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Cusanus-Gymnasium St. Wendel ist nun Fairtrade-School

Auszeichnung : Cusanus-Gymnasium ist nun Fairtrade-School

Das St. Wendeler Cusanus-Gymnasium darf sich ab sofort Fairtrade-Schule nennen.

Es tut gut, Gutes zu tun. Es tut jedoch auch gut, dafür belohnt zu werden. Diese Erfahrung durfte die Schulgemeinschaft des Cusanus-Gymnasiums machen, denn seit einigen Tagen darf sich das Cusanus „Fairtrade-School“ nennen. Der Titel ist das Ergebnis eines langjährigen vielfältigen Engagements, das im April 2019 auf der konstituierenden Sitzung des Fairtrade-Teams „Cusanus For Future“ konkrete Züge annahm.

„Mehr als 30 Schüler, Lehrer und Eltern sowie die gesamte Klasse 9a, die wenige Monate später auch zur ersten Fairen Klasse der Schule ausgezeichnet wurde, kamen zusammen, um gemeinsam zu überlegen, wie wir vor Ort unsere Schüler für die sozialen, ökologischen und ökonomischen Disbalancen sensibilisieren und dafür sorgen können, diese Welt zu einem besseren und lebenswerteren Ort für alle Menschen zu machen“, berichtetder stellvertretende Schulleiter Holger Büch. Die Schulgemeinschaft zeichne sich aus durch Werte der Achtsamkeit, der Umsicht und des gegenseitigen Respekts aus. Diese Werte stünden ganz oben auf der Tagesordnung und würden als genereller Leitfaden für einen sozialen Umgang miteinander dienen. „Das Cusanus-Gymnasium möchte diesen lokalen Gedanken globalisieren“, sagt Büch.

Die eigentliche Geburtsstunde des Fairtrade-Gedankens war wohl der Auftritt des Nairobi Hope Theater aus Kenia im März 2019 in der Aula der Schule. Die politische Revue „Wasser“ führte den Zuschauern vor Augen, dass es sich lohnt, diese Ressource zu wahren und zu schätzen. Nach der Gründung des Fairtrade-Teams ging alles recht schnell. Die Arbeitsgemeinschaft „Misheni Moyo“ war sofort bereit, sich auch hier mit zu engagieren, und auch der Schulverein zeigte sich sehr erfreut über diese Initiative und bot sofort seine finanzielle Unterstützung an. „Durch diese vorhandene Infrastruktur fiel es der Schule leicht, die weiteren Schritte zu gehen“, erinnert sich Büch.

Jutta Stenger-Mayer machte sich mit ihrer Klasse auf den Weg zur „Fairen Klasse“, Misheni Moyo bot beim Spendenlauf selbst gemachte Müsliriegel und selbst gemachte Limonade aus fair gehandelten Produkten an. Mit Bananen aus dem Eine-Welt-Laden der evangelischen Kirchengemeinde St. Wendel machte Misheni Moyo mit ihrem betreuenden Lehrer Carsten Rehling Bananenmilch, im Lehrerzimmer und im Bistro werden fair gehandelter Kaffee und Kakao angeboten und seit einem Jahr hat das Cusanus-Gymnasium Schul-Pullover und Schul-Polo-Shirts aus 100 Prozent fair gehandelter Baumwolle im Angebot. „Wir werden in unserem Schulbistro zukünftig die Produktpalette um Tee und Müsliriegel aus fair gehandelten Zutaten erweitern“, kündigt die Schulleitung an.

Pünktlich zum Weihnachtsfest bietet die Klasse 9c ein ganz besonders Kochbuch an. Unter der Leitung ihres Klassenlehrers Thomas Hero haben die Schüler Rezepte zusammengestellt und dabei großen Wert auf möglichst viele fair gehandelte Zutaten gelegt. Die Rezepte haben sie in Deutsch, Englisch und Französisch verfasst.

Trotz der pandemiebedingten Einschränkungen durfte die Schule die Zertifizierungsurkunde in einer Präsenzveranstaltung in Empfang nehmen. „Es war ein Lichtblick in diesen etwas dunklen Zeiten“, blickt Büch auf die Feierstunde zurück. Es war ein kleiner Teilnehmerkreis, der mit viel Abstand und mit Maske in der Aula zusammen kam. „Aber so ist das nun einmal im Saarland: Großes entsteht immer im Kleinen und die Auszeichnung ist nicht das Ende eines langen Prozesses, sondern Motivation, Ansporn und Motor für die Zukunft“, sagt Büch. Getreu dem Motto „Cusanus For Future“ dürfe man wohl gespannt sein auf viele weitere faire Aktionen.