Bauernhaus-Preis für die Heimkehrer

Werschweiler · Das schönste Bauernhaus des Saarlandes steht in Werschweiler. Das Institut für Landeskunde im Saarland zeichnete das Heim von Gerlinde und Werner Weber in Werschweiler aus – es setzte sich gegen 19 Mitbewerber durch.

 Gerlinde und Werner Weber vor ihrem Schmuckstück. Foto: ames

Gerlinde und Werner Weber vor ihrem Schmuckstück. Foto: ames

Foto: ames

Werschweiler. "Grad kann jeder", scherzt Gerlinde Weber mit Blick auf die Wände und Balken des urig-gemütlichen Gemäuers. Der Zufall spielte eine große Rolle beim Kauf des heutigen Domizils von Gerlinde und Werner Weber in Werschweiler. Das Bauernhaus war bis 1952 im Besitz der Familie Linxweiler - den Eltern von Gerlinde Weber.

Im Jahr 2004 wurde es unerwartet im Internet zum Kauf angeboten und die Webers, die in den vergangenen Jahrzehnten in Darmstadt, der Heimat von Werner Weber, lebten und arbeiteten, schlugen zu. "Mein Wunsch war es, irgendwann wieder nach Werschweiler zu ziehen, wo meine fünf Brüder leben. Wir wollten nicht in der Stadt alt werden", berichtet die Rückkehrerin. Doch die Restaurierungsarbeiten verschlangen viel Zeit und Geld. "Davon hätten wir ein zweites Haus kaufen können", sagt ihr Ehemann, mittlerweile Lehrer im Ruhestand, der sich eine Menge handwerkliches Wissen beim Umbau angeeignet hat und vieles selbst erledigte. Vergangenes Jahr sind sie schließlich eingezogen und genießen die neue Lebensqualität, auch wenn noch nicht alle Räume komplett ausgebaut sind.

Viel Mühe, die nun belohnt wurde: Familie Weber belegte beim 16. saarländischen Bauernhaus-Wettbewerb den ersten Platz.

Mit Zettel und Stift bewaffnet nahmen die acht Juroren das Anwesen in Augenschein. Auf den Bewertungsbögen wurde eifrig der Zustand des Bauernhauses notiert, das erstmals 1768 in den Chroniken erwähnt wurde. "Das Bauernhaus ist in einem bemerkenswerten Zustand. Es ist eines der besten, das wir bisher begutachtet haben", berichtet Professor Dr. Horst Quasten schon vor Ort. Er ist Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Landeskunde im Saarland (Iflis), das zusammen mit dem Umweltministerium die besterhaltenen Bauernhäuser im Zweijahresrhythmus prämiert. An zwei Tagen wurden insgesamt 19 Höfe im ganzen Saarland besucht und bewertet, darunter drei aus dem Landkreis St. Wendel.

Zu den Kriterien zählten neben dem Allgemeinzustand, die fachgerechte Ausführung der Restaurierungen und die charakteristische Bauweise der Entstehungszeit; dabei spielt beispielsweise eine Rolle, ob das Dach mit authentischen Herzziegeln eingedeckt ist und keine Gauben später hinzugebaut wurden. Auch Farbgebung und Innenhofgestaltung fließen in das Urteil mit ein. Ob die Häuser heute noch der Landwirtschaft dienen, ist hingegen nicht von Belang.

Der Bauernhaus-Wettbewerb feiert dieses Jahr sein 30-jähriges Bestehen.

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