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Beerenstark: Marmelade aus Mamas Kochtopf

Beerenstark: Marmelade aus Mamas Kochtopf

Ob Beeren, Birnen oder Zwetschgen – lecker ist Obst nicht nur, wenn's frisch vom Baum oder Strauch gegessen wird. Es lässt sich auch gut zu Marmelade weiterverarbeiten. Und zwar zuhause in der eigenen Küche.

Seit je her wird eingekocht. Meist von Hausfrauen. Somit kann das Lieblingsobst oder -gemüse zu jeder Jahreszeit verzehrt werden. Doch haben sich die Geschmäcker in den vergangenen Jahren verändert? Und was eignet sich besonders gut zum Einmachen? Christel Pauly, Kreisvorsitzende der Saar-Landfrauen im Landkreis St. Wendel erklärt: "Besonders gut lassen sich Steinobst, Äpfel oder Birnen einkochen."

Beim Einkochen selbst oder bei der Marmeladenherstellung seien die Methoden im Laufe der Jahre gleichgeblieben. "Verändert haben sich hingegen die Geschmacksrichtungen", so Pauly. Heute seien Zwetschgen oder Birnen in Rotwein oder Ammoniak gefragt. Und auch in Sachen Marmelade haben sich laut Pauly im Gegensatz zu früher neue Geschmachsrichtungen ausgebildet: "Mehrfruchtmarmeladen mit exotischen Früchten sind im Kommen. Am liebsten essen die Menschen jedoch die klassische Erdbeermarmelade oder eingemachte Zwetschgen in verschiedenen Geschmacksrichtungen", fügt sie an. Zu Beachten beim Einmachen: Kosten- sowie Zeitaufwand. Pauly erklärt: "Beim Selbstpflücken ist der Zeitaufwand hoch, die Kosten dafür gering. Wenn die Früchte gekauft sind, ist es umgekehrt."

Für die SZ-Leser hat Pauly einen Tipp: "Mein Lieblingsrezept ist das Einkochen von Rotweinpflaumen (siehe Box). Passend dazu kann man Eis oder Pudding , aber auch Wildgerichte servieren. Oder man füllt die Rotweinpflaumen in Gläsern ab und macht sie somit haltbar." Zum Thema Einkochen hat die St. Wendeler Redaktion auch die Leser via Facebook-Seite im Internet befragt. Ist Einkochen noch zeitgemäß? Beate Hayotz schreibt dazu: "Vieles aus unserem Garten wird verarbeitet." So habe sie von Marmelade über Saft und Tee bis hin zu Pesto oder Kartoffeln einiges zu Hause eingelagert.

Monika Halberstadt kocht am liebsten Brombeermarmelade ein. Hierzu hat sie einen Geheimtipp: "Zusätzlich zum Saft und Gelierzucker gebe ich reichlich kleingeschnittenen Ingwer dazu. Lecker!" Suse Persch kocht ebenfalls Marmelade, aber auch Gelee und Pflaumenmus "wie zu Omas Zeiten".

Auch Jenny Kleinschmidt ist begeistert vom Einkochen und schreibt: "Es lebe die Hausfrau!" Bei Julia Becker gehört das Einmachen zum Alltag: "Siessschmier kochen, einkochen, Saft machen lassen, einlagern - gehört bei uns alles dazu." Sarah Müller kocht Marmelade in verschiedenen Variationen: "Erdbeer, Johannisbeer, Schwarzbeer." Aber sie macht auch Sauerkraut ein. "Und die Oma kocht Äppelschmeer", ergänzt sie.

Ursula Muelenbeck kocht und friert regelmäßig Obst ein. Auf der Facebook-Seite der St. Wendeler Zeitung erklärt sie: "Bei den heutigen Preisen lässt man weder Obst noch Gemüse vergammeln."

Ein Problem beim Einmachen, gibt's aber doch, wie Ramona und Ally Wilhelm in die Diskussion auf der SZ-Facebook-Seite anmerken: "Das Eingekochte hält leider nicht bis zum Winter, weils einfach so lecker schmeckt."

Zum Thema:

Rezept Rotweinpflaumen: Ein Rezeptvorschlag von Christel Pauly, Chefin der Saar-Landfrauen im Kreis 1500 g Pflaumen (Zwetschen) waschen und trocknen 500g Zucker mit 125 ml Weinessig 125 ml Rotwein 1 Zimtstange und 2 Nelken aufkochen, abkühlen lassen und über die Pflaumen geben. Serviervorschlag: Rotweinpflaumen passen zu Eis, Pudding und Wildgerichten. Aufbewahren: Man kann die Rotweinpflaumen auch kochend, direkt vom Herd, in vorbereitete Gläser füllen verschließen mit dem Deckel nach unten auf die Arbeitsplatte stellen und so für einige Wochen haltbar machen