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Ausdrucksstarke und ergreifende Musik zur Karwoche

Ausdrucksstarke und ergreifende Musik zur Karwoche

Zum Beginn der Karwoche wurde in der Wendelinus-Basilika eine Lukas-Passion besonderer Art dargeboten: Zwischen ausgewählten Abschnitten des Evangeliums (Rezitation: Hans Eisenhuth) erklang Musik für Sopran (Susanne Eisenhuth), Violine (Marta Hemkemeier) und Orgel (Stefan Klemm).

Diesem Thema entsprach die Eröffnung durch ein thematisches Orgelwerk des frühbarocken Meisters Heinrich Schütz, den Choral mit Variationen "Da Jesus an dem Kreuze stund", ausdrucksstark und durchaus transparent registriert. Die Situation des letzten Abendmahles wurde verinnerlicht in einem Adagio des romantischen Komponisten Albert Becker, bei dem die von der Orgel begleitete Violine in tiefer Lage anrührende Hingabe verspüren ließ. Marta Hemkemeier wusste gleichermaßen auch in einer Improvisation über das Weinen des Apostels Petrus, der seinen Herrn verleugnet hatte, zu überzeugen. Die volle Skala des Geigenklangs nutzte sie in einem Largo in c-Moll von Johann Sebastian Bach und einer Meditation für Violine und Orgel des norddeutschen Romantikers Georg Riemenschneider.

Susanne Eisenhuth nahm sich mit zwei Gesängen von Josef Rheinberger, "Sehet, welche Liebe" und "Wenn alle untreu werden, so bleib ich dir doch treu", einfühlsam der Passionsthematik an. Der Orgel anvertraut hatte der Leverkusener Komponist Hans-André Stamm ein "De profundis" ("Aus tiefer Not schrei ich zu dir"), und Stefan Klemm gab diese Ölberg-Szene suggestiv, auch mit überraschenden Verfremdungseffekten, wieder.

Ebenso machte eine Choralbearbeitung von Jean Langlais, "Mon âme cherche une fin paisible" ("Meine Seele sucht ein friedvolles Ende") mit der Melodie von "O Haupt voll Blut und Wunden", nachhaltigen Eindruck.

Trotz des ungewöhnlichen und attraktiven Sommerwetters hatte sich eine angemessene Hörerschar in den Bänken versammelt, die - auf Wunsch der Veranstalter - ihre Anerkennung in Stille kundtat.