Da geht es heiß her

Dort wo es richtig heiß wird, kommen die Temperaturfühler der St. Wendeler Firma Conatex zum Einsatz. Der Diplom-Ingenieur Ludwig Colbus hat das Unternehmen im Jahre 1945 als Ingenieurbüro mit Werkstatt gegründet. Nun wurde im Firmensitz in der Alsfassener Straße der 70. Geburtstag gefeiert.

Das St. Wendeler Unternehmen für Mess-und Regeltechnik Conatex hat mit einer Hausmesse seinen 70. Geburtstag gefeiert. Die Firma liefert Temperaturfühler an Industriekunden in ganz Europa und Übersee. "Überall dorthin, wo es heiß zugeht", meinte Geschäftsführerin Gabriele Ziekursch, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Peter Klos das Unternehmen führt. Beide sind gleichzeitig Gesellschafter. Mittlerweile sei ein Unternehmen ein juristisches Konstrukt, welches jedoch eine Art von Lebenslauf habe, so die Geschäftsführerin. "Der heutige Name Conatex steht als Abkürzung für Colbus naturwissenschaftliche Experimentiergeräte", erklärte sie und schaute zurück. Der Ingenieur Ludwig Colbus hat 1945 das Unternehmen als Ingenieurbüro mit Werkstatt gegründet. Er leitete eine Vertretung für Vakuumtechnik und Schul-Physik. 1975 wurde Hans H. Ziekursch Geschäftsführer. Sechs Jahre später hatte die Firma bundesweit die Alleinvertretung für Unterrichtsmittel aus der damaligen DDR. "Beispielsweise waren das naturwissenschaftliche Lehrmittel wie Halbkörper oder Skelette für den Biologieunterricht in Schulen", erzählte Geschäftsführer Klos. Es sei auch eine abenteuerliche Geschäftsbeziehung gewesen. Klos präzisierte: "Wir haben in die DDR angerufen, um uns zu melden und mussten dann auf den Rückruf warten". Im Jahr der Wende, 1989, wurde der Lehrmittelbereich verkauft, drei Jahre später wurde Gabriele Ziekursch geschäftsführende Gesellschafterin.

Vielseitig einsetzbare Produkte

"Das heutige Kerngeschäft sind elektronische Thermometer, sprich Temperaturfühler, Thermo-Elemente und Widerstandsthermometer", teilte sie während einer Führung durch den Betrieb mit. Die Fühler werden unter anderem eingesetzt, um die Temperatur von Kunststoff zu ermitteln, bevor er in eine Spritzguss-Form gepresst wird. Sie tun außerdem in Brennkammern von Kraftwerken oder Müllverbrennungs-Anlagen ihren Dienst, aber auch bei der Glasschmelze, in der Stahlindustrie oder in den Öfen der industriellen Pizza-Produktion.

Die Produktionsprozesse im Hause Conatex pendeln zwischen manueller Handarbeit und Hightech-Laserverfahren. Dazu Klos: "70 bis 80 Prozent ist das Personal am Prozess beteiligt. Der manuelle Teil ist größer als der Maschineneinsatz". Das Unternehmen könne auf die speziellen Wünsche der Kunden reagieren. Mittlerweile verfügt Conatex über einen umfangreichen Baukastensatz, die Auftragslage bezeichnete die Unternehmensleitung als "sehr gut". Derzeit hat die Firma 53 Mitarbeiter, 2014 hat Conatex 4,6 Millionen Euro Umsatz generiert. "Jetzt wollen wir gemeinsam feiern", sagte Ziekursch abschließend. Zudem präsentierten Zulieferfirmen auf der Hausmesse im Festzelt ihre Produkte.