Busbegleiter mit Leib und Seele

Remmesweiler. Ursprünglich hatte der heute 72-jährige Karl-Heinz Michels aus Remmesweiler lediglich vor, die Kindergartenkinder im Bus nach Niederlinxweiler so lange zu begleiten, wie sein Enkel Janosch diese Einrichtung besucht. Inzwischen ist dieser Enkel bereits ein Jugendlicher - und Karl-Heinz Michels fährt immer noch jeden Tag mit

Remmesweiler. Ursprünglich hatte der heute 72-jährige Karl-Heinz Michels aus Remmesweiler lediglich vor, die Kindergartenkinder im Bus nach Niederlinxweiler so lange zu begleiten, wie sein Enkel Janosch diese Einrichtung besucht. Inzwischen ist dieser Enkel bereits ein Jugendlicher - und Karl-Heinz Michels fährt immer noch jeden Tag mit. Aus einem oder zwei Jahren sind bis heute 13 geworden.Der Remmesweiler trat 1998 in den Ruhestand. In einer Sitzung des Ortsrates, dem er damals angehörte, kam der Gedanke auf, einen Busbegleiter ausfindig zu machen, der montags bis freitags mit den Jungen und Mädchen in die beiden Niederlinxweiler Kindergärten fährt und sie zur Mittagszeit wieder abholt. "Du könntest das doch gut machen, du bist doch jetzt im Ruhestand", ermunterte damals Ortsvorsteher Franz-Rudolf Federkeil Karl-Heinz Michels. "Meinem Enkel zuliebe könnte ich das ja übernehmen", überlegte er seinerzeit und sagte spontan zu. 1999 war der Start. Seither liegt der Ablauf für jeden Tag genau fest. Der Rentner fährt um 7.30 Uhr nach Oberlinxweiler und stellt dort seinen Pkw ab. Dann steigt er in den Kindergartenbus, der von St. Wendel kommt, und fährt zur Haltestelle in Remmesweiler zurück. Sind die Kleinen alle im Bus, geht es wieder nach Oberlinxweiler, wo weitere Kinder zusteigen. Endstationen sind dann der evangelische und der katholische Kindergarten in Niederlinxweiler. Der leere Bus nimmt Karl-Heinz Michels wieder mit nach Oberlinxweiler, wo sein Pkw für die Heimfahrt schon auf ihn wartet. Zur Mittagszeit, wenn die Kinder abgeholt werden müssen, läuft die Tour umgekehrt.

Ab und zu komme es vor, so der ehrenamtliche Busbegleiter, dass Mama oder Papa mittags nicht pünktlich an der Haltestelle stehen, um ihr Kind abzuholen. Für sie ist Karl-Heinz Michels dann der Schutzengel. Er bleibt bei dem Kind, bis es abgeholt wird. Hie und da hat er einen Jungen oder ein Mädchen auch schon mal nach Hause gebracht. "Solange es mir Spaß macht und solange ich fit bin, werde ich dieses Ehrenamt behalten", sagte Karl-Heinz Michels beim Gespräch mit der SZ. Eine kleine Sorge hat er aber dennoch. Die Zahl der Kinder geht ganz langsam zurück. Waren es vor Jahren noch 35 bis 40 Kinder, die täglich in den Bus einstiegen, sind es zurzeit nur noch 25 bis 30. "Wenn es weiter abwärts geht, rentiert sich womöglich eines Tages der Bus nicht mehr", meinte er - und möchte es eigentlich nicht mehr erleben. gtr