Die Band Masaa trat anlässlich von WND Jazz im Kurhaus Harschberg in St. Wendel auf

WND Jazz : Abendland und Morgenland im Einklang

Vorabkonzert des Internationalen Musikfestivals WND Jazz: Die Band Masaa trat im Kurhaus Harschberg auf.

„Sie werden vor dem Problem stehen, zu erklären, was das hier heute war“, prophezeit Demian Kappenstein, Schlagzeuger der Band Masaa, gegen Ende des Konzertes, denm Publikum. Und in der Tat ist es nicht einfach, jemandem, der nicht selbst dabei war, das Musikevent zu beschreiben, das am Samstagabend im St. Wendeler Kurhaus Harschberg über die Konzertbühne ging. Konventionen suchte man weitgehend vergeblich – der Abend gestaltete sich erfrischend anders, weit vom Mainstream entfernt. Darauf hatte Organisator Ernst Urmetzer, Chef des Jazz-Förderkreises (JFK) St. Wendel, nach eigener Aussage großen Wert gelegt.

Beispielsweise setzten die Musiker Luftpolsterfolie ein, um das Schlagen von Flügeln zu imitieren. Das Besondere an Masaa war jedoch, dass es der Band gelang, den vermeintlichen Konflikt zwischen westlicher Jazzmusik und arabischer Lyrik aufzulösen und beides in Einklang zu bringen. Personifiziert wurde dieses Zusammenspiel der Kulturen besonders durch das Harmonieren zwischen Marcus Rust an der Trompete und dem libanesischen Sänger Rabih Lahoud. Es bedurfte keiner Sprachkenntnisse seitens des Publikums, um die Emotionen zu spüren, die Lahoud mit seinem morgenländischen Gesang zu vermitteln versuchte. Von fetzig-flottem Jazz bis hin zum melancholisch-getragenen Schlaflied stellte die Band eine Auswahl Lieder aus der Vergangenheit sowie aus ihrem neuen Album vor, das kommendes Jahr erscheinen soll.

„Masaa bedeutet Abend“, übersetzte Lahoud für diejenigen im Publikum, die des Arabischen nicht mächtig waren. Damit ist vor allem die Abendstimmung und die Möglichkeit gemeint, das „Herz auszuschütten, ohne sich begrenzen zu müssen“. Der gesamte Auftritt sowie die Ungezwungenheit der vier Musiker wirkten authentisch. Mit einem frechen Grinsen auf den Lippen und seinem Mienenspiel bewies vor allem Gitarrist Reentko Dirks – oft in Zusammenspiel mit Demian Kappenstein – eine ansteckend gute Stimmung und strahlte diese in den kleinen, vollbesetzten Konzertsaal aus. Das Publikum, das, wie Urmetzer berichtete, in der Regel zu großen Teilen aus jährlich wiederkehrenden Stammgästen bestehe, honorierte die Leistung der Band mit Applaus und verlangte  gleich mehrfach Zugaben.

Das Konzert bildete den Auftakt zu den 29. internationalen St. Wendeler Jazztagen, die unter dem Thema „Globale Vielfalt“ in weiteren Konzerten von Freitag bis Sonntag, 20. bis 22. September, fortgesetzt werden. Künstler aus verschiedensten Nationen werden an diesem Wochenende den kosmopolitischen Ansatz des Projektes im St. Wendler Saalbau weiter untermauern.

Für das 30. Jubiläum deutete Urmetzer in seiner Einführungsrede bereits an, dass ein „großes Vorhaben“ geplant sei. Wie jedes Jahr wird die Planung für die kommenden Jazztage bereits im Herbst beginnen und sich Ende Februar in ein konkretes Programm verwandeln.

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