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Burg erklimmen oder abtauchen in den Bunker

Burg erklimmen oder abtauchen in den Bunker

1993 konnten sich erstmals Menschen an einem bundesweiten Aktionstag Denkmäler in ihrer Region anschauen. Seither ist es zur Tradition geworden, zum Tag des offenen Denkmals historische Bauten zugänglich zu machen. Im Landkreis St. Wendel sind Bunker, eine Kapelle und eine Burg dabei.

Es ist ein geschichtsträchtiges Datum, an dem in diesem Jahr die Veranstaltung Tag des offenen Denkmals über die Bühne geht: Sonntag, 11. September. 15 Jahre sind die Anschläge auf das World Trade Center in New York (USA) nun her. An der Stelle, an der sich die Tragödie 2001 ereignete, ist inzwischen eine Gedenkestätte, unter anderem ein Brunnen mit den Namen aller Opfer, entstanden - ein modernes Denkmal.

Um historische Denkmäler geht es bei dem Gedenktag. Den gab es bundesweit 1993 zum ersten Mal. Damals konnten in 1200 Kommunen 3500 Denkmäler besichtigt werden. Das Motto in diesem Jahr lautet "Gemeinsam Denkmale erhalten". "Es geht um unser baukulturelles Erbe, das wir zu verwalten und weiterzugeben haben", sagt konform dazu Rüdiger Andres, ehrenamtlicher Denkmalbeauftragter des Landesdenkmalamtes. Letztere koordiniert den Aktionstag, stellt einen Flyer mit all jenen Denkmälern zusammen, die besichtigt werden können. Doch, wer entscheidet, welche das sind? Das Landesdenkmalamt, so erläutert Andres, frage bei Kreisen und Gemeinden an, welche Denkmäler interessant sind. Aber auch die ehrenamtlichen Denkmalbeauftragten würden angefragt. Das Engagement gehe oft von Vereinen aus.

Drei Denkmäler können Besucher am 11. September näher kennen lernen. In der Kreisstadt ist es die Wendelskapelle aus dem Jahr 1755. Im Innern ist unter anderem der Altar und eine Rokokostuckdecke erhalten worden. In der Zeit von 10 bis 18 Uhr kann die Kapelle besichtigt werden. Zu jeder vollen Stunde, außer 11 und 14 Uhr, starten Führungen. Die Stadthistoriker Gerd Schmitt und Roland Geiger informieren über die Geschichte der Kapelle. Um 11 Uhr spricht Gerd Schmitt "Zur Geschichte der Wendelkapelle" und um 14 Uhr wird Roland Geiger in einem Vortrag "Die Eremiten der Wendelskapelle" vorstellen. Veranstalter ist die Bauhütte St. Wendel .

Schon einmal Teil des Programms am Tag des offenen Denkmals waren die Bunkeranlagen bei Eisen. Von den ehemals 20 sind 17 noch erhalten. Sie wurden 1938 auf Beschluss der Luftwaffe als Luftverteidigungszone (LVZ) West errichtet. Sie ergänzten die Bunker des Aachen-Saar-Programms. Von 10 bis 18 Uhr bietet der ehrenamtliche Denkmalpfleger Peter Waltje Führungen an.

Drittes Denkmal im Bunde ist die Liebenburg in Eisweiler. Erstmals wurde die Burg Lievenberc 1220 urkundlich erwähnt. Vier Wappenbanner mit 24 Wappen im Innern erinnern an die Lehnsleute von 1180 bis 1722. Damit genug der Zahlen. Denn, so sagt Andres, es soll an diesem Tag nicht darum gehen, Bauphasen runterzubeten oder die Besucher wie früher im Geschichtsunterricht mit Jahreszahlen anzufüttern bis der Kopf qualmt. Vielmehr sollen sich die Burg-Gäste das imposante Bauwerk von einst vorstellen können. "Ich bin gewandet bei der Führung und vermittele die Fakten auf schauspielerische Art a lá Walther von der Vogelweide ", so Andres. Zwei Mal startet er mit Teilnehmern am 11. September auf jeweils eineinhalbstündige Touren: 11 und 15 Uhr. Auch einen Abendtermin gibt es: Ludwig Heil startet seine Führung um 19 Uhr. Zuletzt hat die Mittelaltergruppe Die Tafelrunde während des Mittelalterfestes die Patenschaft zur Erhaltung der Burgreste übernommen.

saarland.de/SID-4B1B25CD-

Die Wendelskapelle bei St. Wendel. Archivfoto: atb.
Einer der Bunker bei Eisen. Am Tag des offenen Denkmals gibt es hier von 10 bis 18 Uhr Führungen nach Bedarf. Foto: Peter Waltje. Foto: Peter Waltje

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