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Bierdose-Attacke: Bundespolizei am Zug

Bierdose-Attacke: Bundespolizei am Zug

Eine Begegnung mit Folgen: Dabei sind zwei Männer verletzt worden. Sie bezichtigen jeweils den Gegner, den Angriff gestartet zu haben. Bei dem handfesten Streit scherte es sie anscheinend wenig, dass in unmittelbarer Nähe ein Kleinkind das Spektakel verfolgte.

Tatort St. Wendeler Bahnhof: Dort haben zwei Männer aus der Region einen handfesten Streit ausgetragen. Doch wer der Auslöser dessen war, das ist bislang völlig offen. Denn die Ermittler haben es mit konträren Schilderungen der beiden Beteiligten zu tun.

Wie ein Polizeisprecher aus der Kreisstadt berichtet, waren seine Kollegen am Dienstag gegen 12.20 Uhr alarmiert worden: Eine Schlägerei im Bahnhof wurde gemeldet. Die Beamten trafen dort nur einen Oberthaler an, der an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein soll. Der stellte aus seiner Sicht dar, wie sich der Konflikt angebahnt habe.

Demnach schob der 21-Jährige den Kinderwagen mit seinem Nachwuchs durchs Gebäude. Ihn habe ein Bekannter begleitet. Da tauchte plötzlich ein wutschnaubender Mann auf, ging auf den Oberthaler zu, griff ihn an. Mehrmals schlug der Angreifer dieser Darstellung zufolge sein Opfer ins Gesicht. Der 21 Jahre alte Attackierte wehrte sich zuerst gegen den Schläger, der ihm flüchtig bekannt war, floh dann aber. Während der Prügelszene kümmerte sich der Bekannte um das Kleinkind, das währenddessen unbehelligt blieb. Wieso es überhaupt zu dem Streit kam, blieb im Dunkeln.

Kurze Zeit später trafen Polizisten nach einer Fahndung den mutmaßlichen Täter nahe des Bahnhofs an. Es soll sich um einen Nohfelder (32) handeln. Auch er sprach von einer Schlägerei und klagte über leichte Blessuren. Nur sei nicht er derjenige gewesen, der mit dem Zoff angefangen habe, sondern der Oberthaler.

Mit diesen sehr gegensätzlichen Aussagen beschäftigt sich nun die Bundespolizei in Bexbach, die originär für Bahnhöfe verantwortlich ist. "Die Akten sind auf dem Weg zu uns", sagte der dortige Pressesprecher Jürgen Glaub.

Die St. Wendeler Kollegen gaben wegen der kürzeren Wege in diesem Fall Schützenhilfe und nahmen den Zwischenfall auf. Dazu haben sich vor einigen Jahren mehrere Institutionen zu einer Sicherheitspartnerschaft zusammengetan, was den Bahnhof anbelangt.

Zum Thema:

Hintergrund Eine Sicherheitspartnerschaft besteht seit 1. Dezember 2003 zwischen verschiedenen Institutionen und Behörden auf lokaler und Bundesebene. Den Vertrag unterzeichneten zunächst Vertreter des Bundesgrenzschutzes (heute: Bundespolizei ), der Deutschen Bahn (DB), der örtlichen Polizei sowie der Kreisstadt St. Wendel . Die Initiative trägt bis heute Sicherer Bahnhof St. Wendel . Auslöser dafür waren unter anderem Übergriffe, Unsicherheitsempfinden, das Passanten äußerten, sowie Graffiti-Schmierereien. Die Kooperation war zunächst als ein Pilotprojekt auf drei Monate angelegt. Im März 2004 zogen die Beteiligten Bilanz und setzten die gemeinsame Arbeit fort. Bis heute besteht die Allianz. Auch der Landkreis St. Wendel ist mittlerweile involviert. Von Zeit zu Zeit kommen alle zu konzertierten Aktionen zusammen. dazu gehören unter anderem gemeinschaftliche Kontrollen insbesondere nach Vorfällen. Ein von der DB eingesetzter privater Sicherheitsdienst soll zusätzlich für Sicherheit sorgen. Problematisch in jüngster Vergangenheit: der Aufenthalt junger Leute vor der ehemaligen Bahnhofsgaststätte und auf der Treppe zu den Gleisen. Dies empfanden Reisende als Sicherheitsrisiko. Indes sollen Sachbeschädigungen rund um den Bahnhof zurückgegangen sein, informierte unlängst ein Sprecher der Bundespolizei vom Standort Bexbach aus. Beschwerden über Zustand und Verhalten einzelner im Gebäude werden von Verkäufern des integrierten Kiosks immer wieder laut. hgn