Den Dirigentenstab übernommen

Er ist der fünfte Bürgermeister der Kreisstadt St. Wendel seit 1946. Mit großer Mehrheit haben ihn die St. Wendeler am 15. März zum Nachfolger von Klaus Bouillon gewählt. Die Rede ist von Peter Klär, CDU. Am Donnerstagabend verfolgten mehrere hundert Gäste seine offizielle Amtseinführung.

 Kurt Wiese überreichte Peter Klär die Amtskette.
Kurt Wiese überreichte Peter Klär die Amtskette.

Der förmliche Teil der Amtseinführung war am Donnerstagabend schnell vorbei. Der Beigeordnete Kurt Wiese legte Peter Klär die Amtskette des Bürgermeisters an. Vereidigung und Überreichung der Urkunde, sonst bei Amtseinführungen üblich, gab es nicht mehr. Denn den Amtseid hatte Peter Klär schon am Montag, 16. März, abgelegt, einen Tag nach seiner Wahl. Schließlich war St. Wendel schon seit Mitte November, seit der Berufung von Klaus Bouillon zum Innenminister, ohne Bürgermeister. Zur offiziellen Amtseinführung hatte die Stadt jetzt in den Saalbau eingeladen. Mehrere hundert Gäste kamen, der Saalbau war voll besetzt.

Schließlich sind Amtseinführungen in St. Wendel bisher eine Rarität. Darauf wies Peter Klär in seiner Antrittsrede gleich zu Beginn hin: "Eine Amtseinführung ist so oft in der jüngeren Geschichte unserer Stadt nicht vorgekommen." Seit 1946 seien mit Jakob Fuchs , Franz Gräff, Jakob Feller und Klaus Bouillon in fast 70 Jahren gerade vier Bürgermeister an die Spitze der Stadt gewählt worden. Das liege auch daran, dass ein Amtsinhaber drei Jahrzehnte die Geschicke der Stadt gelenkt habe, Klaus Bouillon . Die Gäste, unter ihnen auch der Innenminister selbst, schmunzelten.

"Ich bin mir bewusst, dass eine schwierige und verantwortungsvolle Aufgabe vor mir liegt", unterstrich Klär: "Und natürlich erwarten sie zu Recht, dass der Bürgermeister die Geschicke der Stadt erfolgreich lenkt."

Aus seiner Sicht gehe es in Zukunft um zwei zentrale Fragen: "Zum einen, wie schafft man es, Institutionen, Mechanismen, Prozesse in einer Stadt mit 25 000 Einwohnern so einzurichten, dass sie nicht nur effizient und effektiv funktionieren, sondern sich dabei auch am demokratisch geäußerten Bürgerwillen orientieren." Und zweitens: "Welche Rolle haben unsere Städte eigentlich dabei, wenn es darum geht, Strategien für eine nachhaltige Zukunft zu erarbeiten?"

Wie diese aussehen könnte, skizzierte der neue Bürgermeister: "St. Wendel , die Mehrgenerationenstadt im Saarland, dorthin könnte sich unsere Stadt entwickeln." Klär: "Dann werden wir ein einer Stadt leben, in der das Miteinander der Generationen selbstverständlich ist." Und weiter: "Eine Stadt, in der das Engagement und das Zusammenleben täglich gelebt werden." Diesen Weg müsse man gemeinsam gehen, die Bürger wollten mitgestalten. Mit Selbstbewusstsein, Zuversicht und großer Einigkeit müsse man die Zukunftsaufgaben anpacken. Peter Klär zum Abschluss: "Ich möchte das mit ihnen tun. Als ihr Bürgermeister in St. Wendel . Einer von uns, einer für uns."

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer würdigte die Entwicklung der Stadt St. Wendel . Kramp-Karrenbauer sagte auch mit Blick auf die schwierige Finanzlage vieler Kommunen: "Gerade St. Wendel hat bewiesen, dass es darauf ankommt, was man aus dem Rahmen, den man hat, macht." St. Wendel sei zu einer überragenden Stadt im Saarland geworden. Dafür gratulierte sie auch Alt-Bürgermeister Klaus Bouillon . Das gute Wahlergebnis für Peter Klär sei ein Zeichen der Anerkennung. Die Ministerpräsidentin: "Mit einem solchen Vertrauensbeweis kann man mit großem Zutrauen starten."

Immer wieder sei darauf hingewiesen worden, wie groß die Fußstapfen seien, die Klaus Bouillon hinterlassen habe. Dieses Bild passt nach Ansicht von Annegret Kramp-Karrenbauer nicht. Zu Klär sagte sie: "Die Bürger haben dich gewählt, um deine ganz eigenen Spuren zu hinterlassen. Das kannst Du." Das sah auch Marcus Hoffeld so, Bürgermeister der Stadt Merzig und Vertreter des saarländischen Städte- und Gemeindetages. Peter Klär sei ein Mensch, der sich kümmere, bodenständig und ideenreich. "Jemand, auf den man setzen kann."

Für die musikalische Gestaltung während der Feierstunde sorgte ein großes Projektorchester aus der Stadt. Dazu zählten rund 60 Musiker aus den Musikvereinen Bliesen, Winterbach, Niederlinxweiler und Urweiler sowie der Orchestervereinigung St. Wendel /Selbach. Die Leitung lag in den Händen von Dirk Ost sowie Sven Hoffmann.

Und auch bei Bürgermeister Peter Klär, selbst Musiker. Er durfte zum Abschluss des Festaktes das letzte Stück dirigieren. Unter dem Applaus der zahlreichen Gäste.