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Blick auf ein reiches Priesterleben

Blick auf ein reiches Priesterleben

Am 27. April 1941 empfing Pater Schnur im Missions-Priesterseminar in St. Augustin bei Bonn die Priesterweihe. Seit 1993 ist Pater Schnur in Wadern tätig, davon lange Jahre als Hausgeistlicher im Krankenhaus St. Elisabeth und zuletzt als Seelsorger im Altenheim St. Maria.

"Unsere Kraft schöpfen wir aus der Begegnung mit dem Herrn, in Eucharistie, Anbetung und Gebet", steht auf der Einladung zum. Kronjuwelen-Priesterjubiläum (75 Jahre) für Pater Klaus Schnur geschrieben. "Ich bin dankbar, dass ich so lange im Dienste Gottes arbeiten durfte." In bewegten Worten drückte der Jubilarpriester zu Beginn der Messe seine Dankbarkeit aus und gab gleichzeitig schweren Herzens seinen Abschied von Wadern bekannt.

Neben Verwandten, Freunden und Ordensschwestern feierten viele Gläubige aus der Pfarreiengemeinschaft Wadern in der Kirche St. Johannes der Täufer in Noswendel mit Pater Schnur dieses besondere Jubiläum, das nur wenigen Priestern und Ordensleuten vergönnt ist.

Konzelebranten beim Festgottesdienst waren Pater Anton Ehmer vom Missionshaus St. Wendel , Dechant Hans-Jürgen Bier, Pastor Stefan Sänger, Pastor Josef Schwarz und Pastor Karl-Josef Albrecht. Den Ministrantendienst versah Carsten Kleser.

Gesanglich und musikalisch umrahmten die Kirchenchöre von Wadern, Noswendel und Lockweiler unter der Leitung von Monika Köpke die Feier. Pastor Stefan Sänger gratulierte im Namen der Pfarreiengemeinschaft Wadern für diese lange Zeit priesterlichen Dienstes. Die Anregung eines Benediktinerabtes, anstelle einer Predigt das Gebet "Großer, geheimnisvoller, liebender Gott" für seinen Mitbruder Pater Klaus, der vor kurzem 101 Jahre alt geworden ist, zu sprechen, griff Pater Anton Ehmer auf und bat die Gläubigen um innerliche Mitbegleitung. "Pater Klaus Schnur hat sich 75 Jahre in Christi Namen eingesetzt, oft auf steinigem Weg, begleitet mit Gottes Segen. Ein gnädiger Gott möge ihn als Zeuge des Glaubens belohnen", schloss Pater Ehmer.

Glückwünsche und Dank der Kirchenchöre , des Kirchengemeindeverbandes und des Fördervereins übermittelte Irmgard Jülichmanns. "Mit Leib und Seele, Güte und Humor, erreichten Sie die Herzen der Menschen", sagte sie. Für das Dekanat Losheim-Wadern und die Pfarrei Wadern bedankte sich Dechant Hans Jürgen Bier beim Jubilar: "Pater Schnur gehörte zum Urgestein und seit 1993 zum lebenden Inventar des St. Elisabeth-Krankenhauses und St. Maria-Altenheimes Wadern. Er war ständig unterwegs in den beiden Häusern. Nun nimm dein Brevier und bete für uns, im Dekanat, im Bistum und in der Pfarrei", bat der Dechant. Anlässlich seines Geburtstages hatte der Jubilar verraten: "Mein Lebensmotto ist, für andere da zu sein. Das gibt mir Kraft. Zudem lebe ich diszipliniert, ernähre mich gesund und mache jeden Tag einen Spaziergang."Pater Klaus Schnur wurde am 9. März 1914 in Hasborn geboren. Nach dem Abitur im Jahre 1935 am Steyler Missionshaus St. Wendel folgte ein zweijähriges Noviziat in der Schweiz, dem sich ein Theologiestudium im Missions-Priesterseminar in St. Augustin bei Bonn anschloss.

Vor genau 75 Jahren, am 27. April 1941, empfing Schnur von Weihbischof Stockums in St. Augustin die Priesterweihe. Ein kurzes Studium in Eichstätt und eine Vertretung in Wawern schlossen sich daran an. Nach der Kaplanszeit in Trier Christkönig war er bis 1951 Prokurator im Missionshaus St. Wendel , danach Exerzitienseelsorger und bis zum Jahre 1993 Hausgeistlicher in Hoppstädten.

Seelsorge auf vielen Ebenen

Seit 1993 ist Pater Schnur ununterbrochen in Wadern tätig, davon lange Jahre als Hausgeistlicher im Krankenhaus St. Elisabeth und zuletzt als Seelsorger im Altenheim St. Maria. Täglich zelebrierte er in der Krankenhauskapelle eine Messe, an Sonntagen zwei Gottesdienste. Lange Jahre half er zudem in der Seelsorge der umliegenden Pfarreien aus. Mit seiner freundlichen, den Menschen zugewandten Lebenseinstellung hat "der Pater", wie er liebevoll genannt wird, viele Freunde im Hochwald und darüber hinaus gefunden. Vielen Menschen spendete er im Krankenhaus am Lebensende die Krankensalbung.

 Pater Klaus Schnur ist 101 Jahre alt – 75 davon verbrachte er im Dienst der Kirche. Foto: R. Wagner
Pater Klaus Schnur ist 101 Jahre alt – 75 davon verbrachte er im Dienst der Kirche. Foto: R. Wagner Foto: R. Wagner

Nun verlässt Pater Klaus Schnur demnächst Wadern und kehrt zurück ins Missionshaus der Steyler Missionare St. Wendel , wo er seinen weiteren Lebensabend verbringen wird. Viele Menschen werden sicher seine Messfeiern, Predigten und wohltuenden Gespräche vermissen. Die zahlreichen Fotografien und Blumenbilder, die in Zimmern und Gängen des Altenheimes hängen, werden an einen guten Seelsorger erinnern.