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Rallye: Der Termin im März muss eingehalten werden

Rallye : Der Termin im März muss eingehalten werden

Die ADAC-Rallye Saarland-Pfalz kommt wieder nach Hoof. Einzelheiten wurden den Bürgern von den Verantwortlichen der Rallye jetzt vorgestellt.

Zwölf Wertungsprüfungen (WP) mit 125 Kilometern müssen die Piloten bei der ADAC Saarland-Pfalz-Rallye am 8. und 9. März meistern. Die Sekundenjagd rund um die Kreisstadt St. Wendel ist der Auftakt zur Deutschen Rallyemeisterschaft 2019. In einer Bürgerinformationsveranstaltung im Hoofer Clubheim am Sportplatz haben ADAC-Geschäftsführer Günter Jung und der St. Wendeler Bürgermeister Peter Klär (CDU) das Programm vorgestellt. „Die Genehmigungsverfahren für die Wertungsprüfungen sind abgeschlossen“, informierte Jung. Und das heißt, die WP Haupersweiler-Hoof ist ein Teil der Motorsportveranstaltung. Sie wird zweimal gefahren.

Kürzlich hatte der Hoofer Ortsrat einstimmig darüber abgestimmt, dass das Dorf nach dieser Auflage in den nächsten drei bis fünf Jahren von Rallyeveranstaltungen verschont bleiben soll (wir berichteten). „Bezüglich des Ortsratsbeschlusses werden wir uns nach der Rallye zusammensetzen. Gegen den Willen einer Gemeinde wollen wir nicht mit Gewalt irgend etwas durchsetzen“, merkte Jung an. Es werde künftig versucht, eine Streckenführung zu konzipieren, mit der auch Hoof zufrieden sein kann. „Es gibt aber auch noch andere Stadtteile“, konnte sich Ortsvorsteher Gernot Müller (SPD) nicht so recht mit Jungs Plan anfreunden.

Bürgermeister Klär betonte allerdings, dass Motorsportveranstaltungen ein Teil der Sport- und Marketingstrategie der Kreisstadt seien. „Wir bekennen uns zur Rallye. Wenn man sich von allem zurückzieht, dann ist eine Stadt tot“, erläuterte Klär. Bei der Saarland-Pfalz-Rallye werde über städtisches Eigentum gefahren. „Und wir entscheiden, ob wir die Strecken befahrbar machen“, stellte der Verwaltungschef klar.

Am Samstag, 9. März, wird nicht nur die WP Haupersweiler-Hoof auf der Gemarkung des Dorfes ausgefahren. Denn die wegen eines Wildkatzen-Quartiers bei den Leitersweiler Buchen verkürzte WP Bosenberg führt über den Elsenberg und nach der Zieldurchfahrt durch das Ostertaldorf. „Wir werden damit ja noch stärker tangiert als zuvor“, musste Ortsvorsteher Müller registrieren. Beschwerden der anwesenden Bürger blieben daraufhin aus. „Wir sind ein rallyefreundliches Dorf“, so Müller. Die Rallye, so plädierte Bernd Kunz von der Jagdgenossenschaft, sollte nicht komplett verboten werden, es sei wichtig Kompromisse zu finden. Problematisch sah zunächst eine Schafzüchterin, dass die Rallyeautos auf einer Länge von 700 Metern parallel zu den trächtigen Tieren fahren. „Wir fahren nicht bei Dunkelheit“, entgegnete Jung. Damit konnte er weitere Bedenken, dass die Schafe von den leuchtenden Lichterbäumen der Fahrzeuge geblendet und verschüchtert werden, ausräumen. Der Bitte der Schafzüchterin, nur in die Veranstaltung involvierte Autos an der Schafweide auf die Strecke zu lassen, will Jung durch eventuelle Kontrollfahrten der Polizei nachkommen. „Ich werde mit der Polizei darüber sprechen“, versprach er. Des Weiteren bekräftgte Jung, dass der Rallyetermin am zweiten Wochenende im März eingehalten werden muss.

„Dem müssen wir Rechnung tragen, weil danach die Brutzeit beginnt und wir dann keine Genehmigung vom Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz mehr bekommen können“, erklärte Jung. Dem Ortschef versicherte er zudem, dass die Regulierung von Wegeschäden, die durch Rallye entstehen würden, in Zukunft besser laufen werde. Bei der vom Motorsportclub Obere Nahe aus Wolfersweiler organisierten Rallye Kohle & Stahl am 12. Oktober taucht die WP Haupersweiler-Hoof nicht im Streckenprofil auf. Für Jung ist die Saarland-Pfalz nun im Kasten.

In seiner Funktion als Organisationsleiter der Rallye Deutschland steht er derweil vor einer wesentlich höheren Hürde. „Im Februar muss ich einen Weltmeisterschaftslauf abliefern, mir fehlt noch was“, teilte Jung mit. Ihm liegt die Genehmigung für die erste und letzte WP zwischen Theley und Selbach noch nicht vor. Für die Sekundenjagd durch den Landschaftspark hat die Naturlandschaftstiftung Saar bislang ein Stoppschild gezeigt.

Zwar will der ADAC die Tour nicht direkt im Landschaftspark starten lassen. Trotzdem müssten gut 60 Rallye-Autos und zur Rallye gehörende Service-Autos auf drei Kilometern über eine öffentliche Straße durch das Gelände der Naturlandstiftung fahren. Dadurch ist der Rallye-Veranstalter ADAC unter Druck geraten.