„Das fühlt sich großartig an!“

„Das fühlt sich großartig an!“

Nach acht Jahren in der Volleyball-Bundesliga kehrt Tom Weber zu seinem Heimatverein TV Bliesen zurück. Am Sonntag ab 16 Uhr (Sportzentrum St. Wendel) können sich die Fans beim Test gegen den luxemburgischen Meister und Pokalsieger Strassen ein erstes Bild von ihm und dem neuen Team machen.

Ausgerechnet Königswusterhausen. Da muss man erst einmal nachschauen: Die Stadt hat rund 35 000 Einwohner und liegt rund 40 Kilometer südlich von Berlin. Also "jwd", wie sie in Berlin sagen. "Janz weit draußen." Doch ausgerechnet Königswusterhausen fällt Tom Weber als Erstes ein, wenn man ihn nach den Höhepunkten seiner Karriere fragt. "Da habe ich mit Bamberg mein allererstes Spiel in der 1. Volleyball-Bundesliga gemacht", erinnert sich Weber und meint weiter "Beim Einspielen war ich so nervös war, dass ich kaum einen Ball geradeaus baggern konnte."

Sechs Jahre erste Liga

Insgesamt sechs Jahre spielte der 26-jährige Bliesener in der 1. Liga und eine Saison in der 2. Liga. Mit Moers stand er im Jahr 2013 sogar im Pokalfinale - und verlor es 2:3 gegen Haching. "Das steht an zweiter Stelle der Höhepunkte", sagt er. "Auch wenn ich wenig Spielzeit hatte, war die Kulisse im Gerry-Weber-Stadion in Halle mit über 10 000 Zuschauern einfach unvergesslich. Zu guter Letzt ist dann noch die Teilnahme am internationalen Challenge-Cup eines meiner persönlichen Highlights. Auch wenn wir dort schon recht früh die Zuschauerrolle einnehmen mussten", erklärt der 26-Jährige. Das soll er in der kommenden Saison nicht. Nach acht Jahren streift Weber wieder das Trikot seines Jugendvereins über und geht mit dem TV Bliesen in der 3. Liga an den Start. Weber freut sich: "Es fühlt sich großartig an! Als ich im Volleyball-Internat in Frankfurt war, hatte ich immer drei Ziele: Ich wollte mindestens ein Spiel für einen Erstliga-Club machen, ich wollte Nationalmannschaft spielen und irgendwann auch mal wieder in meinem Heimatverein. Beim Nationalteam habe ich es leider nie auf das Spielfeld geschafft. Aber abgesehen davon, habe ich meine Ziele abgearbeitet."

Vor allem die Zeit im Internat in Frankfurt war für ihn besonders wichtig. "Da bekam ich den Feinschliff. Und bis auf einen Trainer, der die wildesten Bestrafungen im Repertoire hatte, war es auch aufregend. Vor allem im Alter von 16 Jahren das Elternhaus zu verlassen."

Nach den langen Bundesliga-Jahren will sich Weber nun aber verstärkt auf sein Studium und den Lehrerberuf konzentrieren. Die Rückkehr nach Bliesen lag da nahe, hier bekommt er Studium und Sport unter einen Hut. Der Kontakt zu seinem Heimatverein war ohnehin nie angerissen. "Natürlich habe ich mich in Sachen TVB auf dem Laufenden gehalten", sagt er und ist von den Erfolgen und der Entwicklung des Vereins beeindruckt. "Der Verein hat sich sowohl sportlich, finanziell als auch strukturell im Umfeld verbessert und steht gut da", weiß er und ergänzt: "Die immer stärkere Vernetzung mit den Schulen ist für mich als angehendem Lehrer natürlich überaus interessant. Und nachdem ich das Video des letzten Heimspiels der vergangenen Saison gesehen habe, freue ich mich schon riesig auf die Kulisse im Sportzentrum." Erstmals selbst erleben wird er diese am Sonntag um 16 Uhr im Test gegen den VC Strassen. Der Eintritt zu der Partie ist übrigens frei.

Zum Thema:

Am Rande Der TV Bliesen hat sich mit dem 22-jährigen Zoran Simic verstärkt. Der 1,97 Meter große Zuspieler mit serbischer und kroatischer Staatsbürgerschaft soll gemeinsam mit dem 20-jährigen Lukas Scholtes die Bälle im Angriffsspiel verteilen. Der bisherige Zuspieler Dimitri Friedrich wird unterdessen im Angriff zum Einsatz kommen und somit für neue taktische Optionen sorgen. "Das Saarland und die Umgebung sind für mich etwas komplett Neues. Es ist sehr ruhig hier, die Menschen sind sehr nett und hilfsbereit", erzählt Simic, der bisher in Serbien und in Österreich gespielt hat. Gestern gab der TVB noch die Verpflichtung des 19-jährigen Steve Weber aus dem luxemburgischen Bartringen bekannt. Der Nationalspieler wechselt von Volley Bertrange ins Saarland und wird für weitere Angriffsoptionen im Team sorgen. red