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Die SPD im Stadtrat von St. Wendel möchte neue Grundschule

Aus für Standort Alsfassen? : SPD will Schulneubau vorantreiben

Fraktion im Stadtrat will diese Option für  Nikolaus-Obertreis-Grundschule prüfen lassen. Stadtrat tagt am Donnerstag.

Die SPD-Fraktion im St. Wendeler Stadtrat will nach Aussage ihres Vorsitzenden Marc André Müller die Planungen für einen Neubau der St. Wendeler Grundschule vorantreiben. Denn der Stadtratsbeschluss, wonach die Nikolaus-Obertreis-Schule (NOS) nach Alsfassen in die ehemalige Annenschule ziehen sollte, ist nach dem Verkehrsgutachten des Ingenieurbüros Andreas Hupfer in den Augen der Sozialdemokraten hinfällig geworden. Da auch eine Sanierung am jetzigen Standort im Herzen der Stadt keine Option sei, sieht die SPD den Ausweg in einem Neubau, wie sie ihn bereits im Vorfeld der Schul-Entscheidung favorisiert hatte. Die Zustimmung zum Schulstandort Alsfassen sei lediglich ein Kompromiss gewesen. Auf diesen sei man auch nur deshalb eingegangen, weil Bürgermeister Peter Klär (CDU) versichert habe, dass der Umzug der dort ansässigen Caritas-Akademie kein Problem sei. Wenngleich der Chef der St. Wendeler Stadtverwaltung immer das inzwischen leerstehende Schulgebäude am Missionshaus als künftige Heimat der NOS bevorzugt hat.

Jedenfalls sei man gut dreieinhalb Jahre nach Aufflammen der Grundschul-Debatte einer zufriedenstellenden Lösung noch immer nicht viel nähergekommen. „Wir haben daher einen Antrag für die kommende Stadtratssitzung Ende September gestellt, die Verwaltung damit zu beauftragen, dass sie die Möglichkeit eines Neubaus in der Bosenbach eingehend untersuchen lässt“, teilt Marc André Müller mit. Dies sei von Anfang an die favorisierte Lösung der SPD gewesen.

„Bislang wurde der Neubau in der Bosenbach noch gar nicht genau geprüft“, behauptet Müller. Vielmehr sei in der Standortuntersuchung von 2020 pauschal unterstellt worden, die Kosten dieser Variante seien vergleichbar dem Umzug nach Alsfassen inklusive Erweiterungsbau. Ebenso sei im Gutachten vernachlässigt worden, dass durch einen klimaneutralen Neubau über längere Zeit erhebliche Energiekosten im Vergleich zu einem Altbau eingespart werden könnten.

 Vorsitzender der SPD-Fraktion im St. Wendeler Stadtrat, Marc André Müller.
Vorsitzender der SPD-Fraktion im St. Wendeler Stadtrat, Marc André Müller. Foto: Bonenberger/Stadt

Konkret fordert die SPD nun unter anderem Gespräche zwischen Verwaltung und Landkreis, um zu klären, inwiefern durch die gemeinsame Nutzung von Räumen des Landkreises – etwa im Cusanus-Gymnasium oder in der Kreismusikschule – Synergieeffekte genutzt werden könnten, um die Kosten für den Neubau zu senken. Auch ein realistischer Zeitrahmen für die Umsetzung der Maßnahme müsse gesteckt werden. „Wenn die Kreisstadt Neunkirchen oder sogar kleinere Kommunen wie Oberthal und Merchweiler aktuell Schulneu- oder Erweiterungsbauten stemmen können, sollten wir das in St. Wendel auch hinbekommen. Das sollten uns unsere Kinder wert sein“, meint Müller abschließend.

Der St. Wendeler Stadtrat kommt am Donnerstag, 29. September, zu seiner ersten Sitzung nach de Sommerpause zusammen. Beginn im städtischen Saalbau ist um 17 Uhr.