Das Saarländische Schüler-Sinfonie-Orchester gastierte in St. Wendel

Konzert : Kriminell gut im doppelten Sinn

50 junge Musiker des Saarländischen Schüler-Sinfonie-Orchesters spielten am Sonntag im Wendalinum in St. Wendel.

Es war im wahrsten Sinn des Wortes eine kriminelle Angelegenheit im doppelten Sinn, die sich am Sonntag in der Aula des Gymnasiums Wendalinum abspielte. Zum einen präsentierte sich hier das Saarländische Schüler-Sinfonie-Orchester, kurz SSO, bei seinem Sommerkonzert, und das kriminell gut, zum anderen beherrschten „Banditen, Ganoven und andere Schurken“ das musikalische Programm. Den Taktstock nahmen abwechselnd die beiden SSO-Leiterinnen Katharina Becker und Sabrina Werth in die Hand, die Moderation übernahmen die beiden Brüder und Orchestermitglieder Clemens und Jacob Brill – und dies ebenso gekonnt wie locker. Viele Details hatten sie zu den Stücken zusammengestellt, sodass auch die Musik-Pausen zum Hinhörer wurden.

Das Repertoire haben die 50 jungen Musiker, die aus dem gesamten Saarland kommen, seit Beginn des Schuljahrs erarbeitet, etwa alle fünf Wochen kommen sie zusammen, um zu proben. Auch beim Alter geht es gemischt zu: Um die elf Jahre alt sind die Jüngsten und um die 20 Jahre die Ältesten, die hier zu Geige, Cello, Oboe, Kontrabass und Co. greifen. Das SSO ist ein Projekt des Bundesverbandes Musikunterricht (BMU) und seit mittlerweile 20 Jahren eine Fördermaßnahme für musikalische Talente im Saarland. Eva Kieser vom Landesverband Saar des BMU sprach dann auch am Sonntag ein kurzes Grußwort und dankte den beiden Leiterinnen, die neben der musikalischen Arbeit auch sehr viel Organisatorisches zu stemmen haben.

Überzeugend startete das SSO in sein kriminelles Programm mit „Redemption“ von Scott Richards, übersetzt also eine Erlösung. Ein tongewaltiger Auftakt. Dann ging es quer durch Zeiten, Stile, von der Titelmusik zur Serie „Game of Thrones“, komponiert von Ramin Djawadi, über den Banditen-Galopp von Johann Strauß Sohn, den Ausschnitt „In der Halle des Bergkönigs“ aus Edvard Griegs Peer-Gynt-Suite und weitere dem Motto gerechte Titel bis zum anspruchsvollen „Mission Impossible“-Thema im herausfordernden Fünf-Viertel-Takt. Das SSO bewies, dass es all diesen Herausforderungen gewachsen war, brachte die Stücke mitreißend und überzeugend auf die Bühne. Eine musikalisch runde Leistung.

Die Zuhörer, die zum Teil auf den Stühlen mitwippten, dankten es mit viel Applaus. Zum Abschluss erklatschte sich das Publikum noch eine Zugabe: Mit „The Lord of the Dance“ setzten die jungen Musiker einen rasanten Schlusspunkt.

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