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DDB ruft Beschäftigte des Finanzamtes in St. Wendel zum Warnstreik auf

Warnstreik : Sie wollen nicht Saarlands Sparschweine sein

Auszeit auf dem Schlossplatz: Beschäftigte des St. Wendeler Finanzamtes fordern eine bessere Bezahlung.

Die Wollschals gehen gut an diesem Vormittag. Ewald Linn, Landesvorsitzender des Deutschen Beamtenbunds (DBB) Saar, öffnet die nächste Tüte mit den wärmenden Winteraccessoires und verteilt sie an die nach und nach eintrudelnden Mitarbeiter des Finanzamtes St. Wendel. Diese verbringen ihre Mittagspause auf dem Schlossplatz. Was sich in Anbetracht des recht ordentlichen  Schneefalls eigentlich nicht gerade anbietet. Aber es geht darum, Flagge zu zeigen. Der DBB fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes eine bessere Bezahlung. Die nächste Verhandlungsrunde  mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) steht Anfang Februar an. Im Vorfeld wurde im Saarland eine Aktionswoche initiiert. Nach dem Warnstreik der Beschäftigten der Autobahnmeisterei Rohrbach am Dienstag, ist an diesem Mittwochmorgen nun der Aktionspunkt in St. Wendel. Für den heutigen Donnerstag kündigt Linn einen Aufmarsch von Polizei und Justiz vorm Innenministerium in Saarbrücken an. „Wir haben uns heute bewusst für St. Wendel entschieden“, sagt Julia von Oetinger-Witte, saarländische Landesvorsitzende der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG) ins Megafon. „Denn wir wollen in Saarbrücken zeigen, dass es nicht nur die Landeshauptstadt gibt.“

„Wir sind Mehrwert“ oder „Faire Bezahlung“ ist auf den grell-pinken Fahnen zu lesen, die einige der mehr als 30 Anwesenden in die Höhe halten. Passend zu dem Auszeit-Motto „Wir sind nicht die Sparschweine des Saarlandes“ sind auch farbenfrohe Deko-Schweine vor dem Stand aufgestellt. 84 Prozent Personal sei eingespart worden, rechnet Julia von Oetinger-Witte vor. Mit weniger Leuten werde das Gleiche geleistet. „Was auf sich warten lässt, ist eine ordentliche Bezahlung.“ Auf Platz 16 liege das Saarland im bundesweiten Vergleich. „Der Stellenabbau muss 2020 beendet werden“, sagt Ewald Linn. Und verkündet lautstark die weiteren Forderungen: sechs Prozent mehr Einkommen, mindestens 200 Euro. „Die Landesbediensteten und insbesondere die Landesbeamten haben seit 2011 wesentlich zur Haushaltssanierung im Saarland beigetragen“, so Linn. „In der Einkommensrunde 2019 erwarten die Beschäftigen von den Ländern und die Beamten von der Landesregierung nun, weniger an die Schuldenbremse zu denken und mehr ins Personal zu investieren.“ An dieser Stelle ermutigt er die Leute nochmals, für ihre Forderungen auf die Straße zu gehen.