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Astronaut Matthias Maurer schwebt in die Raumstation ISS

Astronauten erreichen ihr Ziel : Nach perfektem Start am Donnerstag: Matthias Maurer schwebt in die Raumstation ISS

Sie haben es geschafft: Die Astronauten Matthias Maurer (Esa), Kayla Barron, Raja Chari und Thomas Marshburn (alle drei Nasa) sind am Freitag um 0.32 Uhr deutscher Zeit an die Internationale Raumstation (ISS) angedockt. Dieses sogenannte Rendezvous im All markiert den offiziellen Start von Maurers erster Mission „Cosmic Kiss“.

Die Crew-3 startete am Donnerstag um 3.03 Uhr mit einer Falcon 9-Rakete vom Kennedy Space Center der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa in Florida (USA) in einem neuen SpaceX Dragon-Raumschiff mit dem Namen Endurance. Etwa 22 Stunden später erreichten sie die Station für einen sechsmonatigen Aufenthalt in der Umlaufbahn.

Nach dem Andocken erledigten die Raumfahrer verschiedene Sicherheitschecks und tauschten die Fluganzüge gegen Overalls. Um 2.27 Uhr durften sie ihre Kapsel verlassen und in die ISS schweben. Dort wurden sie bereits von ihren drei Mitbewohnern – den Astronauten Anton Schkaplerow, Pjotr Dubrow,  Mark Vande Hei – erwartet. Nach einer emotionalen Begrüßung folgte die offizielle Ernennung: Für Maurer, Chari und Barron ist es der erste Ausflug in den Weltraum, nun dürfen sie sich als „geflogene Astronauten“ bezeichnen. Der saarländische Raumfahrer erhielt sein Abzeichen von seinem Crew-Kollegen Marshburn.

Bei der Willkommen-Zeremonie sagte Maurer: „Es war ein sehr interessanter und spannender Ritt in der Crew-Dragon-Kapsel. Wenige Minuten bevor wir die Zeremonie starteten, hatte ich bereits die Ehre, die Blenden des Aussichtsmoduls Cupola zu öffnen.“ Die Aussicht sei atemberaubend. „Von diesem Ausblick habe ich seit vielen Jahren geträumt. Nach dem Event werde ich gleich wieder in die Cupolo schweben“, schwärmte der 51-Jährige.

Er wählte den Namen „Cosmic Kiss“ für seine Zeit an Bord der Raumstation als Liebeserklärung an den Weltraum. In der Umlaufbahn wird er mehr als 35 europäische und zahlreiche internationale Experimente unterstützen. Die durch seine Mission gewonnenen Erkenntnisse werden sowohl dem Leben auf der Erde als auch der zukünftigen Erforschung des Weltraums zugutekommen. „Cosmic Kiss kommuniziert die besondere Verbindung, die die Station zwischen den Bewohnern der Erde und dem Kosmos herstellt“, erklärt  Maurer. Partnerschaftliches Handeln sei enorm wichtig für die weitere Erforschung von Mond und Mars, ebenso wie der Respekt, der Schutz und der Erhalt der Natur auf unserem Heimatplaneten bei unserer Suche nach einer nachhaltigen Zukunft auf der Erde und darüber hinaus.

Neben der wissenschaftlichen Aufgaben wird Matthias Maurer sich auch operationellen Aufgaben widmen: Er ist sowohl für einen Weltraumausstieg im amerikanischen EMU-Raumanzug als auch im russischen Orlan-Raumanzug zertifiziert. Er wird voraussichtlich einen russischen Weltraumausstieg durchführen, um die Installation und den Erstbetrieb des Europäischen Roboterarms (ERA) zu unterstützen, der am 29. Juli dieses Jahres mit dem russischen Mehrzweck-Labormodul (MLM) zur Station geflogen ist. Mit einer Länge von mehr als elf Metern ist der in Europa gebaute Arm der erste Roboter, der im russischen Segment der Internationalen Raumstation spazieren kann, und der einzige, den die  Astronauten sowohl von innerhalb als auch von außerhalb der Raumstation steuern können.

Maurer wird auch beim Start des Webb-Weltraumteleskops im Orbit sein sowie beim Start von Artemis I - einer unbemannten Mission, bei der das Europäische Servicemodul (ESM-1) der ESA das Orion-Raumschiff der NASA auf seiner Reise um den Mond und zurück zur Erde antreiben wird.