Theatergemeinschaft: Aussicht auf einen Platz in Reihe 16

Theatergemeinschaft : Aussicht auf einen Platz in Reihe 16

Für die Abos der Theatergemeinschaft St. Wendel gibt es bereits eine Tauschliste. Die neue Saison startet Ende September.

Seit 2009 warten Theaterbegeisterte auf einen Platz in Reihe 16 im Saalbau. Also seit acht Jahren steht ihr Name auf der Tauschliste.  Jetzt  wird endlich ihr Wunsch erfüllt, Dauerkarten für diese Reihe zu bekommen. Dort beginnt der erhöhte Rang, die Beinfreiheit ist größer als anderswo. Trotzdem hat man noch einen hervorragenden Blick auf die Bühne.  „Wer in dieser Reihe sitzt, gibt das Abo nicht so schnell auf“,  sagt Christel Berndt, seit 1996 Geschäftsführerin der Theatergemeinschaft St. Wendel. Sie und  Marina Weyrich sind für die Programm-Zusammenstellung verantwortlich und erzählten im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung, worauf sie bei der Auswahl der Stücke achten. Und betonen mit diesem Beispiel, wie begehrt die Abos sind. Von 750 möglichen Karten sind 680 an Abonennten vergeben. Das spreche für die Qualität der Veranstaltungen, sind sich Berndt und Weyrich einig.  Wer einen besseren oder einen neuen Platz haben will, der sollte sich übrigens den 11. September vormerken: Das ist der Stichtag für die Neuvergabe.

In der Spielzeit 2017/2018 stehen sieben Veranstaltungen auf dem Programm. Dabei werden aus dem Fernsehen bekannte Schauspieler wie Doris Kunstmann, Heio von Stetten oder  Helmut Zierl auf der Bühne stehen. „Da ist für jeden was dabei“,  sagt Weyrich. Und Berndt fügt hinzu: „Boulevard, Klassik, Krimi, Musik  – wir achten darauf, dass in unserem Programm Abwechslung steckt.“

Aber nicht nur. Es gibt zahlreiche Faktoren bei der Auswahl der Stücke zu beachten. Zunächst einmal sichten die beiden Damen das Info-Material, das ihnen bereits zugeschickt wird. Im Internet suchen sie weitere Informationen. Das ging schon im September des vergangenen Jahres los. Im Oktober steht Jahr für Jahr die Inthega-Tagung an. Intehega ist die Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen, ein Verband mit etwa 400 Mitgliedsstädten. Auch St. Wendel. Dort, so erklärt Berndt, treffen sie Produktionsfirmen und Kollegen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Rechtsfragen können geklärt werden, es gibt Arbeitskreise zu verschiedenen Themen. Auch der eine oder andere Darsteller ist bei einem Stand mit von der Partie.

Schon auf dieser Tagung lassen die beiden St. Wendeler Frauen die eine oder andere Option für ein Stück eintragen. Zu Hause wird dann hin- und hergeschoben, bis alles passt. Vor allem in Sachen Termine ist es manchmal sehr knifflig. „Wir versuchen, von Oktober bis Mai jeden Monat ein Stück zu platzieren“, erläutert Weyrich. Wenn das Programm soweit steht, muss es der Vorstand der Theatergemeinschaft noch absegnen.

Als Höhepunkte sehen die beiden Frauen in der kommenden Spielzeit das Stück „Martinus Luther“ von John von Düffel am Freitag, 3. November. „Da mussten wir ganz schön hin- und herschieben, dass wir das noch reinbekommen haben“, sagt Berndt. Schließlich sei gerade dieses Stück der Theaterlust München im Lutherjahr besonders begehrt.  Auch das Musical  „Blues Brothers“ am Samstag, 21. April 2018, sehen Weyrich und Berndt als besonderen Leckerbissen.
> Mehr auf Seite C 6