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Daniel Recktenwald veröffentlicht seinen zweiten Dorfkrimi

Dany R. Wood legt nächsten Roman vor : Mit Uschi geht der Autor in die nächste Runde

Der Berschweiler Autor Daniel Recktenwald lässt den saarländischen Dorfpolizisten Jupp Backes den nächsten Mordfall lösen.

Mit einer lockeren Urlaubsgeschichte, veröffentlicht im eigenen Verlag, ist der Berschweiler Daniel Recktenwald als Dany R. Wood 2013 in die Welt der Autoren gestartet. Einfach so. Einen Schreibkurs oder ähnliches hat er nie besucht. „Ich schreibe, wie ich schwätze“, sagt der bekennende Saarländer, der inzwischen in München lebt. Wobei er einräumt, dass er sich nach sechs Romanen insofern verändert habe, dass er nun disziplinierter arbeite. Soll heißen: Am Tag schreibt er sechs bis acht Seiten.

Diese entführen inzwischen nicht mehr zu lustigen Episoden in Urlaubsparadisen. Denn im vergangenen Jahr hat Recktenwald den Sprung in ein neues Gerne gewagt: Kriminalroman. In „Nur Gisela sang schöner“ löste Dorfpolizist Jupp Backes seinen ersten Mordfall. Jetzt muss der Ermittler wieder ran. Die Druckversion „Nur Uschi kochte schärfer“ erscheint am heutigen Dienstag, 30. April, auf dem Buchmarkt. „Das E-Book hat sich in zwei Wochen schon mehr als 5000 mal verkauft“, verkündet Recktenwald stolz. Der Autor hat Feuer gefangen für sein neues Genre. „Einen lustigen Dorfkrimi zu schreiben, der auch weit über die Grenzen vom Saarland so gut ankommt, ist einfach der Wahnsinn, und niemand hätte damit gerechnet“, sagt er.

Aber nicht nur der Erfolg, sondern auch die Arbeit an den Geschichten um Dorfpolizist Backes selbst bereitet dem Autor Freude. „Es ist einfach herrlich, den typisch, trockenen saarländischen Humor meinem Kommissar in den Mund zu legen“, schwärmt der 40-Jährige. Seine Lektorin in Berlin könne diese Begeisterung nicht immer teilen, wenn sie als Nicht-Saarländerin diverse Saar-Dialoge lesen muss. Diese hatten sich übrigens die Leser vom Autor gewünscht.

Im Mittelpunkt des Krimis „Nur Uschi kochte schärfer“ steht einmal mehr Dorfpolizist Jupp Backes, der mit Gattin Inge und Schwiegermutter Käthe unter einem Dach lebt. Käthe lernt einen Mann kennen, der im Gasthof von Hirschweiler übernachtet und am nächsten Tag tot aufgefunden wird. Sie selbst gerät unter Mordverdacht und die ganze Familie sucht den wahren Mörder.

Die Idee zu der Art des Mordes kam Recktenwald beim Zeitungslesen. Bei dem Fall im realen Leben blieb es beim Tötungsversuch, während seine Romanfigur nicht so viel Glück hat. „Es ist ein Mord, der sicherlich nicht alltäglich ist“, gibt sich der Autor geheimnisvoll. Mehr möchte er nicht verraten.  Der nächste Dorfkrimi ist schon in Arbeit. Dann soll ein gewisser „Rudi“ im Mittelpunkt stehen.

Bei dem Schreibpensum könnte Recktenwald doch eigentlich beruflich umsatteln und Vollzeit-Autor werden? Der Berschweiler winkt ab. Die Ungewissheit wäre ihm zu groß. Was, wenn in fünf Jahren keiner mehr seine Bücher lesen wolle? Aktuell arbeitet der 40-Jährige noch drei Tage in der Woche in seinem Brotjob. Die restliche Zeit bleibt zum Schreiben. Ohne Druck.

Recktenwald hat im Jahr 2014 die Erfahrung gemacht, wie es ist, arbeitslos zu sein. Damals habe während der Probezeit die Abteilung, in der er arbeitete, geschlossen. In dieser Zeit ohne Job schrieb er drei Romane und investierte seine Ersparnisse in deren Veröffentlichung. „Viele haben mir von solchen Investitionen abgeraten – bis auf meine Eltern, die immer an meine Autorenkarriere geglaubt haben“, sagt Recktenwald.

Das Cover des Dorfkrimis "Nur Uschi kocht schärfer", das heute in Druckform erscheint. Foto: Recktenwald

Auch heute unterstützt ihn seine Familie. „Ganz oft sagt meine Mutter: ,Ich habe eine tolle Szene, die mir gestern beim Bäcker passiert ist … das musst du ins Buch aufnehmen’“, verrät der Autor, dessen Arturo Verlag den Vornamen seines 1995 verstorbenen Großvaters trägt. „Wir sind eben ein Familienunternehmen. Ein saarländisches. Mit allem Pipapo“, sagt Recktenwald. Und dessen Geschichte soll noch um viele Kapitel reicher werden.