Bauern-, Handwerker- und Winzermarkt in St. Wendel

Schlemmermeile in St. Wendel : Flanieren und genießen

Zum dritten Mal bietet der Bauern-, Handwerker- und Winzermarkt in St. Wendel ein Schaufenster lokaler Erzeugnisse.

Hier ein Häppchen probieren, dort Tipps fürs Kochen aufschnappen oder geschickten Händen beim Flechten eines Korbes zuschauen – am Sonntag, 26. Mai, lädt der St. Wendeler Bauern-, Handwerker- und Winzermarkt zum Flanieren. Von 11 bis 18 Uhr verwandelt sich die Fußgängerzone in ein Meer aus Farben, Gerüchen und zarten Klängen. „ Es ist ein Markt für bekennende Genussmenschen“, sagt Marktchefin Leonie Paqué. Die Mitarbeiterin der St. Wendeler Stadtverwaltung erinnert sich noch an die Anfänge des Marktes 2016. „Gestartet sind wir mit 52 Ständen, heute sind wir bei 86 Teilnehmern.“

Diese reisen bereits früh am Sonntagmorgen an. Um 6 Uhr geht es los mit dem Aufbau, damit um 11 Uhr alles startklar ist. Zuvor kümmert sich der Bauhof der Stadt St. Wendel um die Gehege für die Tiere in der Mott. Zu den tierischen Gästen zählen auch Pferde und Ponys vom Weilerhof in Neunkirchen/Nahe. Auf deren Rücken dürfen die Kinder Platz nehmen und ein wenig Reit-
erfahrung sammeln.

Ob erntefrisches Obst und Gemüse, Fleisch und Wurst aus eigener Produktion, Landnudeln, Honig vom Imker, Käse, Marmeladen, Weine oder Liköre – Angebote zum Schlemmen gibt es reichlich. „Das Besondere an dem Markt ist, dass hauptsächlich saisonale und mit handwerklich hoher Qualität produzierte Lebensmittel zu fairen Preisen angeboten werden,“ erläutert Paqué. Es solle mit der Veranstaltung des Bewusstsein gefördert werden, dass es nicht nur im Großhandel, sondern auch bei den Direktvermarktern um die Ecke tolle Produkte gibt. „Auch in Zeiten von ,Superfood‘ ist das Altbewährte offenbar ganz nach dem Geschmack der Leute“, sagt  Bürgermeister Peter Klär (CDU). Im vorigen Jahr kamen bei sommerlichen Temperaturen etwa 15 000 Besucher.

Dieses Mal fällt der Markt auf einen besonderen Termin: Denn am Sonntag stehen Europa- und Kommunalwahlen an. Ist das ein Nachteil? „Wir hatten vor einigen Jahren schon einmal einen Lebens-Art-Markt an einem Wahlsonntag. Das hat sich durchaus positiv auf die Besucherzahlen ausgewirkt“, erinnert sich Paqué. „Ich glaube, die beiden Termine befruchten sich gegenseitig.“ Und so mancher freut sich wohl über eine Stärkung vor oder nach dem Gang zur Wahlurne.

Neben den Gaumengenüssen hat der Markt noch mehr zu bieten. Auch reichlich Kunsthandwerk und Selbstgebasteltes ist vertreten. Schicke Handarbeiten, Küchenzubehör, Stauden und Sträucher oder Gestricktes aus weicher Babyalpaka-Wolle haben die Aussteller im Angebot. Auch Handwerker sind vor Ort und demonstrieren längst vergessene Techniken. Alte Gerätschaften sind zu sehen, es werden Körbe geflochten, Sensen gedengelt, Vogelhäuser verschiefert, Wolle gesponnen und Kaffee geröstet. Die Kräuterfrau verrät Geheimrezepte aus der Natur während sich die Kinder im Kerzentauchen oder Filzen ausprobieren können.

Zum weiteren Programm gehören nach Auskunft der Stadt St. Wendel auch die rollende Waldschule, die Info-Material zur Jagd und zur Pflege der Natur bereithält, und die Landjugend St. Wendel, die sich präsentiert. Auch Schlepper-Nostalgiker sollen auf ihre Kosten kommen. Die Oldtimerfreunde Dörrenbach werden mit etwa zehn Traktoren vor Ort sein. Echte Raritäten sollen dabei sein. „Und oben auf dem Sitz befindet sich immer ein Schlepperfan, der gerne mit den Besuchern fachsimpelt und die Lebensgeschichte seines eindrucksvollen Gefährts erzählt“, sagt Paqué.

Damit neben Gaumen, Nase und Augen auch die Ohren angesprochen werden, gehört Musik zum Markt. Das Roger Wade-Trio wurde dafür engagiert. „Das bietet heiteren Blues/Boogie, macht gute Laune und eignet sich hervorragend als Walking-Act“, sagt die Marktchefin.

Fingerfertig zeigt diese Handwerkerin, wie aus Wolle ein Faden gesponnen wird. Foto: Bonenberger/Stadt

Während des Marktes ist die City-Tiefgarage von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Besucherparkplätze stehen auch in der Missionshausstraße zur Verfügung. Ein Parkleitsystem führt laut Stadt zu diesen Stellflächen hin.

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