Party-Alarm in St. Wendel: Auch die Sonne war zumeist in Feierlaune

Party-Alarm in St. Wendel : Auch die Sonne war zumeist in Feierlaune

Nach zähem Start am Freitag, strömen am Samstag und Sonntag Tausende Besucher zum 37. St. Wendeler Stadtfest.

Alle Gassen dicht, Party-Alarm in der Kreisstadt St. Wendel. Tausende Menschen besuchten am Wochenende das dreitägige Stadtfest. Besonders am Samstagabend drängten die Besucher vor die fünf Musikbühnen, Versorgungsstände und in die Lokale, sodass ein Feiern bis zum Umfallen kaum möglich war. „Das Wetter ist optimal, könnte kaum besser sein“, freute sich Kulturamts-Chef Axel Birkenbach von der veranstaltenden Stadtverwaltung am Samstag. Allerdings, beim Start tags zuvor hat er Abstriche registrieren müssen. „Die Wettervorhersage kündigte Gewitter an und das hat uns schon ein paar Gäste gekostet“, meinte Birkenbach.

Blick zurück auf Freitag, 20 Uhr: Eine derartige Freiluft-Fete zu eröffnen und die Laufkundschaft vor der Bühne zu einem Halt zu verleiten, gehört zum Handwerkszeug, das ein Musiker beherrschen sollte. Die Oldies der Showband Orchestra John C wissen, wie man Zuhörer fängt und bestens bedient. Vier Stunden dauert ihr Programm auf dem Schlossplatz. Die Ü-70-Sänger Klaus Lambert und Charles Gräber bekommen dabei zwischendrin Zeit zum Durchamten und werden von Lena und Kathrin Sicks abgelöst. Im Duett intonieren die Mädels Don Henleys Welthits „The boys of summer“. Dem Jugendalter sind die drei Schönfeld-Brüder aus St. Wendel gerade entwachsen. Wegen ihres  staksenden Ganges haben sie das Trio Storky Bones benannt. Mit einem Didgeridoo und sphärischen Klängen startet der Auftritt auf der Mott-Bühne. Storky Bones mischt Alternativ- und Indierock, füllt den Sound mit Punk- und Metaleinflüssen auf und dringt ins psychedelische Universum des Musikgenres „Stoner Rock“ ein. Riesig. „Uns hat es auch sehr viel Spaß gemacht“, sagt Schlagzeuger Oliver Schönfeld. Im September geht’s dann für einen Monat zu Studioaufnahmen nach England.

Im Magdalenenhof vollzieht die Formation Brodersen-Federkeil Smooth Jazz derweil mit der geschmeidigen Version „Killing me softly“ von Roberta Flack (zu deutsch: „Er bringt mich mit diesem Lied zärtlich um“) einen musikalischen Anschlag auf die weiblichen Zuhörer. Tränen fallen vom Himmel, als Popsänger Steffen Jung mit seiner Band auf der Fruchtmarktbühne loslegt. Und dabei haben sie „So viel vor“. Sympathisch bittet Jung das Publikum nach vorne zu kommen und sagt: „Wir brauchen euch heute.“ Begleitet von exzellenten Musikern lässt er mit Melodien seine Gedanken spielen.

Schlappe 24 Stunden später bleibt der Wunsch von Frantic-Sängerin Concha Pagliarini „Hol mir doch mal jemand Wasser“ („Somebody bring me some water“, Melissa Etheridge) unerhört. Eine Servicekraft liefert stattdessen Cocktails. Doch der treibt sie von einem zum nächsten ausgewählten Rockklassiker und eine Menschenmasse an der Wendelinusbasilika singt den Song „Jump“ aus den 1980er-Jahren mit der Band. Auf Mucke aus den 1990er-Jahren fährt Radio Solid ab. Die Band schießt Blurs „Song 2“ ab und lässt vor der La-Wendel-Bühne die Leute hüpfen, ausflippen und lautstark „Woo hoo“ schreien. Nachdem die Stadt vor einem Jahr den WND-Band-Battle gekippt hat, gibt es eine vierstündige Hip-Hop-Show im Areal der Mott. Die französischen Rapper Pumpkin & Vin´s Da Cuero aus Nantes vermischen Samples, Breakbeats und Instrumente mit ihren Botschaften. Mit dem Fusion-Projekt Nu Breeze & Guests erhöht sich merklich die Künstlerzahl auf der Bühne. Unter anderem vermengen sie die Musik von Prince oder Miles Davis mit ihren Texten, Grooves und Beats. Dabei treffen sich verschiedene Kulturen, wenn der kongolesische Trommler Dédé und seine Frau Giselle mit musizieren. Um Mitternacht geht auf den Bühnen das Licht aus.

Turbolent Juice spielte auf der La-Wendel-Bühne. Foto: Frank Faber
Das Nu Breeze-Project mit Trommler Dédé und Sängerin Giselle machte am Samstagabend auf der Mott-Bühne Stimmung. Foto: Frank Faber
Ist etwa Nirvanas Kurt Cobain zurück? Philip Schönfeld, Sänger der St.Wendeler Band Storky Bones, weist jedenfalls gewisse Ähnlichkeit auf. Foto: Frank Faber
Elmar Federkeil mit Brodersen- Federkeil Smooth Jazz. Foto: B&K/Bonenberger/

Lebensmusiker unterhalten am Sonntag die Stadtfestbesucher im Magdalenenhof mit der spannendsten Sache der Welt: dem Leben. Die 37. Ausgabe der Gassensause endet mit dem Auftritt der Coverband Varus auf der Schlossplatz-Bühne.