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Arbeitsmarkt im Landkreis St. Wendel

Arbeitsmarkt Landkreis St. Wendel : Konjunktur läuft im Januar schleppend an

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Januar gestiegen. Zudem gibt es laut Agentur für Arbeit weniger freie Stellen.

Die Agentur für Arbeit Saarland zählte im Januar insgesamt 1619 Arbeitslose im Landkreis St. Wendel. Damit sind 86 Frauen und Männer mehr ohne Job als noch zum Ende des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote lag bei 3,3 Prozent – und damit auf dem gleichen Stand wie im Vorjahr. Das berichtet ein Sprecher der Agentur.

Wie kommt diese Zahl zustande? Der Sprecher wirft zunächsten einen Blick auf den Bereich der Grundsicherung. Das Jobcenter im Landkreis St. Wendel verzeichnete im aktuellen Monat einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen auf 716 (plus 17). „Jugendarbeitslosigkeit ist weiterhin im Bereich der Grundsicherung nicht in nennenswertem Umfang vorhanden“, so der Sprecher. 227 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Knapp ein Drittel der beim Jobcenter Registrierten war gleichzeitig langzeitarbeitslos, also bereits länger als ein Jahr gemeldet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen betrug im Januar 235. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 30.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung: Bei der Agentur für Arbeit lag die Zahl der Arbeitslosen im Januar bei 903, das waren 69 mehr als im Dezember und rund 100 mehr als vor einem Jahr (plus 12,5 Prozent). Bei den Jüngeren unter 25 Jahren verringerte sich die Arbeitslosigkeit um eins auf 82 im Vergleich zu Dezember. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl um 14 verringert. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus lag bei 430. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr um ein Fünftel erhöht.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Vergleich zum Vorjahr macht deutlich: Wir haben es im Moment nicht nur mit den Auswirkungen des Winters zu tun. Vielmehr führt die abgeschwächte Konjunktur vor allem im Verarbeitenden Gewerbe zu mehr Beschäftigungslosigkeit“, ordnet Jürgen Haßdenteufel, Chef der saarländischen Arbeitsagentur, die aktuelle Situation ein. Ein Indiz sei in diesem Zusammenhang auch die Entwicklung der Arbeitskräftenachfrage. „Mit aktuell 110 neu gemeldeten Stellen hat sich das Beschäftigungsangebot gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Viertel reduziert. Weniger Offerten im Zugang und Bestand entsprechen der landesweiten Entwicklung“, ergänzt der Arbeitsmarktexperte und betont: „Während gut qualifizierte Menschen auch weiterhin hohe Chancen auf einen Arbeitsplatz haben, gestaltet sich dies für weniger Qualifizierte schon deutlich schwieriger. Weiterbildung hat deshalb nach wie vor oberste Priorität, um dem Fachkräftebedarf der regionalen Wirtschaft gerecht werden zu können.“

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt wurden, lag im Januar bei 2487 Personen. Das waren 40 oder 1,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, berichtet der Sprecher. Der Arbeitsmarkt wurde durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen um mehr als ein Drittel entlastet.

 WND-Arbeitsmarkt
WND-Arbeitsmarkt Foto: SZ/Steffen, Michael

Ein Blick zum Stellenmarkt im St. Wendeler Land: Im Januar wurden 110 Stellen neu zur Besetzung gemeldet, 93 weniger als im Vormonat. Aktuell stehen 716 freie Jobs zur Besetzung zur Verfügung (minus 7,5 Prozent zum Vorjahr). Die meisten Jobangebote gab es im Verarbeitenden Gewerbe und im Gastgewerbe. Auch im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen, im freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungsbereich und im Baugewerbe waren die Beschäftigungsmöglichkeiten laut Sprecher gut.