Vortrag mit Bildern von Pfarrer Stefan Werner: "Die Protestantische Margarethenkirche und ihre Geschichte - alte und neue Erkenntnisse" in der Kirche in Niederkirchen . Vormerken kann man sich auch schon "Die ökumenischen Bibelwochen" im kommenden März, die jeweils dienstags an vier Abenden in Hoof stattfinden. Thema ist diesmal: "Bist du es? - Zugänge zum Matthäusevangelium".