Aus Liebe zu den Weißstörchen

Gute Nachrichten für die Weißstörche im Ostertal, für Jean-Jacques und seine neue Lebenspartnerin in Werschweiler. Das saarländische Umweltministerium unterstützt das Artenschutzprojekt für den Weißstorch. Umweltminister Reinhold Jost hat jetzt eine Zuwendung in Höhe von 13 812 Euro überreicht.

Der Aufenthalt von Storchendame Jacqueline in Werschweiler ist Geschichte. Es muss wohl am französischen Charme des Schwerenöters Jean-Jacques liegen, dass er sich eine neue Partnerin angelacht hat. Zunächst stört es die turtelnden Störche wenig, dass sich ein paar Meter unter ihrem Liebeshorst viele Menschen versammeln und sich auch ihretwegen Gedanken machen. "Warum denn das ganze Treiben da unten?", scheint der kurz durch die Lüfte kreisende Jean-Jacques sich zu fragen. Ein Minister aus Saarbrücken, der unter anderem für ihn zuständig ist, erklärt: "Das saarländische Umweltministerium unterstützt das Artenschutzprojekt für den Weißstorch und hat für das Naturpark-Projekt eine Zuwendung in Höhe von 13 812 Euro in den Gemarkungen der Naturparkdörfer Saal, Dörrenbach und Werschweiler gewährt", erklärt Umweltminister Reinhold Jost (SPD ). Zur Geldübergabe haben sich alle unterm Storchennest versamelt. "Tolle Sache", kann Storch Jean-Jacques seiner Freundin berichten. Beim Lauschen der Reden hat er aufgeschnappt, dass neue Projekte geplant sind. "Was denn?", will die neugierige tierische Neubürgerin betsimmt wissen. In einem Folgeprojekt sollen im Dorf vor allem weitere Schlüsselbiotope zur Förderung der Nahrungsressourcen für den Weißstorch geschaffen werden. Dazu zählt das Aufweiten des Wiesengrabens, um den Strukturreichtum für die Lebensbedingungen von feuchtigkeitsliebenden Tier- und Pflanzenarten zu erhöhen und zu verbessern. Dabei macht bestimmt Peter Volz, Koordinator der "Aktion Storch" beim Bund Naturschutz Ostertal (BNO), mit, vermutet Jean-Jacques wohl treffend. "In den Werschweiler Becherwiesen wird ein Flachwassertümpel angelegt. Die Kosten belaufen sich auf 18 000 Euro", sagt Volz. Dies sei ein gemeinsames Projekt des BNO und des Naturparks Saar-Hunsrück. Dessen Vorsitzender Udo Recktenwald (CDU ) betont: "Die Erhaltung der Nahrungshabitate des Weißstorchs ist eine entscheidende Maßnahme, um langfristig Weißstörche in der Ostertal-aue zu schützen." Denn nur auf den Flächen, auf denen der Weißstorch Nahrung finde, sei eine lebensraumverbessernde Maßnahme zielführend. "Das hört sich gut an", lobt der mit dem Schnabel wackelnde Storch das Vorhaben.

Flachwassertümpel geplant

 Freuen sich über die Unterstützung: Peter Klär, Peter Volz, Jürgen Mennig, Ruth Meyer, Udo Recktenwald, Karin Schönewald, Reinhold Jost und Magnus Jung (v. l.). Foto: Faber
Freuen sich über die Unterstützung: Peter Klär, Peter Volz, Jürgen Mennig, Ruth Meyer, Udo Recktenwald, Karin Schönewald, Reinhold Jost und Magnus Jung (v. l.). Foto: Faber Foto: Faber

Denn der tierische Lebemann freut sich, dass er seiner neuen gefiederten Perle künftig eine super Infrastruktur in dem Ostertal-Dorf bieten kann. Beim nun schon dreiwöchigen Flirt mit Jean-Jacques lebt die Storchendame nicht mehr beschäftigungslos im Horst. Täglich brezelt sich das Tier auf, um sich Naturfotograf Otmar Becker aus Niederkirchen und anderen in ganzer Schönheit zu präsentieren.