Der Schaumberg schützt vor Unwetter

In Bliese is nix zu genieße" - auf den abfälligen Ausspruch, den die Leute aus anderen Orten früher oft gebrauchten - und manchmal hört man ihn auch heute noch - antworteten die Bliesener immer ganz selbstbewusst: "Von wegen, wer sein Leben will genießen, der nimmt sein Bett und zieht nach Bliesen

In Bliese is nix zu genieße" - auf den abfälligen Ausspruch, den die Leute aus anderen Orten früher oft gebrauchten - und manchmal hört man ihn auch heute noch - antworteten die Bliesener immer ganz selbstbewusst: "Von wegen, wer sein Leben will genießen, der nimmt sein Bett und zieht nach Bliesen." Damit hatten sie sicher recht, denn in Bliesen hat es sich schon immer gut gewohnt und gelebt. Ein echter "Blieser" hat sein Heimatdorf, wenn es ihn beruflich oder familiär in eine andere Gegend verschlug, stets nur ungern verlassen."Bliesen liegt im reizvollen St. Wendeler Land am Oberlauf der Blies", heißt es in der Ortschronik. Im Laufe der Zeit ist es aus den Weilern Elmern, Niederhofen und Bliesen, das sich um die Kirche gruppierte, zu einem großen Ort zusammengewachsen. Erste schriftliche Nachweise der Existenz gehen auf das Jahr 994 zurück. Von den Erhebungen rund um das Dorf ist die Birkhöhe mit 360,8 Metern die höchste. Die Ortsvorsteherin Maria Horras (CDU) sieht in dem sechs Kilometer entfernten Schaumberg einen guten Bliesener "Partner", weil der Berg eine das Wetter regulierende Funktion hat. "Unwetterwolken kommen meistens vom Westen. Der Schaumberg teilt sie, sodass Bliesen oft von den gefährlichen Wetterlagen verschont bleibt."

In Bliesen ist die Bevölkerung für den täglichen Bedarf bestens versorgt. Es gibt einen Lebensmittelmarkt, eine Bäckerei, eine Metzgerei, praktische Ärzte, einen Zahnarzt und eine Apotheke. Eingekauft werden kann in Bliesen auch in einem Foto-, einem Gardinen- und einem Blumenladen. Ansässig sind ein Sanitär- und Installationsgeschäft, ein Malerbetrieb, eine Schreinerei, zwei Bügelstuben und zehn Gasthäuser beziehungsweise Clubheime mit Ausschank. Insgesamt sind über 40 Gewerbebetriebe in dem Ortsteil gemeldet. Einige Familien bieten Ferienwohnungen an. Zwei hauptberufliche Landwirte und zwei Landwirte im Nebenerwerb ergänzen die gute vorhandene Infrastruktur. Das Dorf darf sich über seine Grundschule und seine Kindertagesstätte freuen. Die Sport- und Kulturhalle und das neue Gemeindezentrum werden viel genutzt. Der Festplatz in der Silz ist zu einem beliebten Treffpunkt geworden. Rund 60 Vereine, Organisationen und Gruppen bereichern über das ganze Jahr verteilt das Dorfleben. Mit über 1000 Mitgliedern ist der Turnverein der größte.

Bliesen ist reich an Sehenswürdigkeiten. Über alle Dächer hinaus ragt der unter Denkmalschutz stehende Bliestaldom. Das restaurierte Haus Gillen in der Dorfmitte hat viele Funktionen. Spaziergänge zum Wallesweilerhof mit der alten Annenkapelle und zur Augenbornquelle lohnen sich zu jeder Jahreszeit. Wandern kann man übrigens auf vielen anderen Wegen. Da ist der Fünf-Weiher-Weg, der zwölf Kilometer um Bliesen und Winterbach führt. Oder die ehemalige Bahntrasse, auf der es nach St. Wendel oder Tholey geht.

An größeren Veranstaltungen stehen regelmäßig die Kirmes, die Erntedankprozession, Motorradtreffen und Kirchenkonzerte auf dem Kalender. Die Kinder sind froh, dass ihnen drei Spielplätze zur Verfügung stehen. Die Bahnengolfanlage und die Reithalle sind weitere Freizeitangebote. Seit 1993 unterhält Bliesen eine Partnerschaft mit Saint Cyr-en-val in Frankreich. Für einen regen Austausch sorgen die Feuerwehr, der Musikverein und die Grundschule. Ein paar kleine Sorgen hat Ortsvorsteherin Maria Horras trotzdem: "Leider ist unsere Poststelle an den Werktagen nur eine Stunde geöffnet", bedauert sie. "Und ein hübsches, gemütliches Café bräuchten wir auch." Foto: privat

Auf einen Blick

Das Gruppenfoto der SZ-Aktion "Unser Ort hat viele Gesichter" gibt es im Internet zum Herunterladen unter www.sztipp.de/dorffoto, Preis: 99 Cent.

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