Die Fete der Kneipen-Hüpfer

Teils überfüllte Lokalitäten und grandiose Partystimmung bei Live-Musik. 14 Bands sorgten beim 15. Roundabout-Kneipenfestival am Samstag in St. Wendel für die musikalische Vollbedienung.

Hard- und Heavyrock vom Feinsten: The Rangers traten im evangelischen Gemeindesaal auf.
Der Auftritt der Classic-Rockband Frantic füllte die Luise in Angels Hotel.

"Brechend voll" oder "überall das gleiche Chaos", so beschreiben zwei Pärchen inmitten der Roundabout-Partymeile am Dom die Situation in den dortigen Kneipen. Dabei läuft die Fete erst seit einer Stunde. Und wie. Umfallen kann in der "Luise" niemand, die Musiker der Band Frantic sind im Gedränge nur schwer auszumachen. Sängerin Concha Pagliarini und nicht Tina Turner ist es, die mit dem Hit "Nutbush City Limits" das Publikum euphorisiert.

Etwas besser als drinnen haben es die Zaungäste draußen vor dem Showfenster, sie sehen mehr von der erstklassigen Performance der Band und tanzen bei den Liedern mit. Klar. Der "Jumpin Jack Flash" macht immer alle happy.

Gegenüber in der Event-Galerie besingt das Duo Born & Raised den "Mann im Mond". Vor dem Spinnrad schlürfen Kneipen-Hüpfer einen Glühwein. Im proppenvollen Lokal serviert die Formation Radio Solid einer jungen Klientel bestens bekannte Lieder. Dass die Shortbreads im Bogart's zur Bluesrunde laden, ist schon auf der Treppe zu vernehmen.

"Gefällt mir, aber schade, uns ist es zu voll", bedauert Uwe Huwer. Doch die Wege sind kurz und die Kleingruppe marschiert abwärts in den urigen Keller der Magdalenenkapelle. Zum Gläschen Wein passen die akustischen Popsongs des Trios Different Color wie "Waves" von Mr. Probz optimal. Pink Floyds "Wish you were here", musiziert die Gruppe Balon im Restaurant La Wendel .

Für die Kneipennacht in der Kreisstadt gilt das nicht. Die Gäste sind schon da. "In St. Wendel passt das von den Besuchern in all den Jahren sehr gut", meint Roundabout-Organisator Udo Schmitt. Um den Durst der Menschenmassen stillen zu können, müssen die Servicekräfte Leistungssport bei der Ausübung des stressigen Jobs betreiben.

"Ich habe zu viele Freunde" ("Too many friends" von Placebo), behauptet die Band The Pool. Stimmt. Das Zelt im Biergarten der Palme ist brechend voll. Etwas mehr Luft hat Eddy Danco, der in der Wendaliunsschänke mal ein Chanson präsentiert. So viele jüngere Gesichter würde Pfarrer Markus Karsch sicherlich auch gerne beim Gottesdienst in der Stadtkirche sehen. Im angeschlossenen evangelischen Gemeindesaal wird die schüchtern mit dem Kopf nickende Jungschar vom Hard- und Heavyrock-Gewitter der Rangers durchgeschüttelt. Der kirchliche Boden bebt, laut ziehen die Rangers Ronnie James Dios "Rainbow in the dark" auf. Es folgt ein klassischer Stilbruch, eine Schnulze von Bon Jovi .

Im Billard-Café auf der Mott versenken Queue-Künstler am Pooltisch die Kugeln und Pfeile fliegen auf die Dartscheiben. Den treffsicheren Soundtrack dazu liefert die Blies Blues Band "Oh Suzy Q, Baby I love you". Der Irish Pub, wo die Band Katana mit dem Rücken zur Fenster auftritt, ist bereits seit deren Eröffnungslied vollbesetzt. Mit dabei sind auch die Band Room Service im Papala-Pub, Fooling around im Gasthaus Merschers und DJ Tom im Max Club. "Für den Gemeinschaftssinn unter den Gastronomiebetrieben ist das Roundabout eine gute Sache", sagt Organisator Schmitt.

Insgeamt 14 Kneipen haben mitgemacht, der Besucher zahlte einmal neun Euro Eintritt. "Wenn dann am Ende die drei Partien, Wirt, Bands und Besucher zufrieden sind, dann hat es wieder gepasst", so Schmitt. Um 2 Uhr machen die Lokale dicht und viele Kneipen-Hüpfer ziehen zur Endstation in die Diskothek Flash weiter.