1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. St. Wendel

Der Energieausweis ist auch für Mieter wichtig

Der Energieausweis ist auch für Mieter wichtig

Der Energieausweis soll helfen, die Qualität von Gebäuden vergleichbar zu machen. Schon in der Immobilienanzeige müssen die wichtigsten Daten veröffentlicht werden. Doch allein auf den Ausweis sollte sich kein Käufer oder Vermieter verlassen.

Der Energieausweis ist seit einigen Jahren verpflichtend vorgeschrieben. Sein Ziel ist vor allem eins: die energetische Qualität von Gebäuden vergleichbar zu machen. Die ist auch für Mieter interessant, schließlich machen die Heizkosten einen immer größeren Anteil der Wohnkosten aus. Wie hilfreich ist das Dokument aber in der Praxis, was verrät der Energieausweis und was nicht? Cathrin Becker, Energieberaterin der Verbraucherzentrale, erläutert die Eckpunkte. Laut Energieeinsparverordnung (EnEV) soll der Energieausweis Klarheit schaffen über die Qualität eines Gebäudes. Dazu enthält das Dokument auf fünf Seiten neben grundlegenden Angaben zum Gebäude entweder die Kennwerte für den Energiebedarf (Bedarfsausweis) oder Energieverbrauch (Verbrauchsausweis). Zudem beinhaltet der Ausweis - soweit möglich - Modernisierungsvorschläge. Seit 2014 wird der Energiestandard des Gebäudes außerdem mittels Energieeffizienzklassen von A+ bis H veranschaulicht, wie jeder sie von Kühlschrank und Waschmaschine kennt. "Die wichtigsten Kenndaten aus dem Ausweis müssen schon in der Immobilienanzeige genannt werden, bei neueren Ausweisen auch die Effizienzklasse", erklärt Cathrin Becker. Bei der Besichtigung eines Hauses oder einer Wohnung muss der Vermieter den Ausweis oder eine Kopie unaufgefordert aushändigen oder gut sichtbar aushängen. Spätestens bei Vertragsabschluss muss der Mieter das Original oder wiederum eine Kopie erhalten. "Dieses Dokument am besten zusammen mit den Vertragsunterlagen aufbewahren", rät Becker. Dennoch dürfen Mieter die Aussagekraft des Energieausweises nicht überschätzen. "Er liefert keine genaue Prognose für die künftigen Heizkosten ", stellt Becker klar. Zum einen bezieht sich der Ausweis in den meisten Fällen auf das ganze Gebäude, nicht einzelne Wohnungen. Die Lage der Wohnung im Gebäude spielt aber eine erhebliche Rolle für den Energieverbrauch. Ferner ist das persönliche Verhalten, zum Beispiel das Lüftungsverhalten, entscheidend für die Heizkosten . Ein guter Anhaltspunkt ist der Ausweis aber dennoch. Zudem können Mieter vor Vertragsabschluss klären, ob der Vermieter die im Energieausweis gegebenen Empfehlungen bereits umgesetzt hat oder dies plant.

Bei allen Fragen zum effizienten Einsatz von Energie zuhause hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale. Die Berater informieren anbieterunabhängig und individuell.

Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind die Beratungsangebote kostenfrei. Termine zur persönlichen Bratung können unter Tel. (0800) 809 802 400 kostenlos vereinbart werden oder direkt bei den Beratungsstützpunkten.

In St. Wendel finden die Beratungen in der Welvertstraße 2 im Besprechungsraum statt. Terminvereinbarung beim Umweltamt, Tel. (0 68 51) 8 09 19 22. In Tholey finden die Beratungen im Rathaus statt. Terminvereinbarung: Tel. (0 68 53) 50 80.